Niederlage gegen Haltern tut Westfalia nicht weh

Jerome Barth traf in seinem letzten Spiel für den HCW drei Mal ins Halterner Tor.
Jerome Barth traf in seinem letzten Spiel für den HCW drei Mal ins Halterner Tor.
Foto: Ralph Bodemer
Was wir bereits wissen
Da der Konkurrent Plettenberg patzte, war der Klassenerhalt schon vor dem letzten Saisonspiel sicher. Nach einer Viertelstunde führte Westfalia mit 10:1, bevor Trainer Jens Körner mit der Rotation anfing.

HC Westfalia Herne -
HSC Haltern/Sythen 23:25 (15:10)

HCW: Müller, Greger; Schumann (1), Lukic (3), Liedtke, Hettrich (5), Bartel (1), Hodde, Ihnen (3), F. Scheunemann (3), Barth (3), Sondermann (1), Rödiger (/1), Schwitalski (2/1).

Vorweg: Kein Verbandsligateam muss in die Relegation. Für Westfalia Herne und Teutonia Riemke war schon vor dem Anpfiff jegliche Gefahr gebannt, da der HSV Plettenberg/Werdohl bereits vorab durch das 27:27 gegen OSC Dortmund den drittletzten Tabellenplatz nicht mehr verlassen konnte. Aber auch für die Sauerländer reicht`s zum Klassenverbleib, weil sich der Soester TV in der 3. Liga halten konnte und nur der VfL Gladbeck in die Oberliga absteigt.

10:1 nach einer Viertelstunde

So fehlte es im bedeutungslos gewordenen Spiel am Herner Westring doch an Spannung, zunächst aber keineswegs an Aktionen zum Zunge schnalzen auf Seiten des Gastgebers. Die Strünkeder gaben im Saisonfinale vor eigenem Publikum noch einmal alles und fackelten ein wahres Feuerwerk ab.

Den Gästen steckte einerseits das Benefizspiel für die Opfer des Flugzeugabsturzes aus Haltern am Vortag offensichtlich in den Knochen, andererseits hatten sie nicht mit diesem entfesselten Auftritt des HCW gerechnet. Jede Unsicherheit und jeder schwache Wurf des Halterner Angriffs nutzte der mit hohem Tempo agierende Gastgeber zu Torerfolgen aus. Westfalias Abwehr leistete dabei mit aggressivem Verhalten gegen Ballführer und Kreisläufer sehr gute Vorarbeit. Der gegnerische Torhüter sah kein Land.

Halterns Trainer Frank Mazur sah sich schon ganz früh zu einer Auszeit gezwungen. Nach 15 Minuten lag der HCW mit 10:1 vorne. Robin Hettrich, der auch von Torwart Hannes Greger mit langen Pässen gut versorgt wurde, und Julian Ihnen waren allein sieben Mal erfolgreich. Später aber hatten Hettrich und Ihnen in Halterns Torwart ihren Meister gefunden und nur noch einen Treffer erzielen können. Aber das war nicht entscheidend für den Bruch im Spiel der Strünkeder. Trainer Jens Körner gab im letzten Saisonspiel, das – wie berichtet – für Jochen Müller, Jakob Liedtke und Jérôme Barth auch das Abschiedsspiel war, allen Akteuren annähernd gleiche Spielanteile und wechselte fast komplett aus. Der Spielrausch des heimi

schen Teams war abrupt gestoppt. Immerhin nahm der HCW einen Fünf-Tore-Vorsprung (15:10) mit in die Pause. Warum aber die Mannschaft nicht wie üblich zur Spielbesprechung in die Kabine ging, blieb rätselhaft. Jedenfalls war es sicherlich nicht das Signal zur nochmaligen Mobilisierung aller Kräfte. Konnte zunächst noch der im zweiten Abschnitt eingesetzte Jochen Müller mit einigen Glanzparaden den Vorsprung bis zum 17:12 halten und Schwächen seiner Vorderleute ausbügeln, so witterte der HSC nach vier Serientreffern seine Chance. Acht Minuten vor dem Abpfiff war die erste Führung geschafft, die der Gast nicht mehr abgab.

„Wir wollten nicht verlieren. Nach unserer bärenstarken Anfangsphase haben wir durch den ziemlich kompletten Wechsel den mausetoten Gegner wieder zum Leben erweckt. Ich wollte aber zum Abschluss noch einmal allen Spielern weitgehend gleiche Einsatzzeiten geben“, nahm Trainer Körner den nach euphorischem Beginn letztlich nicht begeisternden Abschluss auf seine Kappe.