Tenniskrimi mit Happy-End

Starke Nerven bewies Anna Ozerova bei ihrem Sieg im Champions-Tiebreak.
Starke Nerven bewies Anna Ozerova bei ihrem Sieg im Champions-Tiebreak.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Nach einem dramatischen Verlauf bezwangen die Damen des TC Grün-Weiß Herne den TC Deuten mit 5:4 und stehen damit als Gruppensieger fest.

TC Grün-Weiß Herne -
TC Deuten 5:4

Einzel: Toto 6:1, 2:6, 13:11; Ozerova 6:2, 4:6, 10:6; Ukragale 6:2, 2:6, 10:6; Polzin 6:4, 0:6, 6:10; J. Schulz 6:2, 1:6, 6:10; F. Schulz 6:4, 7:5.

Doppel: Toto/Ozerova 3:6, 4:6; Ukragale/Kamercel 5:7, 4:6; J. Schulz/F. Schulz 6:0, 6:1.

Was für ein Tennis-Krimi, welch ein Jubel an der Vinckestraße: Nach einem ebenso hochklassigen wie dramatischen Schlagabtausch entschieden die Grün-Weiß-Damen das „Endspiel“ um den Gruppensieg gegen die leicht favorisierten Gäste aus Dorsten hauchdünn für sich. Damit stehen die Hernerinnen, unabhängig vom Ergebnis ihres letzten Spiels gegen die TG Emsdetten am kommenden Sonntag (10 Uhr, Vinckestraße), als Sieger ihrer Verbandsligagruppe fest und spielen am 28. Juni gegen einen der drei übrigen Gruppen-Ersten um den Aufstieg in die Westfalenliga.

Von Beginn an entwickelte sich die Partie zu einem echten Nervenschocker, und stets waren es nur ein paar Bälle, die über Sieg oder Niederlage den Ausschlag gaben. In allen sechs Einzeln konnten die Hernerinnen Satz eins relativ sicher für sich entscheiden, doch fünfmal wendete sich das Blatt und Deuten holte sich ebenso glatt den zweiten Durchgang. Lediglich Franka Schulz erledigte an Position sechs iher Aufgabe gegen die Holländerin Marlou van Bussel in zwei engen Sätzen und brachte ihren Punkt auf die Habenseite.

Ozerova ringt Holländerin nieder

Parallel dazu rang die 18-jährige Anna Ozerova die sieben Jahre ältere Martine Dijkman im Matchtiebreak mit 10:6 nieder, während Leoni Polzin den Kampf zweier Youngster gegen die frühere Parkhaus-Spielerin Joelle Hülse im finalen Durchgang mit dem gleichen Ergebnis verlor.

So ging es mit einer Herner 2:1-Führung in die zweite Einzelrunde, und die verlief nicht weniger spannend: Alle drei Begegnungen gingen in den Champions-Tiebreak, beide Teams entschieden jeweils einen mit 10:6 für sich. Für Herne gewann Oleksandra Ukragale, eine 31-jährige Ukrainerin, die in Barcelona an der Tennisschule von Luis Bruguera arbeitet und mit ihrem Spiel, aber auch ihrem Auftreten nicht nur GW-Trainer John Barrett begeisterte. Sie bezwang die langjährige Grün-Weiß-Spielerin Daniela Löchter, während Hernes Jana Schulz ebenso knapp gegen Julia Krimatschow den kürzeren zog.

Toto wehrt vier Matchbälle ab

So eng diese Matches verliefen, so intensiv Zuschauer wie Mitspielerinnen bei jedem Ballwechsel mitzitterten – das Spitzeneinzel zwischen der hoch talentierten Ana-Lena Toto und der erfahrenen Westfalenliga-Spielerin Vanessa Heute toppte alles. Vier Matchbälle wehrte Toto im finalen Durchgang ab, holte nervenstark ein 7:9, ein 9:10 und ein 10:11 auf, um dann gleich ihre erste Chance zum 13:11 zu nutzen. Der vierte Einzelpunkt war eingefahren, die Grün-Weißen hatten den Schlüssel zum Mannschaftserfolg in der Hand.

Und sie griffen beherzt zu. Im dritten Doppel spielten die Schulz-Schwestern furios auf und fegten ihre Gegnerinnen mit 6:0, 6:1 förmlich von der Asche. Danach kochten die Emotionen hoch, fielen sich die Grün-Weißen jubelnd in die Arme. Dass die beiden noch laufenden Doppel anschließend zügig verloren gingen, war allenfalls eine Randnotiz. Schließlich gab es einen großen Sieg zu feiern.