Marius Probst kann langen Spurt nicht mehr mitgehen

Im Endlauf der U23-EM in Tallinn konnte der Herner Marius Probst (Vordergrund), hier bei der Deutsche Meisterschafen U23 in Wetzlar, den langen Schlussspurt nicht mehr mitgehen.
Im Endlauf der U23-EM in Tallinn konnte der Herner Marius Probst (Vordergrund), hier bei der Deutsche Meisterschafen U23 in Wetzlar, den langen Schlussspurt nicht mehr mitgehen.
Foto: Wolfgang Birkenstock

Als Vorlaufsieger war Marius Probst mit der siebtbesten Zeit aller 18 Teilnehmer ins Finale eingezogen, im Endlauf aber konnte der junge Herner sein Potenzial nicht voll abrufen: Am Ende belegte der für den TV Wattenscheid 01 startende Mittelstreckler bei der U23-Europameisterschaft im estnischen Tallinn über 1500 Meter den elften Platz.-

3:47,50 Minuten wurden für den Deutschen U23-Meister gestoppt. Damit war er mehr als zwei Sekunden langsamer als im Vorlauf und verfehlte seine Bestzeit um etwa fünfeinhalb Sekunden. Den Sieg sicherte sich der Spanier Marc Alcalá (3:44,54 min) – ein Mann mit ähnlichen Spurtfähigkeiten, wie sie normalerweise auch Marius Probst besitzt.

Im Finale von Tallinn aber konnte der 19-jährige Herner Lehramtsstudent nicht mehr richtig mitgehen, als nach rund 1000 Metern das Tempo deutlich angezogen wurde. Und das nicht etwa, weil er keine Reserven mehr hatte, sondern wegen einer bereits zuvor erlittenen Verletzung. Nach dem Finale wurde bei Probst eine Oberschenkelverhärtung diagnostiziert.

Oberschenkelverhärtung veranlasst den jungen Herner fast zur Aufgabe

Schmerzen allerdings hatte er schon nach einer intensiven physiotherapeutischen Maßnahme nach dem Vorlauf am Donnerstag. Und deshalb war der Athlet des TV Wattenscheid schon traurig, dass er nicht zeigen konnte, was er drauf hat und was er im Vorlauf zumindest andeuten konntet: „Nach hinten raus konnte ich die Beine gar nicht mehr heben.“

Ans Aufhören habe er gedacht – eigentlich kaum vorstellbar bei der Kämpfernatur. Seinem Wattenscheider Trainer Tono Kirschbaum war klar, dass ein fitter Probst einiges hätte ausrichten können: „Es war ein taktisches Rennen, das Marius an sich sehr aufmerksam gestaltet hat. Leider konnte er den langen Spurt am Schluss nicht mehr kontern. Schade, denn der Rennverlauf kam ihm sehr entgegen.“

Und auch der Athlet selbst wusste, dass er mehr als eine Enttäuschung mit nach Hause nehmen kann aus Tallinn: „Das war doch mein erfolgreichstes Jahr bis jetzt. Ich habe es zur Europameisterschaft geschafft. Wer hat denn vor einem halben Jahr damit gerechnet? Es sind hier alle mächtig stolz auf mich. In zwei Jahren bin ich wieder dabei, und dann bin ich einer der Ältesten.“