Stroetzel erwartet defensiven Gast

Gesetzt: Patryk Niedzicki kam schon auf vielen Positionen für den DSC zum Einsatz und hat immer seine Leistung gebracht.
Gesetzt: Patryk Niedzicki kam schon auf vielen Positionen für den DSC zum Einsatz und hat immer seine Leistung gebracht.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Für den DSC Wanne-Eickel ist ein Heimsieg gegen die SpVg Holzwickede fast schon Pflicht, um Im Titelkampf der Westfalenliga keinen Boden zu verlieren.

Auch fünf Tage nach dem Gipfeltreffen beim TSV Marl-Hüls fällt es Trainer Martin Stroetzel schwer, sich auf das Heimspiel seines DSC Wanne-Eickel gegen den Westfalenliga-Zwölften SpVg Holzwickede (So., 15 Uhr, Mondpalastarena) einzulassen. Zu sehr wurmen ihn noch die Umstände, die zum 0:0 am Loekamp geführt haben.

„Mit elf Mann hätten wir dieses Spiel hundertprozentig gewonnen“, kartet Stroetzel nach – und verhehlt nicht seinen Ärger über die Rote Karte, die sich René Lewejohannn nach 22 Minuten einhandelte. „Ein schlechter Witz“, urteilt Stroetzel. Eine Ermahnung, maximal Gelb seien für die Andeutung des Nachtretens angebracht gewesen. Überrascht habe ihn die Hinausstellung aber nicht. „Das war eine Rote Karte mit Ansage“, ätzt Stroetzel. „Es war nicht das erste Mal, dass wir verarscht wurden.“

Dass Nadine Westerhoff im Stadion war, die soeben zu Westfalens Schiedsrichterin des Jahres gekürte Ehefrau von TSV-Regisseur Sebastian Westerhoff, hinterließ bei ihm jedenfalls einen faden Beigeschmack. Da vergaß er sogar seinen Besuch der Diplomatenschule. „Ich habe ein Ziel. Und wenn ich ein Ziel habe, habe ich Scheuklappen vor den Augen. Dann ist mir alles andere egal“, wettert Stroetzel. Auch Lewejohann bekam Zunder und des Trainers Zorn zu spüren. „Ja klar, durch ihn war unser ganzes Konzept nach 20 Minuten über den Haufen geworfen.“

So weit, so schlecht. Lewejohann wurde mittlerweile für zwei Wochen gesperrt, was auch für ein minder schweres Vergehen spricht. Gegen Holzwickede fehlen außerdem der privat verhinderte Alex Nour und Stephen Lorenzen nach seiner fünften gelben Karte. Wer neu in die Anfangs-Elf rutscht, ließ der Trainer offen. Lorenzens Sechser-Position soll Wanne-Eickels „Allzweckwaffe“ Patryk Niedzicki übernehmen, der in Marl-Hüls auch als Innenverteidiger ein Topspiel ablieferte. Im Abwehrzentrum hat Marius Nolte aufgrund des besseren Fitness-Zustands gegenüber Stroetzels Co-Trainer Michael Baum aktuell die besseren Karten. Für die vakante Stelle in der Offensive hat der DSC mit Semih Esen, Markus Resulaj und Tim Nikolay drei Optionen.

„Gegen Holzwickede wird es schwerer als in Marl-Hüls. Die legen den defensiven Gang ein und lauern auf Konter“, warnt Stroetzel – und verrät sein Gegenrezept. „Wir müssen schnell nach vorne spielen, uns im Eins-gegen-Eins durchsetzen und auch mal aus der zweiten Reihe schießen. Über Standards wird da nichts gehen.“