Spätes Melchner-Tor rettet DSC drei Punkte

Wanne-Eickels Matchwinner Christian Melchner (3.v.r.) nimmt die Glückwünsche zu seinem 1:0 entgegen.
Wanne-Eickels Matchwinner Christian Melchner (3.v.r.) nimmt die Glückwünsche zu seinem 1:0 entgegen.
Foto: Michael Korte

DSC Wanne-Eickel -
SC Mengede 08/20 3:2

Tore: 1:0 (16.) Melchner, 2:0 (35.) Esen, 2:1 (73.) Sprenger, 2:2 (84.) Brewko, 3:2 (90.) Melchner.

DSC: Johns - Sommer, Nolte, Melchner, Niedzicki - Lorenzen, Greitemann (86. Baum) - Aydin, Tomascheski, Rios (76. Nour) - Esen (82. Resulaj).

Eine Halbzeit lang kickte der DSC Wanne-Eickel mehr als ordentlich, danach lief nichts mehr zusammen: Wieder einmal zeigte der Westfalenligist zwei Gesichter. Dass Innenverteidiger Christian Melchner in letzter Minute mit dem einzig nennenswerten Wanner Torabschluss der zweiten Hälfte den 3:2-Siegtreffer erzielte, empfand sogar Martin Stroetzel als „ziemlich glücklich“.

„Es war die für uns typische Situation, dass wir hinten heraus extrem nachlassen“, brachte der scheidende DSC-Trainer die Partie auf den Punkt. Wundern tat es ihn nicht. „Das ist ganz einfach dem Umstand geschuldet, dass wir seit Monaten kaum einen geregelten Trainingsbetrieb haben“, wiederholte er, was er seit langem predigt. Und zählte die Namen derer auf, die nicht mehr regelmäßig am Training teilnehmen können oder wollen, die er aber dennoch mangels gleichwertiger Alternativen aufs Feld schicken muss.

Dass diese Mannschaft durchaus die Qualität hat, attraktiven, erfolgreichen Fußball zu spielen, zeigte sie in der ersten Halbzeit. Nachdem die Gäste bereits nach 28 Sekunden erstmals das Wanner Tor anvisierten, nahm der DSC das Heft in die Hand und das Mengeder Tor unter Beschuss. Erst zischte Stephen Lorenzens 25m-Aufsetzer am Pfosten vorbei, dann verfehlte Mathias Tomaschewski aus ähnlicher Distanz knapp den Knick – an diesen Strahl wäre Keeper Fibbe trotz schöner Flugeinlage nie herangekommen.

Die Wanner Führung lag in der Luft, und sie fiel dann auch: Nach Tugrul Aydins Freistoßflanke kam Semih Esen an den zweiten Ball, sein abgerutschter Schuss fiel Melchner vor die Füße, und der Ex-Wattenscheider beförderte die Kugel über den Innenpfosten ins Netz. Gleich darauf hätte der DSC nachlegen können, aber Aydins Pass auf den durchstartenden Sebastian Greitemann geriet zu lang (18.), und Lorenzens Kopfball nach einem butterweichen Aydin-Freistoß wurde noch zur Ecke abgefälscht (23.).

Der DSC aber war jetzt richtig gut im Spiel, zeigte einige flüssige Kombinationen. Besonders der auf die rechte Seite gewechselte Peter Rios hatte starke Szenen. Rios war mit seinem langen Diagonalball auf Aydin auch maßgeblich am 2:0 beteiligt. Per Kopf veredelte der frei stehende Semih Esen Aydins Maßflanke nach diesem wunderschönen Spielzug. Ein Leckerbissen.

Es sollte einer der letzten bleiben. Bis zur Pause blieb der DSC zwar dominant, danach aber schaltete er gleich zwei Gänge zurück. Es fehlten die Laufbereitschaft und damit auch Anspielstationen, und so geriet die Stroetzel-Elf immer stärker in die Defensive. Nach dem Mengeder Anschlusstor wollte Stroetzel durch Auswechslungen neue Reize setzen, aber auch das verpuffte. Der Gast glich aus und war danach sogar dem Siegtor nahe – das aber erzielte Melchner, als der von Nolte bedrängte Gäste-Keeper eine weitere Aydin-Ecke nicht weit genug wegfausten konnte. Glück gehabt.

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