Köln wird der Gradmesser

Neue Nummer eins des Wanne-Eickeler Bundesligateams ist Tero Vilen.
Neue Nummer eins des Wanne-Eickeler Bundesligateams ist Tero Vilen.
Foto: WAZ

Auch in diesem Sommer ist an der Reichsstraße in Eickel wieder Bundesliga-Tennis zu bestaunen. Zwar backen die Herren 30 des TC Parkhaus Wanne-Eickel aller Voraussicht nach deutlich kleinere Brötchen als im Vorjahr, wo sie bei der Endrunde in München nur haarscharf den Gewinn der Deutschen Meisterschaft verpassten, auf hochklassige Matches mit spektakulären Ballwechseln und einige Tennisprominenz aber dürfen sich die Fans auch in dieser Spielzeit freuen, die am Pfingstsonntag um 11 Uhr mit der Partie beim Kölner THC Stadion Rot-Weiß auf der riesigen Anlage am Olympiaweg beginnt.

„Das wird ein erster Gradmesser sein für unsere neu formierte Mannschaft“, vermutet Niels Polenz, der als eine Art „Teamchef“ diese Aufgabe des langjährigen TCP-Trainers Dieter Davidsen übernimmt. Auch mit dem Uhlenhorster HC Hamburg, am Samstag kommender Woche erster Gast an der Reichsstraße, wähnen sich die Eickeler auf Augenhöhe. „Die ersten beiden Spiele geben die Richtung für uns vor“, sagt Polenz. „Unser Ziel ist definitiv erstmal der Klassenerhalt. Ob vielleicht noch mehr drin ist, sehen wir nach dem zweiten Spieltag.“

Mit voller Kapelle nach Köln

Um möglichst gleich in Köln eine Duftmarke zu setzen, lässt der TCP in der Domstadt seine beste Kapelle vorspielen, tritt also mit beiden Ausländern an. Der Finne Tero Vilen, die neue Nummer 1, hat schon das eine oder andere Mal in Herne sein Können gezeigt. Er hat viele Jahre für den RV Rauxel gespielt, war lange die Nummer eins der Westfalenligamannschaft in der offenen Klasse und schlug danach für die Herren 30 in der Regionalliga auf. Nachdem die Rauxeler in die Herren 40 wechselten, ließ TCP-Vorstandsmitglied Robert Sibbel seine Kontakte in die Nachbarstadt spielen und bekam bald die Zusage Vilens, mindestens drei Spiele für den TCP zu bestreiten. „Tero hat absolut das Niveau, das an Position eins verlangt wird“, ist Niels Polenz sicher.

Völlig unbekannt ist in der hiesigen Szene aber der Franzose Cedric Pruchniewski. Die neue Nummer 2 des TCP kommt auf Empfehlung des mehrfachen Senioren-Europameisters Christian Schäffkes, dem er im Vorjahr bei den European Seniors Open nur knapp unterlag. Auch Pruchniewski wurde für mindestens drei Spiele verpflichtet.

An Position drei folgt Marc Senkbeil, der bereits im Winter für den TCP aufschlug und maßgeblich am Gewinn der Westfalenmeisterschaft beteiligt war. Neue Nummer vier ist Björn Berg, der im letzten Sommer für GW Paderborn als Spitzenspieler in der Herren-Verbandsliga eine 4:2-Bilanz schaffte.

An den hinteren Positionen tauchen dann alte Bekannte auf: Frank Ehlert, Mariusz Zielinski und Tobias Siechau haben bereits bewiesen, dass sie in der höchsten deutschen Liga gut mithalten können. Vor allem Zielinski, ein zäher Kämpfer mit viel Spielwitz, dürfte an fünf oder sechs kaum zu schlagen sein.

Damit fühlen sich die Eickeler gut genug aufgestellt, um in der Nordgruppe mitzuhalten. Topfavorit ist fraglos der deutsche Meister aus Ratingen, der erneut Andre Ghem, Nicolas Kiefer und etliche weitere Profis auf seinem Meldebogen aufführt. „Allerdings weiß man ja nie, wer dann wirklich spielt“, wagt Niels Polenz keine Prognose. Offen ist auch, ob am 30. Mai ein Wimbledonsieger in Eickel vorspielt: Michael Stich ist im Hamburger Team an Nummer vier gemeldet.

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