Ruderer quälen sich für den Auftakt

Vor der Frankfurter Skyline wurde der Emscher Hammer 2014 verschluckt – dazu soll es nicht wieder kommen.
Vor der Frankfurter Skyline wurde der Emscher Hammer 2014 verschluckt – dazu soll es nicht wieder kommen.
Foto: Detlev Seyb
Was wir bereits wissen
Die Fußballerfloskel, dass Qualität von Quälen kommt, gilt auch im Rudersport. Trainer Gregor Hauffe erklärt, wi sich die Ruderer des Emscher Hammers auf die Bundesliga vorbereiten.

Athleten und Fans müssen nicht mehr lange warten: Am Samstag in einer Woche (16. Mai) beginnt die Saison 2015 in der Ruder-Bundesliga – vor der majestätischen Kulisse der Frankfurter Skyline.

Wieder dabei ist das Boot des RV Emscher Wanne-Eickel, der zusammen mit dem Ruderclub Hamm als „Emscher Hammer“ an den Start geht. In diesem Jahr will das Fusionsboot schon zum Start perfekt vorbereitet sein, um nicht wie im vergangenen Jahr ein Desaster zum Saisonauftakt erleben zu müssen.

Trainer Gregor Hauffe, der in dieser Saison nur im äußersten Notfall selbst rudern will, ist in Frankfurt definitiv nicht dabei. Die Vorbereitung übernimmt er trotzdem und erklärt, wie seine Ruderer in dieser entscheidenden Phase der Vorbereitung topfit werden: „Zusätzlich zu den ausdauersteigenden, langen Rudereinheiten haben wir die Belastungen innerhalb der Einheiten erhöht. So tasten wir uns allmählich an die hohen Frequenzen des Rennschlages heran.“

Immer intensiver, immer schneller. „Danach wurde das Pensum an laktaziden Belastungen deutlich erhöht.“ Was klingt wie ein Absatz aus einem Biologie-Lehrbuch, heißt auf Deutsch übersetzt: Die Ruderer müssen sich quälen. Hauffe selbst beschreibt es so: „Wir fahren minutenlange Ruderstrecken mit erhöhter Schlagfrequenz und Kraftaufwand.“

Die Fußballerfloskel, dass Qualität von Quälen kommt, gilt auch im Rudersport. Die Belastungsschübe simulieren einen Bundesligatag, damit die Muskeln im Ernstfall so schnell wie möglich regenerieren können. Hauffe erklärt: „An einem Renntag finden fünf einzelne Rennen über den Tag verteilt statt. Da kommt es darauf an, sich so schnell wie möglich von der Belastung des Rennens erholen zu können, um im nächsten Rennen wieder hundert Prozent Leistung bringen zu können – manchmal ist die Pause zwischen zwei Rennen nur eine halbe Stunde lang.“

Bei – im Vergleich mit Ruderern – untrainierten Menschen würden die Muskeln hierbei zu schnell „sauer“ werden. Hobbysportler kennen das ziehende Gefühl vor allem nach Sprintübungen, zum Beispiel in den Waden oder im Oberschenkel. Hauffe erklärt den Hintergrund: „Die Milchsäure in den Muskeln bewirkt eine eingeschränkte Bewegungsqualität und somit zwangsläufig eine geringere Bootsgeschwindigkeit.“

Dass der Emscher Hammer in diesem Jahr diese Probleme nicht haben wird, ist Hauffe überzeugt: „Jeder einzelne hat sich reingehängt und gequält.“ Er sei mit den Fortschritten zufrieden, seit dem Herbst beobachte er Leistungssteigerungen. „Auch das Team ist sehr zufrieden. Wir fiebern dem ersten Renntag entgegen.“