HTC-Damen stürmen locker ins Halbfinale

Mit der Lettin Liene Priede (l.) rangelt HTC-Spielmacherin Quenice Davis hier um den Ball. Im Hintergrund lauert Teya Wright.
Mit der Lettin Liene Priede (l.) rangelt HTC-Spielmacherin Quenice Davis hier um den Ball. Im Hintergrund lauert Teya Wright.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Herner TC hat erstmals das Halbfinale im DBBL-Pokal erreicht. Der überlegene 74:47-Sieg über Chemnitz war in keiner Phase gefährdet.

Herner TC -
ChemCats Chemnitz 74:47

Viertel: 20:10, 16:12, 21:8, 17:17.

HTC: Wright (18, 14 Rebounds), Amojo (14/3 Dreier), Salomaa (10/3), Davis (10), Karic (9), Barnes (8), Slavova-Naneva (3), Müller (2), Van der Velde, Kassack, Callahan. Rebounds: 54 (231 defensiv, 23 offensiv). Wurfquote: 40 % (27/68). Freiwurfquote: 78 % (14/18).

Chemnitz: Schlemer (14), Davidson (11/1), Sykes (8), Böhmke (6), Dzinic (4), Priede (2), Mihalyi (1), Bondarenko (1), Peroche. Rebounds: 24 (19 offensiv, 5 defensiv). Wurfquote: 33 % (1751). Freiwurfquote: 71 % (10/14).

Mit einem historischen Erfolg starteten Hernes Basketballerinnen ins neue Jahr: Durch einen in keiner Phase gefährdeten 74:47-Erfolg über den Ligarivalen aus Chemnitz erreichten die HTC-Damen erstmals in ihrer Vereinsgeschichte das Final-Four-Turnier um den DBBL-Pokal, in dem am 21./22. März an einem noch zu bestimmenden Ort die letzten Vier den Deutschen Pokalsieger 2015 ermitteln. Mit im Rennen sind noch der letztjährige Double-Gewinner TSV Wasserburg, die Rhein-Main Baskets und Zweitligist GiroLive Panthers aus Osnabrück.

Nach nur einer Trainingswoche klappte bei beiden Teams längst nicht alles. Nach jeweils drei erfolglosen Angriffen war es Teya Wright, die mit zwei Freiwurftreffern nach 1:55 Minuten die ersten Punkte des Jahres erzielte. Der HTC lag in Führung – und er gab sie bis zum Ende nicht mehr ab. Von 6:4 (6.) setzten sich die Hernerinnen mit einem ersten Zwischenspurt auf 14:4 (7.) ab, und diesen Zehn-Punkte-Vorsprung verteidigten sie auch bis zum Viertelende. Auffälligste Spielerin im ersten Abschnitt war Ireti Amojo, die zwei Dreier versenkte und insgesamt sieben Punkte verbuchte. Die 13 übrigen Zähler verteilten sich auf sechs Spielerinnen – sichtbares Zeichen für die Tiefe des Kaders, in diesem Jahr die größte Stärke des HTC.

Die Gäste hingegen lebten zu Beginn vornehmlich von Molly Schlemer, die fast als einzige punktete und zudem etliche Fouls zog. Daran änderte sich im zweiten Viertel wenig. Einzig die US-Centerin bereitete der bissigen HTC-Defense einige Probleme, und vorne war der HTC unberechenbar. Mal legten Wright oder Barnes den Ball ins Korb, mal zog Quenice Davis energisch zum Brett oder Henna Salomaa nahm von weit draußen Maß – zu viele Optionen für die Deckung der ohne ihre Spielmacherin Tina Menz angereisten ChemCats.

Beim 36:22-Halbzeitstand glaubte kaum noch jemand an ein Comeback der Gäste. Offenbar auch nicht die HTC-Damen, die unkonzentriert aus der Kabine kamen. Trainer Marek Piotrowski sah es sich nicht lange aus, nahm bei 38:27 (23.) Auszeit und rüttelte sein Team lautstark wach. Das hatte verstanden. Mit einem 14:0-Run zum 52:27 (29.) stutzte der HTC den Katzen endgültig die Krallen und konnte den Sieg danach locker ins Ziel schaukeln. Fast hätte Debütantin Jule Kassack den Schlusspunkt gesetzt, aber der Dreier der 15-Jährigen verfehlte knapp das Ziel.