Katzen lauern auf die Revanche

Auf ein engeres Match gegen die ChemCats (l.) als am letzten Sonntag müssen sich die Hernerinnen
Auf ein engeres Match gegen die ChemCats (l.) als am letzten Sonntag müssen sich die Hernerinnen
Foto: FUNKE Foto Services

Nur sechs Tage nach dem glatten 74:47-Sieg im Viertelfinale des DBBL-Pokals messen sich Hernes Bundesliga-Basketballerinnen am heutigen Samstag erneut mit den ChemCats Chemnitz. Ab 16.30 Uhr geht es in der Sporthalle am Schloßteich um Punkte in der 1. Bundesliga, welche die Katzen noch dringender brauchen als ihre Gäste aus dem Ruhrgebiet. Derzeit liegen sie nämlich auf einem Abstiegsplatz, den sie mit einem Erfolg über den Tabellendritten Herner TC wahrscheinlich verlassen würden.

Nicht nur deshalb wittert Marek Piotrowski Gefahr. „Der Pokalsieg ist kein Maßstab. Das wird kein Spaziergang, das wird ein ganz heißer Tanz“, warnt der Herner Headcoach. Und führt mehrere Gründe für diese Einschätzung an: „Chemnitz braucht die Punkte , will Revanche für die Niederlage letzte Woche. Wenn Tina Menz wieder an Bord ist, hat Chemnitz noch deutlich mehr Optionen und ist mit den Fans im Rücken brandgefährlich.“

Dass die 26-jährige Menz das Katzen-Rudel wieder anführt, davon geht Piotrowski ganz fest aus. „Sie ist als deutsche Nummer eins in der Lage, aus guten Einzelspielerinnen eine Mannschaft zu formen“, sieht der HTC-Trainer den Gegner mit der 58-fachen Nationalspielerin im Aufbau auf einem deutlich höheren Niveau. Zumal Menz als exzellente Dreierschützin eine weitere Qualität einbringt, die dem Team aus Sachsen am Sonntag in Herne weitgehend fehlte. Wirklich gefährlich war von außen nur die US-Flügelspielerin April Sykes, der in der zweiten Hälfte einige spektakuläre Würfe gelangen.

HTC dominiert unter den Körben

Noch augenfälliger war die Unterlegenheit der Katzen unter den Brettern. Zwar hatte der HTC anfangs große Probleme, die kräftige Molly Schlemer ohne Foul zu verteidigen, am Ende aber sprach die Rebound-Statistik mit 54 zu 24 überdeutlich für den HTC. Was für das heutige Aufeinandertreffen nichts heißen muss. „Wir haben das Spiel analysiert, Chemnitz auch. Sicher wird sich auch Vladimir Ivankovic etwas einfallen lassen“, ist Piotrowski gespannt, welche Lösungen sein Kollege aus dem Hut zaubert.

Zwei Nachteile muss der Tabellendritte ohnehin in Kauf nehmen. Die 500 Kilometer lange Anreise bei Sturm und Regen wird sich gewiss nicht leistungsfördernd auswirken. Zudem plagten sich unter der Woche mehrere Herner Spielerinnen mit Blessuren oder Grippesymptomen herum. Gut möglich, dass nicht alle im Vollbesitz ihrer Kräfte sind – sofern der HTC denn überhaupt komplett anreisen kann.