Kowalski: „Der Vorschlag, aufzulösen, kam von Jubt“

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Was wir bereits wissen
Jörg Kowalski widerspricht der Kritik von Sven Jubt und erklärt, warum die Transferverhandlungen über WhatsApp liefen.

Jörg Kowalski, sportlicher Leiter des DSC Wanne-Eickel, bedauert die Äußerungen von Sven Jubt: „Schade, dass er diesen Weg geht. Es gibt da Schwierigkeiten mit seiner Selbstwahrnehmung.“

Kowalski stellt den Lauf der Dinge so da: Er habe von Trainer Martin Stroetzel im Dezember mehr zufällig erfahren, dass Sven Jubt sich für die Vorbereitung und die ersten Spiele abgemeldet habe. Daraufhin habe er den Kontakt zum Spieler gesucht. „Für mich ist klar, dass der Beruf vorgeht, ich hatte Verständnis für seine Lage. Ich habe ihm da aber auch direkt zu erklären versucht, dass er ja nicht nach seinen Prüfungen direkt vollwertig einsetzbar ist. Auf diesem Niveau braucht ein Spieler ein gewisses Fitnesslevel, wir machen ja nicht umsonst sechs Wochen Vorbereitung.“ Jubt habe das nicht verstanden.

Jubts Beurlaubung wäre für den DSC in seiner Situation ein „Schlag ins Kontor“ gewesen, so Kowalski. Schließlich habe man René Lewejohann nicht als Jubt-Ersatz, sondern als zusätzliche Option verpflichtet: „Wir wollten einen Mittelstürmer dazu holen.“ Nach Gesprächen im Vorstand habe man Jubt gebeten, einen Antrag auf Beurlaubung zu stellen. Als dieser abgelehnt wurde, habe Jubt „erbost“ angerufen, der Verein habe kein Verständnis für seine Situation. „Ich habe ihm noch mal erklärt, dass er nicht direkt wieder vollwertig einsetzbar wäre. Aber er hat die Realität verkannt.“

Dass Jubt den neuen, leistungsbezogenen Vertrag ablehnte, kann Kowalski nicht verstehen: „Er wäre auf den gleichen Endbetrag gekommen, wenn er gespielt hätte. Im Sommer hätten wir wieder umstellen können.“ Jubt habe das Angebot umgehend beantwortet, es gebe zwei Optionen: Sein Gegenangebot oder Vertragsauflösung. „Der Vorschlag, aufzulösen, kam von ihm, darum ging es uns gar nicht“, so Kowalski. Jubt habe es darauf angelegt, der Verein konnte und wollte nicht nachgeben. Während der entscheidenden Tage habe er krank im Bett gelegen, so Kowalski. Deshalb habe man nicht persönlich kommunizieren können.

Trainer Martin Stroetzel bedauert Jubts Abgang: „Das ist sportlich und menschlich schade. Aber Sven wäre ohne Vorbereitung wohl nicht über den Status eines Stand-By-Spielers hinausgekommen. Das habe ich dem Vorstand gesagt. Schade, dass sie nicht übereingekommen sind.“