Oberliga schlüpft unters DEB-Dach

Packende Partien vor vollen Rängen dürfte es in der kommenden Oberligasaison häufiger in der Gysenberghalle geben.
Packende Partien vor vollen Rängen dürfte es in der kommenden Oberligasaison häufiger in der Gysenberghalle geben.
Foto: FUNKE Foto Services

Die Oberliga Nord kommt, und sie kommt schon zum Beginn der neuen Saison. Wie der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) am Wochenende bekannt gab, werden vom 25. September an 18 Mannschaften einschließlich des Herner EV und des 14-maligen niederländischen Meisters Tilburg Trappers in einer gemeinsamen Liga an den Start gehen.

Eisadler Dortmund ziehen ihre Meldung für die neue Liga zurück

Auf dieses Ergebnis verständigten sich die Clubs und der DEB auf einer Ligentagung in Langenhagen. Das Teilnehmerfeld umfasst außer Herne und Tilburg die Rostocker Piranhas, EHC Timmendorfer Strand, Hamburger SV, Crocodiles Hamburg, ESC Wedemark Scorpions, EC Hannover Indians, Hannover Scorpions, EC Harzer Falken, FASS Berlin, ECC Preußen Berlin, Icefighters Leipzig, MEC Saale Bulls Halle, Black Dragons Erfurt, EV Duisburg, ESC Moskitos Essen und den EHC Neuwied. Die Eisadler Dortmund zogen dagegen ihre Meldung zurück, nachdem eine zunächst angedachte Teilung in eine Nordwest- und eine Nordost-Staffel nicht zustande kam. Der EHV Schönheide als weiterer Kandidat besetzt auf eigenen Wunsch einen freigewordenen Platz in der Oberliga Süd.

Auch der Austragungsmodus wurde in Langenhagen beschlossen. Außer einer Einfach-Runde, in der jeder gegen jeden spielt, trägt jede Mannschaft acht weitere Spiele nach regionalen Gesichtspunkten aus. Gegner des HEV sind dabei Duisburg, Essen, Neuwied und Tilburg. Nach 42 Spieltagen bis zum 6. März 2016 spielen die ersten Acht eine Play-Off-Runde im Modus best-of-five, die Sieger bestreiten mit vier Teams aus dem Süden die Play-Offs zur Ermittlung des sportlichen Aufsteigers in die DEL2.

„Mit diesem Teilnehmerfeld und dem verabschiedeten Modus sind wir sehr zufrieden. Highlights werden mit Sicherheit die Derbys gegen Essen und die Spiele gegen die Hannover Indians werden“, meinte Jürgen Schubert, Geschäftsführer der Gysenberghallen GmbH, die auch den Spielbetrieb der ersten Mannschaft organisiert, im Anschluss an die Tagung. Auch DEB-Vizepräsident Marc Hindelang zeigte sich zufrieden: „Dank der sehr konstruktiven Mitarbeit und Solidarität der Vereine haben wir einen gemeinsamen Nenner gefunden. Nun kann die Oberliga einen nächsten Schritt hin zu einer nachhaltigen und verlässlichen Ligenstruktur gehen.“

Auf die Widerstände des Landesverbandes NRW ging der DEB in seiner Mitteilung nicht ein. LEV-Chef Wolfgang Sorge hatte noch zu Beginn des Monats in einer Erklärung einer verfrühten Einführung der neuen Liga eine klare Absage erteilt und abtrünnigen Vereinen aus dem Verbandsgebiet, also Herne, Essen und Duisburg, mit einer Sperre vom Spielbetrieb gedroht.

Noch keine offizielle Reaktionvon LEV-Chef Wolfgang Sorge

Eine offizielle Reaktion aus Köln auf die Beschlüsse gab es bisher nicht, doch die wird nach Ansicht von Jürgen Schubert nicht lange ausbleiben: „Von dort ist natürlich alles zu erwarten. Aber wir wollen nicht länger in einem Verband spielen, der kein Verhältnis zu seinen Vereinen hat. Da geht es nur um Macht. Außerdem besagt die neue Satzung, dass nur der DEB für den Oberliga-Spielbetrieb zuständig ist.“ Man darf gespannt sein, ob damit die höchste Eskalationsstufe im aktuellen Streit bereits erreicht ist.