HTC-Damen scheitern an Freiburg

Auch Ireti Amojo (weiß) kämpfte verzweifelt gegen die Niederlage, konnte das Ausscheiden des Herner TC gegen Freiburg aber nicht verhindern.
Auch Ireti Amojo (weiß) kämpfte verzweifelt gegen die Niederlage, konnte das Ausscheiden des Herner TC gegen Freiburg aber nicht verhindern.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Bereits in der ersten Playoff-Runde kam das Aus für Hernes Basketballerinnen. Nach dem 57:72 in Freiburg ist die Saison für den Hauptrunden-Zweiten beendet.

Eisvögel USC Freiburg -
Herner TC 72:57

Viertel: 9:17, 14:12, 25:11, 24:17.

USC: Knudsen (17/3 Dreier), Williams Godbold (14), Lucet (12/2), Dzirma (12), Hoffmann (10), Sowell (7), Hodapp, Lehtoranta, Heck, Ouedraogo,, Schipek, Zehender.

Wurfquote Feld: 38 % (25/65).

Freiwurfquote: 89 % (17/19).

Rebounds: 43 (29 defensiv, 14 offensiv).

HTC: Davis (15), Amojo (9/1), Barnes (8), Müller (8), Slavova-Naneva (6/1), Wright (6), Karic (5), Van der Velde, Jankovic.

Wurfquote Feld: 31 % (20/63).

Freiwurfquote: 83 % (15/18).

Rebounds: 40 (26 defensiv, 14 offensiv).

Aus und vorbei. In Freiburg endete am Karsamstag die Saison 2014/15 für Hernes Bundesliga-Basketballerinnen. Durch Verletzungen und Krankheiten arg mitgenommen, wehrte sich das HTC-Team zwar nach besten Kräften, konnte die nach ihrem Hinspiel-Coup sehr aggressiven und selbstbewussten Eisvögel aber nur eine Halbzeit lang bändigen. Als Teya Wright kurz vor der Pause mit Verdacht auf Kreuzbandriss vom Feld geführt wurde, erstarben die Herner Hoffnungen, ins Playoff-Halbfinale einzuziehen. Es war ein weiterer, allen besonders nahe gehender Schock, von dem sich der HTC nicht mehr erholte.

„Das ist die schlimmste Nachricht. Sicher ist das Ausscheiden bitter. Aber dass Wright, die vor zwei Jahren die böse Ellbogenverletzung erlitt, jetzt erneut so schwer verletzt ist, das schmerzt noch mehr“, war HTC-Trainer Marek Piotrowski in Gedanken ganz bei seiner Centerin, die in so vielen Spielen den Unterschied ausgemacht hat.

Die Partie in der Unihalle begann wie eine Kopie des Hinspiels. Beide Teams gaben von Beginn an Vollgas, verteidigten hart und aggressiv, leisteten sich in ihrer Hektik aber viele Ballverluste und vergaben auch einfache Korbleger. Wieder legte Freiburg vor (3:0/2.), ehe der HTC nach dem ersten Korb von Ireti Amojo seine Linie fand und sich Punkt für Punkt absetzte. Am Viertelende führte Herne mit 17:9, und dabei war durchaus noch Luft nach oben.

Der Start ins zweite Viertel aber misslang völlig. Zwar wurden Freiburgs gefürchtete Distanzwerferinnen Lucet und Knudsen weiter effektiv verteidigt, doch nun dominierten die Eisvögel die Bretter, fischten sich fast alle Rebounds und kamen über Hoffmann und Sowell zu einfachen Punkten. Weil auf der anderen Seite überhaupt nichts mehr durch den Ring fiel, war Freiburg beim 17:17 (14.) wieder dran.

Höchste Zeit für Marek Piotrowski, seinen letzten Trumpf auszuspielen: Er brachte Teya Wright, die im Hinspiel einen Ellbogen ins Gesicht bekommen hatte. Die 25-Jährige konnte die ganze Woche nicht trainieren und war nur für den Notfall mitgefahren. Nun war der Notfall eingetreten. Wright betrat das Parkett, und schon änderten sich die Kräfteverhältnisse unter den Brettern. In der 16. Minute beendete die US-Centerin die Flaute des Herner Angriffs mit den ersten Punkten des zweiten Viertels zum 17:19. Den Ausgleich beantwortete erneut Wright, und auch der Korb zum 21:23 ging wieder auf ihr Konto. Wright war „on fire“.

Und dann passierte es. Bei Amojos Wurf zum 23:25 stieg die Centerin zum Rebound hoch, landete unglücklich, und ein Schrei gellte durch die Halle. Drei, vier Minuten lang wurde Wright behandelt, dann wurde sie vom Feld geführt. Und allen Hernern war klar, dass es für den Rest der Saison ohne die neben Quenice Davis wichtigste HTC-Spielerin gehen müsste.

„Das haben wir bis zum Ende nicht verarbeitet“, sah Trainer Piotrowski hier den Knackpunkt des Spiels. So schmolz die 29:23-Pausenführung schnell dahin, und bald lagen die Eisvögel mit 39:32 vorn (26.). Herne versuchte zu kontern, verkürzte auf 40:43, bevor die nun wie entfesselte Knudsen mit fünf Punkten in den letzten Sekunden des dritten Viertels ihr Team endgültig auf die Siegerstraße brachte.

Im Schlussabschnitt fehlten dem HTC Kraft und personelle Alternativen, um noch einmal zurückzukommen. „Am Ende hat sich Freiburg dann in einen Rausch gespielt“, so Piotrowski. Trotz des unglücklichen Endes sprach er von einer guten Saison. „Wir haben einen Schritt nach vorn gemacht. Nach Platz zwei in der Runde hatten wir Appetit auf mehr, aber wir sind nicht satt geworden. Das werden wir analysieren und unsere Lehren daraus ziehen.“