HTC-Girls lösen Erdbeben aus

Eine ganz starke Verteidigung spielte nicht nur in dieser Szene Hernes Lea Schulte-Göcking (r.).
Eine ganz starke Verteidigung spielte nicht nur in dieser Szene Hernes Lea Schulte-Göcking (r.).
Foto: WP Michael Kleinrensing

Sie haben’s tatsächlich geschafft. Mit einem in dieser Höhe nie erwarteten 74:43-Sieg über den gastgebenden Topfavoriten TSV Hagen erschütterten die U17-Mädchen des Herner TC beim Nord-TOP4 die Basketballwelt und qualifizierten sich für das Endturnier der vier besten deutschen Mannschaften, das am 2. und 3. Mai in Wolfenbüttel stattfindet. Weitere Teilnehmer sind dann die beiden Süd-Vertreter Rhöndorfer TV und die Basket-Girls Rhein-Neckar.

Das „Erdbeben“, von dem auf der Homepage des Basketball-Bundes zu lesen ist, ereignete sich bereits im ersten Turnierspiel. Ausgelöst wurde es von den HTC-Mädchen, die beide Punktspiele gegen Hagen verloren hatten, jetzt aber zwei weitere Trümpfe aus dem Ärmel zogen: Den U16-Nationalspielerinnen Anna Lappenküper und Malina Sola fehlte nach langwierigen Verletzungen zwar noch Spielpraxis, beide brachten mit ihrer individuellen Klasse aber noch mehr Qualität und Tiefe in den Kader von Mario Zurkowski.

Und das zahlte sich aus. Vor 250 Zuschauern, darunter 60 Hernern, eröffnete Auswahlspielerin Leonie Schütter mit einem Freiwurf den Punktereigen, doch das 1:0 sollte die einzige Hagener Führung bleiben. Gegen die leidenschaftlich verteidigenden HTC-Girls kamen die Hagenerinnen kaum zu freien Würfen, zeigten dann auch Nerven und schossen viele Fahrkarten. Ganz anders sah es auf der Gegenseite aus. Der HTC spielte seine Systeme diszipliniert durch, brachte immer wieder andere Spielerinnen in gute Wurfposition und setzte sich über 18:9 bis zur Pause auf 31:19 ab.

Die Überraschung lag in der Luft, und der HTC setzte nach. Mit einer weiteren Tempoverschärfung zogen die Herner Mädels ihren tapfer kämpfenden Gegnerinnen im dritten Viertel endgültig den Zahn und nahmen einen satten 54:33-Vorsprung mit in den Schlussabschnitt, der nie mehr in Gefahr geriet. Während der entzauberte Favorit Trauer trug, kannte der Jubel auf Herner Seiten keine Grenzen mehr.

Das Hauptziel war erreicht, die Qualifikation für das Turnier der vier besten deutschen U17-Teams geschafft. Jetzt galt es, sich auf das Endspiel am Tag darauf zu fokussieren. Schließlich ging es auch um das Heimrecht für das TOP4-Turnier.

Gegen die Girls Baskets Braunschweig-Wolfenbüttel, die Chemnitz mit 62:52 bezwungen hatten, entwickelte sich von Beginn an ein Spiel auf Augenhöhe. Nach den physischen und psychischen Strapazen fehlte den HTC-Mädchen die Frische, um dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Zudem kennen sich beide Teams in- und auswendig. Nach dem ersten Viertel führte Herne (14:12), nach den folgenden drei Abschnitten stand stets ein Remis auf der Anzeigetafel. So ging es in die Verlängerung, wo sich Wolfenbüttel mit 61:57 durchsetzte.

Mario Zurkowski trug es mit Fassung. „Wir sind glücklich mit diesem tollen Ergebnis und wollen versuchen, beim Final Four eine gute Rolle zu spielen“, sagte Hernes Trainer.