Mehr Zeit für die Besten

Die Besten des Herner Sportge-schehens im Jahr 2014 standen jetzt noch einmal versammelt im Rampenlicht. Bei der traditionellen Sportlerehrung der Stadt Herne wurden sie im Kulturzentrum für ihre großen Erfolge im Vorjahr mit Ehrenplaketten und weiteren Gaben versehen. Gut 180 Minuten dauerte die Show, Moderator Werner Hansch spickte die Ehrung mit einigen interessanten Interviews. Als Höhepunkt stand am Ende das Ergebnis der Mannschaftswahl des Jahres. Das Eishockeyteam des Herner EV, im letzten Jahr noch auf Platz zwei bei dieser Wahl, bekam diesmal die meisten Stimmen.

Es war die erste Veranstaltung, die auf neuen Ehrungskriterien beruhte. Die alte Ehrungsordnung von 1979 wurde im letzten Jahr erneuert und den zwischenzeitlichen Veränderungen in der Sportlandschaft angepasst. Mit doppelt positivem Effekt, wie Werner Hansch anmerkte: Quantitativ und qualitativ. Einerseits sei nämlich die Zeit vorbei, in der man sich fragte, „welcher Hintern soll das aussitzen“. Deutlich über 150 Athleten standen noch in den Vorjahren auf der Bühne und sorgten für eine regelrechte Marathonveranstaltung, jetzt waren es „nur“ noch 98. Anderseits bekämen die Erfolge, die noch geehrt werden, einen deutlich höheren Stellenwert.

Die 98 Ehrungen für das Jahr 2014 jedenfalls hatten es tatsächlich wieder in sich. 30 Deutsche Meister tummelten sich im KuZ, zudem die Basketball-Europameisterin Kitty Müller (HTC), die fünf Einradhockey-Weltmeister René Mischliewietz, Lukas Gers, Stefan Gers, Maximiliane Jaik und Ben Behrens (Baukauer TC), sowie die Weltmeisterinnen im Kegeln, Silke Blum (Verein Herner Kegler), und im Schwimmen, die unermüdliche Helga Reich (SC Wiking). Und viele weitere Athleten, die sich über Topplatzierungen bei diesen Meisterschaften freuen durften.

Welchen besonderen Aufwand Sportler in Herne mitunter auf sich nehmen, ließ sich Werner Hansch etwa von den Boogaloos berichten. Dem WM-Erfolg in Kanada ging immenser persönlicher Einsatz der Akteure voraus, vom Kalenderverkauf über Spendenlauf bis hin zu Rasenmähen. Hansch fragte sich: „Ob Manuel Neuer, Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger das auch auf sich genommen hätten, um Weltmeister zu werden?“

Neben den ganz großen Champions wurden auch wieder einige derjenigen geehrt, ohne die der Sport gar nicht möglich wäre: die Ehrenamtlichen in den Herner Sportvereinen.

Und auch der Stadtsportbund verlieh wieder seinen Ehrenpreis. Die diesjährige Auszeichnung ging an Gerhard Töberich (91). Da der Ehrenvorsitzende des SV Neptun aus gesundheitlichen Gründen nicht persönlich anwesend sein konnte, nahm Ex-SSB-Vorsitzender und Neptune Jürgen Cokelc den Preis stellvertretend entgegen.

Eingepackt war der sportliche Abend in ein unterhaltsames Showprogramm aus lokalen Acts der Jazzdance-Kombo „Be crazy“, den BTC-Cheerleadern „Claws“ und der Prinzengarde der Herner Karnevalsgesellschaft, sowie humorigen wie spektakulären Akrobatik-Darbietungen von Hausmeister Stanke und Cecilia Hedlund.