Körbe in Wasserburg hängen zu hoch

Gut gekämpft und doch verloren: Ersatzgeschwächt standen Teya Wright und die HTC-Damen in Wasserburg auf verlorenem Posten.
Gut gekämpft und doch verloren: Ersatzgeschwächt standen Teya Wright und die HTC-Damen in Wasserburg auf verlorenem Posten.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Siegesserie der HTC-Damen ist gerissen. Ohne Quenice Davis und Emina Karic verloren sie das Spitzenspiel bei Meister TSV Wasserburg mit 66:82.

TSV 1880 Wasserburg -
Herner TC 82:66

Viertel: 19:20, 19:11, 25:12, 19:23.

TSV: Breitreiner (17/2 Dreier), Cannon (16, 12 Rebounds), Jurcenkova (13), Sten (10/1), Peddy (8/2), Romeo (8/1), Brunck-horst (4), Vogel (3/1), Wagner (3).

Feldwurfquote: 47 % (30/63).

Freiwurfquote: 78 % (15/19).

Rebounds: 40 (26 defensiv, 14 offensiv).

HTC: Wright (19), Müller 815), Amojo 812), Barnes (8), Salomaa (6), Jankovic (2), Slavova-Naneva (2), Van der Velde (2).

Feldwurfquote: 44 % (24/54).

Freiwurfquote: 78 % (18/23).

Rebounds: 29 (23 defensiv, 6 offensiv).

Auf dem Papier war es das Gipfeltreffen der 1. Bundesliga, auf dem Parkett aber wähnten sich Hernes Basketballerinnen auf einer Art „Himmelfahrtskommando“. Ohne ihre verletzte Spielgestalterin Quenice Davis, ohne Kapitänin Emina Karic, die morgens um Halbsechs mit 39,7 Grad Fieber zum Treffpunkt kam und von Marek Piotrowski umgehend heimgeschickt wurde, dafür mit einer neunstündigen Busfahrt in den Knochen war auch der Tabellenzweite aus dem Revier nicht in der Lage, dem amtierenden Meister und aktuellen Spitzenreiter die erste Saisonniederlage beizubringen. Was niemanden wunderte.

Auch nicht den Herner Trainer. „Das war okay. Für diese Voraussetzungen haben wir uns gut verkauft, da will ich nicht meckern“, hakte Piotrowski das Ende einer tollen Siegesserie schnell ab.

Zumal er auch eine Menge Positives aus Wasserburg mitnahm. In einigen Phasen agierten die Hernerinnen nämlich durchaus auf Augenhöhe. So drehten sie nach einer ersten Auszeit beim 10:4 (5.) groß auf und lagen Mitte des zweiten Viertels sogar mit sieben Punkten vorn (19:26/14.), so dass sich TSV-Trainer Bastian Wernthaler genötigt sah, den Herner Lauf mit einer Auszeit zu unterbrechen und sein eigenes Team neu einzunorden. Mit Erfolg: Anne Breitreiner gab mit zwei Freiwurfpunkten und einem Dreier den Startschuss zu einem Wasserburger 15:0-Run (34:26/18.), und es dauerte geschlagene fünf Minuten, bis Erica Barnes von der Linie wieder ein Pünktchen aufs HTC-Konto packen konnte.

Zur Pause lag der HTC mit 31:38 noch in Schlagdistanz, auch wenn schon da niemand mehr so recht an eine Überraschung glauben wollte. Denn das schnelle, von beiden Seiten recht hart geführte Spiel kostete viel Kraft, und weil sich Neuzugang Zivanka Jankovic wie bei ihrem Debüt vor einer Woche erneut in kürzester Zeit drei Fouls einfing, konnte sie Ireti Amojo im Aufbau nicht wie gewünscht entlasten.

11:0-Run bringt die Entscheidung

Dennoch kämpften die Gäste auch nach Wiederbeginn beherzt weiter und hielten den Rückstand bis zum 43:52 (26.) meist im einstelligen Bereich. Dann allerdings ließen die Kräfte nach, und Wasserburg packte bis zum Viertelende noch einmal elf Punkte zur 63:43-Führung drauf. Damit war die Frage nach dem Sieger beantwortet. Der HTC eröffnete den Schlussabschnitt zwar mit sieben Punkten in Folge, aber dann machte Breitreiner mit einem weiteren Dreier zum 66:50 dem Herner Aufbegehren ein Ende, und diesen 16-Punkte-Vorsprung brachte der Meister routiniert ins Ziel.

Überschattet wurde die Schlussphase von einer unglücklichen Situation, in der sich Wasserburgs Topscorerin Emma Cannon verletzte. „Das tut uns leid. Wir wünschen ihr gute Besserung und hoffen, dass es nicht so schlimm ist“, sagte Piotrowski, der sich schon auf das Wiedersehen beim TOP 4 in Herne freut. „Das wird ein ganz anderes Spiel. Chancenlos sind wir da nicht.“