Siegen oder Fliegen

Ganz breit macht sich Freiburgs Ilka Hoffmann, um Hernes Kapitänin Emina Karic das Abspiel zu erschweren.
Ganz breit macht sich Freiburgs Ilka Hoffmann, um Hernes Kapitänin Emina Karic das Abspiel zu erschweren.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
In Freiburg droht den Damen des Herner TC am Samstag das vorzeitige Saisonende. Nur mit einem Sieg können sie ein drittes Spiel erzwingen.

Jetzt geht es ums Ganze. Soll die bislang so schöne Saison nicht schon in ein paar Stunden ganz abrupt enden, sind Hernes Bundesliga-Basketballerinnen zum Siegen verdammt. Um 19.30 Uhr beginnt am Ostersamstag in der Freiburger Uni-Halle Spiel zwei in der Best-of-three-Serie des Playoff-Viertelfinals, und die Rollen haben sich seit letztem Samstag verkehrt.

Die Eisvögel USC Freiburg, als Hauptrunden-Siebter ursprünglich der Außenseiter in diesem Vergleich, haben nach ihrem 69:67-Erfolg in Herne die Riesenchance, in eigener Halle den Halbfinaleinzug perfekt zu machen. Sie können alles gewinnen, aber noch gar nichts verlieren, käme es doch bei einem Herner Sieg am Ostermontag noch zu einem dritten Spiel, dann um 16 Uhr in der MCG-Arena. Für den Herner TC aber heißt es an diesem Samstag: Siegen oder Fliegen; oder, wie es im Basketball-Sprech knackig-treffend heißt: Do or die!

Zwei Ausfälle drohen

So sehr sich vielleicht die eine oder andere Spielerin aus Übersee auf die Lieben in der Heimat freut, nach Fliegen ist den Hernerinnen eher nicht zumute. Sie werden alles dafür geben, um das Saisonende möglichst weit hinauszuzögern. Davon ist Marek Piotrowski jedenfalls nach der Trainingswoche fest überzeugt. „Die Mannschaft hat sehr konzentriert gearbeitet und ist sich im Klaren, dass sie vor einer sehr schwierigen Aufgabe steht. Aber sie wird kämpfen“, ist der HTC-Coach sicher. Nicht sicher ist er, ob ihm sein auf zehn Damen geschrumpfter Kader komplett zur Verfügung steht. Zwei Spielerinnen konnten beim Training nur zuschauen, ihr Ausfall wäre schwer zu verkraften. „Das entscheidet sich kurzfristig, vielleicht erst nach dem Warmmachen“, muss Piotrowski mehrere Optionen durchdenken. Sein Vertrauen ins Team ist dennoch groß. „Wir waren auch in der Hauptrunde nicht immer in Bestbesetzung und haben starke Spiele gemacht. Ich denke, dass die Mannschaft damit und auch mit dem Druck gut umgehen wird.“

Sich gegenüber dem Hinspiel zu steigern, sollte für den HTC das geringste Problem sein. So fahrig, so verkrampft wie Samstag hat das aktuelle Team zuvor eigentlich nie gespielt. Vielleicht war die Zeit doch zu kurz, um sich nach der für Körper und Geist gleichermaßen strapaziösen Pokal-Endrunde auf das erste Playoff-Spiel zu fokussieren.

Vor allem gilt es, die Zahl der Ballverluste zu minimieren. Nicht alle waren der aggressiven Freiburger Presse geschuldet. Auch in der Defense gibt es Optimierungsbedarf. Sicher ist eine vielseitige Spielerin wie Soana Lucet nicht komplett auszuschalten. Das darf aber kein Grund sein, sie mehrfach aus sieben Metern frei werfen zu lassen. „Es gibt aber nicht nur Lucet. Auch andere Eisvögel sind gefährlich“, warnt Piotrowski. „Wir haben das erste Spiel intensiv studiert und werden alles in die Waagschale werfen.“ Hoffentlich reicht’s.