Leverkusen hält TC Parkhaus in der Bundesliga

Mit einem knappen 11:9-Sieg im Matchtiebreak brachte Tobias Siechau den TC Parkhaus in Führung – es blieb der einzige Einzelpunkt.
Mit einem knappen 11:9-Sieg im Matchtiebreak brachte Tobias Siechau den TC Parkhaus in Führung – es blieb der einzige Einzelpunkt.
Foto: FUNKE Foto Services

TC Parkhaus Wanne-Eickel -
ETB SW Essen 3:6

Einzel: Vilen - Pretzsch 7:5, 4:6, 7:10; Senkbeil - Kaundinya 6:7 (5:7), 6:4, 4:10; Berg - Mühler 0:6, 5:7; Ehlert - Hörsch 6:4, 4:6, 5:10; Zielinski - Heinzinger 2:6, 4:6; Siechau - Riegels 4:6, 6:4, 11:9.

Doppel: Vilen/Senkbeil - Mühler/Riegels 6:7 (3:7), 2:6; Berg/Schneider - Kaundinya/Hinz 6:3, 6:4; Ehlert/Siechau - Becker/Bakin 3:6, 6:0, 10:7.

Lange schien es, als hätte sich alles gegen den TC Parkhaus Wanne-Eickel verschworen. Ein Einzel nach dem anderen ging gegen bärenstarke und hoch motivierte Essener verloren, und fast immer war auf Seiten der Gastgeber auch viel Pech dabei. Aber am Ende eines langen Tennistages durften sich dann alle Beteiligten ihr Bierchen schmecken lassen: Die Essener hatten sich mit einem überzeugenden Auftritt die Teilnahme an der DM-Endrunde gesichert, und auch die TCP-Cracks erreichten mit dem Klassenerhalt ihr Saisonziel – wenn auch nur dank fremder Hilfe: Bayer Leverkusen bezwang Ahrensburg mit 7:2 und hielt die Eickeler damit in der Eliteliga.

Als die Tennisfans auf der Leinwand sahen, wie Novak Djokovic seinen Matchball gegen Roger Federer zum Wimbledonsieg verwandelt, war die Stimmung im Clubhaus an der Reichsstraße gerade auf dem Tiefpunkt. Denn soeben war nebenan in der Tennishalle auch das letzte Einzel verloren gegangen. Tero Vilen hatte zwar alles gegeben, hatte Axel Pretzsch, ehemals Nr. 99 der Tenniswelt, den ersten Satz abgeknöpft und auch im Matchtiebreak noch mit 7:5 geführt, doch dann holte Pretzsch den Hammer raus. Wie Meteoriten schlugen seine brachialen Vorhandschüsse, oft inside-out geschlagen, auf Vilens Seite ein, und der flinke Finne konnte nur hinterhersehen. Mit 10:7 holte sich Pretzsch Satz und Sieg, und Sekunden später fand er sich im Kreise seiner hüpfenden Kollegen wieder. Essen führte uneinholbar mit 5:1, hatte Platz zwei sicher. Und für den TCP wurde es eng, verdammt eng.

Kurz bevor die Doppel auf den Platz gingen, kam jedoch die ersehnte, die erlösende Botschaft aus Leverkusen. Bayer, nach den Einzeln 4:2 vorn, hatte alle drei Doppel gewonnen, der TCP lag mit Ahrensburg nach Punkten (4:8) und Matches (20) gleichauf, hatte aber bereits mehr Sätze gewonnen. Der Abstieg war vermieden, die Doppel gerieten zu einer eher entspannten Zugabe für die Zuschauer, die zuvor reichlich Nerven gelassen hatten.

Schon die erste Einzelrunde verlief nicht eben optimal für die Hausherren. Alle drei Matches gingen in den finalen Durchgang, zweimal hatten die Gäste das bessere Ende für sich. Besonders ärgerlich war das für Frank Ehlert, der gegen Michael Hörsch bis zum 6:4, 4:1 groß aufspielte, dann aber sechs Spielbälle zum 5:1 ausließ. „Am Anfang lief es wie auf Schienen, aber dann ist der Zug leider entgleist“, ärgerte sich Ehlert. „Aber Hörsch hat dann auch alles getroffen.“

Umgekehrt verlief die Partie von Marc Senkbeil gegen Uwe Kaundinya, einen fantastischen Serve-and-Volley-Spieler der alten Schule, der bei einer 7:6-, 4:1-Führung klar auf der Siegerstraße lag. Aber plötzlich legte Senkbeil noch mal zu, schaffte endlich ein Break und machte fünf Spiele in Folge zum Satzausgleich – um den Champions Tiebreak dann wie nebenan Ehlert doch zu verlieren. Mehr Glück hatte zuvor Tobias Siechau, der nach nervösem Start aufdrehte auch im Matchtiebreak die Nerven behielt.

Mit 1:2 ging es in die zweite Runde, die in der Halle ausgetragen wurde. Zwei Siege sollten noch her, um die Chancen zu wahren. Doch diese Rechnung platzte schnell. Mariusz Zielinskis Zerrung riss wieder auf, der Pole konnte nur humpelnd weiterspielen, ein fest eingeplanter Punkt ging flöten. Nebenan mühte sich Björn Berg gegen den flinken Linkshänder Mühler vergeblich. Als dann auch Vilen gratulieren musste, sahen die Eickeler ihre Felle schwimmen. Bis die frohe Botschaft aus Leverkusen kam.