Rassistische Beleidigungen schocken Firtinaspor

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„Scheiß Türken, geht in Eure Heimat.“ Das bekamen die Spieler von Firtinaspor Wanne III am Sonntag beim Auswärtsspiel bei Armina Ickern III zu hören. „Ich habe öfters rassistische Beleidigungen zu hören bekommen, aber in dieser Heftigkeit habe ich das noch nie erlebt.“ Ali Incebacakli ist Firtinas Mannschaftsverantwortlicher und tief getroffen – einerseits von den Beleidigungen, die seiner Mannschaft entgegenschlugen, andererseits vom Verhalten der Ickerner Verantwortlichen.

Firtina-Geschäftsführer Öztan Teke schildert die Ereignisse: „Bereits ab der 20. Minute beim Stand von 1:0 für Ickern kamen von den Zuschauern der Heimmannschaft rassistische Sprüche.“

Ali Incebacakli und seine Mannschaft hätten das Spiel am liebsten direkt abgebrochen, der Schiedsrichter habe die Mannschaft aber überzeugt , weiterzuspielen, um eine Eskalation zu verhindern. Firtina verlor 4:0, Nebensache. „Es waren ja nicht nur ein oder zwei Zuschauer, es waren mehrere, auch Spieler der ersten und zweiten Mannschaft, die nach uns gespielt haben“, so Incebacakli.

Ickerns Trainer Willi Henseleit hat davon nach eigenen Angaben nichts mitbekommen, gegenüber dem Reviersport sagte er: „Beim Fußball sind Emotionen an der Tagesordnung, die genauen Wortlaute kann ich nicht kommentieren, da ich auf der anderen Seite des Sportplatzes war.“ Er habe nur ein Wortgefecht mitbekommen. „Da es im Anschluss zu keiner weiteren Auseinandersetzung gekommen ist, möchte ich den Vorfall nicht höher hängen, als er ist“, so Henseleit weiter.

„Lächerlich“ findet Incebacakli das, „man hört sehr wohl, was auf der anderen Seite gerufen wird.“ Es sei traurig, dass kein Arminia-Verantwortlicher Kontakt gesucht habe, sich zu entschuldigen. „Das heißt für uns, der Verein steht dahinter.“

Einige Spieler wollen sich abmelden

Da der Schiedsrichter die Beleidigung „Scheiß Türke“ im Spielbericht eintrug, landet der Fall vor der Spruchkammer, und zwar auf Verbandsebene. Laut dem Vorsitzenden der Kreisspruchkammer Heinz Rychlik unterliegen solche Fälle den DFB-Gerichten, die KSK habe das Verfahren an die Verbandsspruchkammer abgegeben.

Was dort entschieden wird, ist Incebacakli unwichtig: „Wir wollen nicht die Punkte oder Sperren. Wir wollen, dass sich so etwas nicht wiederholt.“

Einige seiner Spieler haben scheinbar keine Hoffnung darauf: „Wir sind eine Hobbymannschaft, stehen unten in der untersten Liga. Wir wollen keinen Erfolg, nur Spaß.“ Der ist Firtina vergangen. Einige Spieler hätten angekündigt, sich nach der Saison abzumelden.