Platzderby kostet nochmal Nerven

Fortuna Herne - Horsthausen3:2
Ein derart lebendiges und mitunter nervenaufreibendes Platzderby, wie es sich Fortuna und Sportvereinigung lieferten, hatten wohl nur die Wenigsten auf der Rechnung. „Das Spiel war eine Achterbahnfahrt, ein Spiegelbild zur gesamten Saison“, zeigte sich Fortuna-Coach Michele di Bari geschafft. „Aber so ein Spiel am Ende noch zu gewinnen, das macht natürlich doppelt Spaß.“ Auch Gegenüber Marc Gerresheim war völlig fertig. „Meine Mannschaft hat es ja immer wieder geschafft zu überraschen. Aber heute - da fehlen mir fast die Worte“, so der Horsthauser Trainer.

In aller Kürze: Nach zehn Minuten sah John Ogbaide nach einer Tätlichkeit Rot, nur zwei Minuten später unterlief Daniel Herbst ein Eigentor. Horsthausen lag also zurück und hatte 80 Minuten lang nur zehn Mann zur Verfügung. Als Freddy Donkor eine scharfe Kesler-Hereingabe mit seinem zehnten Saisontor krönte und auf 2:0 für Fortuna höhte, schien die Messe gelesen.

Doch die ohnehin schon intensiv geführte Partie der Platzrivalen hatte noch ein paar Überraschungen in petto. Erst überlistete Faruk Köse unfreiwillig mit dem Hinterkopf seinen Keeper Patrick Peters - der Anschluss (50.). In der 62. Minute dann erhielt Horsthausen einen zweifelhaften Strafstoß zugesprochen, den Marcel Gerresheim verwandelte - alles wieder offen. Die Unterzahl war Horsthausen ohnehin nicht anzumerken, und dann hatte Tim Rduch die vielleicht beste Torchance des gesamten Spiels. Er scheiterte jedoch am stark reagierenden Peters im Fortuna-Tor.

Und so war es Murad Nasri vorbehalten, dass Derby noch zu Gunsten der „Gastgeber“ zu entscheiden. Einen langen Freistoß von Marcel Kesler rammte der Fortuna-Torjäger am langen Pfosten mit dem Kopf ins Netz. „Wir haben uns den Sieg erarbeitet“, feierte di Bari. Gerresheim trauerte dezent: „Ein Unentschieden wäre verdient gewesen.“

Tore: 1:0 (12., Eigentor) Herbst, 2:0 (38.) Donkor, 2:1 (50., Eigentor) Köse, 2:2 (62./FE) Gerresheim, 3:2 (77.) Nasri.

Fortuna: Peters; Kesler, Yaman, Köse, Messaoud, Pries, Nasri, Bedersdorfer (88. Wichert), Pirsig (70. Koymali), Lier (70. Sagiroglou), Donkor.

SpVgg: Hug; Gresch, Theben, Dursun, Herbst, Pokorny, Gerresheim (67. Taskas), Balci, Schulz (67. Müller), Rduch (79. Jakob), Ogbaide.

BV Herne-Süd - VfB Annen5:4
Ein lockerer Abschluss gegen den Absteiger - so war es in Herne-Süd geplant. Zur Pause aber lagen die Herner gegen den VfB Annen mit 0:3 hinten. „Da verstehst du natürlich die Welt nicht mehr“, so Trainer Jürgen Meier. „Wir haben das Spiel gemacht und sind einfach pervers ausgekontert worden.“ Zum Glück aber verlor die Mannschaft weder die Lust noch den Glauben an sich und kam nach der Pause zurück. Und wie.

Johannes Zenzen (2) sowie die scheidenden Andreas van der Heusen und Pierre Sengün sorgten für den Ausgleich und Lars Sporea machte das Happy End 14/15 am Ende noch perfekt. Annen setzte noch einen Elfmeter übers Tor.

Tore: 0:1 (4.), 0:2 (27.), 0:3 (31.), 1:3 (47.) Zenzen, 2:3 (51./FE) van der Heusen, 2:4 (61.), 3:4 (71.) Zenzen, 4:4 (79.) Sengün, 5:4 (90.) Sporea.

BV Süd: Erlkamp; Wandt, Sengün, Czyszczon, Topatan, Uzun, Tziampazakis (75. Deyna), Eitner, van der Heusen (52. Sporea), Zenzen, Reinholdt (60. Martelli).