HTC will Top-4-Turnier nach Herne holen

Mit Freude sieht Vorsitzender Wolfgang Siebert auf die tollen Erfolge der Basketballerinnen – auch wenn sich daraus immer neue Aufgaben ergeben.
Mit Freude sieht Vorsitzender Wolfgang Siebert auf die tollen Erfolge der Basketballerinnen – auch wenn sich daraus immer neue Aufgaben ergeben.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der Herner TC prüft, ob er das Endturnier um den DBBL-Pokal in Herne ausrichten kann. Das erklärte Vorsitzender Wolfgang Siebert im Interview.

Vor zwei Jahren noch fast abgestiegen, haben sich die Bundesliga-Basketballerinnen des Herner TC seitdem an die nationale Spitze herangepirscht und als Dritter der Deutschen Meisterschaft 2014 bundesweit für Furore gesorgt. Auch in dieser Saison sind die Schützlinge von Marek Piotrowski wieder gut unterwegs und liegen derzeit in der DBBL auf Platz drei. Zudem haben sie erstmals das Pokalhalbfinale erreicht. Über diese Entwicklung und die sich daraus ergebenden Anforderungen unterhielt sich WAZ-Redakteur Wolfgang Volmer mit Wolfgang Siebert, dem Vorsitzenden des Mehrspartenvereins Herner TC.

Die Basketballerinnen haben das erfolgreichste Jahr ihrer Geschichte hinter sich. Wie sieht der Vorsitzende diese Entwicklung?

Ich sehe auch immer die anderen Abteilungen mit ganz tollen Erfolgen aufwarten, ob Fechter, Jazz- and Modern-Tänzerinnen oder Mountainbiker. Und ich sehe viele Breitensportgruppen. Beim Basketball ist die Basis die Jugendarbeit, die genießt Priorität. Auch da haben wir hervorragende Erfolge erzielt, unter anderem 2013 die Deutsche Meisterschaft der U15 geholt. Jetzt haben wir eine super Jugend-Bundesligamannschaft, die Chancen hat auf die Finalteilnahme, obwohl mit Anna Lappenküper und Malina Sola zwei Jugendnationalspielerinnen verletzt sind. Wir haben aber nicht wie andere Vereine nur ein paar überragende Spielerinnen, sondern sind in der Breite super aufgestellt, auch in der U15, mit der wir vielleicht an den Vorjahreserfolg noch mal anknüpfen möchten. Das wäre sensationell.

Da hat also der Vorsitzende des Gesamtvereins gesprochen und auch die Belange anderer Abteilungen mit vertreten.

Für mich ist wichtig, dass auch Mitglieder anderer Abteilungen zum Zuschauen kommen und dass auch die Mädchen vom Jazz- and Modern-Dance bei uns mal einen Auftritt haben. Dazu haben wir als Gast den Baukauer TC mit den kleinen Cheerleaderinnen. Ich finde es ganz toll, mit welchem Einsatz und Elan die dabei sind. Lokale Sportlerinnen sind für mich wichtiger als irgendwelche Profis, weil die einfach viel Herz mitbringen. Und Herz ist das, was den HTC auszeichnet.

Das Aushängeschild sind aber die Basketballdamen, die sich in der deutschen Spitze etabliert haben. Ist es da nicht der logische nächste Schritt, nach Titeln zu schielen?

Wir sind ja schon dritter Deutscher Meister geworden, das ist für mich so wie ein Titel. Unser Magier (gemeint ist Trainer Marek Piotrowski, d. Red.) hat den Kader sehr intelligent gewechselt. Diejenigen, die uns verlassen wollten und haben, wurden ganz toll ersetzt. Bei uns ist das Team der Star, jede kämpft für jede, das ist richtig schön zu sehen. Diese Mannschaft verdient einfach noch mehr Zuschauer.

Ist denn nicht auch bei den Besucherzahlen der Trend positiv?

Doch, schon. Wir haben nach und nach mehr Stammzuschauer. Und unser Businessclub ist richtig gut. Das hat am Samstag bei der Ligentagung in Frankfurt auch DBBL-Geschäftsführer Achim Barbknecht hervorgehoben. Was Herne bei Heimspielen aus seiner Turnhalle zaubere, sei beispielhaft für die ganze Liga. Der Service durch LMV ist grandios, da sieht man, was geht, wenn Profis so etwas gestalten.

Apropos Barbknecht. Hat er sich auch nach Sonntag noch einmal in Herne gemeldet? Es wird doch ein Ausrichter für das Top 4 gesucht.

Da sind wir beim nächsten Thema. Er hat uns die Standards zugemailt, das Prozedere. Am Sonntag wurden schon erste Stimmen laut, wir sollten es in Herne machen. Wir haben uns die Unterlagen angesehen, es gibt sehr hohe Anforderungen, auch im finanziellen Bereich. Jetzt wird gerechnet und geschaut, wer uns dabei helfen kann. Wir wollen ernsthaft eine Bewerbung für das Top-4-Turnier in Herne abgeben.

Das ist organisatorisch ja noch mal eine ganz andere Hausnummer.

Stimmt. Aber schon mit der Bewerbung bringen wir die Sportstadt Herne nach vorne. Als Haushaltssicherungsgemeinde können wir zwar nicht mit Sportstätten aufwarten wie Chemnitz oder Halle, aber dafür bringen wir viel Herzblut rein, und unser großes Helferteam kann eine Atmosphäre schaffen, in der sich jeder Gast wohlfühlt. Die Kosten dürften so zwischen 16 000 und 20 000 Euro liegen.

Kann der HTC das stemmen?

Über Eintritt und Catering können wir einen kleinen Teil reinholen. Im Wesentlichen müssen wir das Top 4 übers Marketing refinanzieren, mit einem Werbeheft, Werbetafeln oder auch einem Namenssponsor für das gesamte Turnier. Damit wäre es zu stemmen. daran arbeiten wir. Noch haben wir bis zum 19. Januar Zeit, unsere Bewerbung abzugeben.