Start für zwei Kunstrasen

Die rote Asche an der Wilhelmstraße ist bald Vergangenheit. Nach Pfingsten wird hier ein moderner Kunstrasen entstehen.
Die rote Asche an der Wilhelmstraße ist bald Vergangenheit. Nach Pfingsten wird hier ein moderner Kunstrasen entstehen.
Foto: WAZ

„Jetzt geht’s loos, jetzt geht’s loos.“ Der bekannte Fußball-Schlachtruf zum sprichwörtlichen Ärmelhochkrempeln passt derzeit perfekt auf die Sportplätze der Sportfreunde Wanne und des VfB Börnig - obwohl dort vorübergehend gar kein Fußball mehr gespielt werden kann.

Auf einer Pressekonferenz gaben beide Vereine stolz bekannt, dass die ambitionierten Kunstrasen-Projekte an beiden Standorten in den Startlöchern stehen.

An der Börniger Schadeburgstraße war gestern Mittag bereits die Deckschicht des Platzes beinahe abgetragen. Es soll ruckzuck gehen: Drei Wochen Asche weg, drei Wochen Kunstrasen drauf. Wenn alles glatt geht, auch witterungstechnisch, können die Mannschaften schon im Juli aufs Kunstgrün.

Dass jetzt also endlich angepackt wird, was so lange ausgeklügelt wurde, sorge für mächtige Erleichterung bei den Verantwortlichen, so Markus Rohmann. Der SFW-Vorsitzende betonte: „Es hatte ja niemand Erfahrung mit so einer Sache.“ Ein Umstand, den auch Sportamts-Leiter Bernd Fischer hervorhob. Bei Recherchen vorab habe man zudem festgestellt, dass gut zwanzig Projekte in der Umgebung in zwanzig verschiedenen Versionen umgesetzt worden seien. „Umso schöner, dass diese Projekte, die ja Pilotprojekte für Herne sind, nun realisiert werden“, so Fischer.

Einige Hürden waren in dem Vorgang zu überwinden. Weit mehr als eine halbe Million Euro mussten gestemmt werden. Eine gigantische Hürde für zwei kleine Kreisliga-Vereine wie Wanne und Börnig, die selbst als Bauträger agieren. Die Stadtverwaltung liefert dazu Unterstützung, auch die Politik hilft, wo sie kann.

Dass beide ersten Mannschaften sich nun ausgerechnet im letzten Spiel an der „alten“ Wilhelmstraße gegenüber stehen, hat Symbolcharakter. „Als hätte man das mit Absicht so gelegt“, scherzte VfB-Vorsitzender Hans-Jürgen Reitzig. Der Börniger Abrissparty gestern folgt das Wanner Abrissspiel am Montag.

Die Baustellen wirbeln also in den nächsten Wochen mächtig Staub auf. Welche Visionen die Verantwortlichen auf ihrem steinigen Weg verfolgen, wie sie die Projekte finanzieren und ob sie Vorbild sein können für eventuelle Nachahmer in Fußball-Herne, darüber werden wir noch im Weiteren berichten. Das Geschehen auf den Plätzen wollen beide Vereine unterdessen in Bilderstrecken und Webcam-Beobachtung öffentlich dokumentieren.