Keine „Kracher“ auf dem Markt

Dass man eine Mannschaft, die den Klassenerhalt mit Ach und Krach erst am letzten Spieltag schafft, verändern sollte, ist nachvollziehbar. Aus dem Team, das dem SC Westfalia Herne im letzten Juni mit dem 5:1 in Dornberg ein weiteres Jahr Fußball-Oberliga bescherte, blieb letztlich kaum ein Spieler übrig. 20 Leute gingen oder mussten gehen, darunter viele Eigengewächse, die den Fans längerfristig sicherlich eine Identifikationsmöglichkeit mit ihrem Verein gegeben hätten.

Diese Chance wurde verpasst. 20 neue Spieler kamen, der sportliche Aufschwung kam mit ihnen aber nicht. Ob die Fortsetzung der Talfahrt nun den begrenzten finanziellen Mitteln, falschen Entscheidungen der sportlichen Leitung oder einem Mix aus beidem geschuldet ist, sei dahingestellt.

Jetzt, als abgeschlagener Tabellenletzter, das Personalkarussell noch einmal anzuschmeißen, war zwangsläufig. Dass in der Winter-Wechselperiode richtige „Kracher“ oder absolute Wunschkandidaten zu bekommen sind, ist unwahrscheinlich. Was der Markt hergibt und was der Etat zulässt – das grenzt die Auswahl ein.

Die Trainer Holger Wortmann und Manuel Bölstler haben daher Wert gelegt auf die Einstellung, den Charakter der Neuen. Der SCW braucht wieder Spieler, die stolz sind, das Westfalia-Pferd auf der Brust zu tragen. Wenn nicht in dieser Saison, dann aber spätestens ab der nächsten.