Klaus Fischer kann den Fallrückzieher noch

Klaus Fischer (9) hat  seinen legendären Fallrückzieher nicht verlernt.
Klaus Fischer (9) hat seinen legendären Fallrückzieher nicht verlernt.
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Die Ü 40 des SC Westfalia hat die Traditionself von Schalke 04 am Rande einer Niederlage. Es war der Auftakt für einen aufregenden Sommer.

Mit der Erfahrung aus ein paar Tausend Bundesliga- und gut 200 Länderspielen machte die Traditionsmannschaft des FC Schalke 04 den altersbedingten Nachteil gegen die Ü 40 des SC Westfalia Herne wett. Das muntere Benefizspiel am Sonntag im Stadion am Schloss Strünkede endete nach zweimal 40 Minuten mit einem gerechten 2:2-Unentschieden. Über 200 Zuschauer fühlten sich dabei bestens unterhalten.

Viel Prominenz stand auf und neben dem Platz, als Hernes Torwart-Legende Hans Tilkowski den symbolischen Anstoß auf Klaus Fischer durchführte. Und „Mister Fallrückzieher“, der 1977 im Länderspiel gegen die Schweiz (4:1) das „Tor des Jahrhunderts“ erzielt hatte, weiß, was seine Fans noch immer von ihm sehen wollen. Nach einer maßgenauen Rechtsflanke in der 33. Minute stieg der 65-Jährige hoch, lag waagerecht in der Luft und setzte zu einem seiner legendären Rückzieher an. Dass Fischer den Ball um Haaresbreite verpasste, machte nichts – von den Rängen prasselte der Applaus nieder.

Ein Treffer gelang dem früheren Nationalstürmer, der in der ewigen Torschützenliste der Bundesliga Platz zwei hinter Gerd Müller belegt, an diesem Tag allerdings nicht. Das erledigten für Schalke Sven Laumann im Nachschuss nach einem von Holz gegen Yavuz abgewehrten Elfmeter und Guido Naumann. Den zweimaligen Rückstand gegen die Königsblauen egalisierte jeweils Miroslav Sola, der den 2:2-Ausgleich mit einem herrlichen Flugkopfball erzielte.

Das frühere Stürmer-Traumduo des SCW, Sami El Nounou und Michael Erzen, ging dagegen leer aus. Vor allem El Nounou klebte das Pech an Kopf und Stiefel – zweimal traf er nur Aluminium und scheiterte mehrfach an Osigus. „Wenn der Sami nur einen von seinen Hochkarätern macht, gewinnen wir das Spiel“, meinte Westfalias Ü40-Manager André Dohm, der dieses Benefizspiel mit Olaf Thon ausgemacht hatte.

Der Erlös von über 1000 Euro (200 Euro brachte die Versteigerung eines von den aktuellen Schalker Profis signierten Huntelaar-Trikots ein) geht zu gleichen Teilen an die Stiftung „Schalke hilft“ und die Hans-Tilkowski-Schule in Herne.

SCW fährt mit zahlreichen Anhängern zur Deutschen Meisterschaft

Das Benefizspiel gegen die Traditionself von Schalke 04 war für die Ü 40 des SC Westfalia der Auftakt zu einer Reihe hochklassiger Vergleiche in diesem Sommer. Im Juni tritt die Mannschaft zunächst bei den Westfalenmeisterschaften an, im August geht es um die Westdeutsche Meisterschaft – beide Titel werden auf dem Kleinfeld ausgespielt.

Sportlicher Höhepunkt wird dann die Deutsche Meisterschaft im September in Berlin, wo in unmittelbarer Nähe des Olympiastadions jeweils die beiden besten Teams aus Deutschlands Norden, Westen, Osten, Süden und Südwesten gegeneinander antreten. Dort beträgt die Spielzeit 30 Minuten auf dem großen Feld, nach einer Gruppenphase geht es um den Titel – mindestens ein Bus mit Fans und Freunden wird den SCW nach Berlin begleiten.

Spiel gegen VfL Bochum ist in Planung

Der Wechsel zwischen großen und kleinem Feld sei „eine Gratwanderung“, sagt Westfalias Ü 40-Manager André Dohm. „Um auf alles perfekt vorbereitet zu sein, trainieren wir zwei statt ein Mal pro Woche und nehmen an einigen Kleinfeldturnieren teil, dazwischen streuen wir Spiele auf dem großen Platz ein.“ Eines davon soll in diesem Sommer gegen die Traditionsmannschaft des VfL Bochum um Peter Peschel stattfinden.

Die Statistik zum Benefizspiel

SCW Herne Ü 40 – FC Schalke 04 2:2

Tore: 0:1 (25.) Laumann, 1:1 (36.) Sola, 1:2 (38.) Naumann, 2:2 (50.) Sola.

SCW: Holger Holz – Jörg Heel, Klaus Jäger, Sami El Nounou, Dirk Laudien, Christian Schäfers, André Dohm, Miroslav Sola, Henning Böning, Michael Erzen, Richard Grabszynski, Olaf Bruchhaus, Christian Aden, Jörg Lipinski, Andreas Köhler.

S04: Christof Osigus – Thomas Kruse, Markus Schwiderowski, Matthias Herget, Siegfried Bönighausen, Olaf Thon, Sven Laumann, Adrian Czyszczon, Günter Schlipper, Klaus Fischer, Guido Naumann, Tomasz Waldoch, Ralf Schulz, Ferry Schmidt, Meric Yavuz, Carsten Marquardt.