HTC-Damen beweisen Moral und reißen Spiel aus dem Feuer

Keinen guten Tag erwischte Quanice Davis (2.v.r.) in Chemnitz. Trotzdem reichte es für die HTC-Damen zu einem glücklichen Sieg – vor allem dank der 27 Punkte von Teya Wright (r.)
Keinen guten Tag erwischte Quanice Davis (2.v.r.) in Chemnitz. Trotzdem reichte es für die HTC-Damen zu einem glücklichen Sieg – vor allem dank der 27 Punkte von Teya Wright (r.)
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Was wir bereits wissen
Gute Moral und starke Nerven bewiesen Hernes Bundesliga-Basketballerinnen in Chemnitz. Nach Verlängerung setzten sie sich mit 81:77 durch.

ChemCats Chemnitz -
Herner TC 77:81 n.V.

Viertel: 11:11, 24:20, 26:28, 10:12; 6:10.

Chemnitz: Davidson (17/3 Dreier), Schlemer (16), Sykes (14/1), Menz (13), Priede (8), Mihalyi (6), Dzinic (2), Bondarenko (1), Böhmke, Kluge, Peroche.

HTC: Wright (27), Barnes (20), Karic (10), Müller (10), Salomaa (7/1), Davis (4), Van der Velde (3), Slavova-Naneva, Callahan, Kassack.

Zweimal hatten sie die Niederlage dicht vor Augen, zweimal bewahrten sie die Nerven und zeigten Moral. Am Ende durften Hernes Bundesliga-Basketballerinnen jubeln. Sie hatten ein Spiel gewonnen, bei dem längst nicht alles perfekt gelaufen war. Aber genau diese Fähigkeit zeichnet ein Spitzenteam ja aus.

Die verletzte Ireti Amojo in Zivil auf der Bank, Charmaine Callahan nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte – viele Optionen hatte Marcin Dolega nicht, der den erkrankt zuhause mitfiebernden Headcoach Marek Piotrowski vertrat. Dennoch hätte der HTC sich die Verlängerung ersparen können, wenn nicht sein Motor gestockt hätte: Quenice Davis, durch eine Daumenverletzung gehandicapt, traf nur zwei von zehn Würfen und keinen ihrer vier Freiwürfe.

So fand der HTC nur schwer ins Spiel. Die ersten drei, vier Würfe verfehlten ihr Ziel, erst in Minute vier markierte Teya Wright die Punkte zum 2:2. Weil auch die ChemCats offensiv wenig zustande brachten, ging es mit 11:11 in die erste kleine Pause. Zu Beginn des zweiten Viertels setzten sich die Katzen auf 17:11 (12.) ab. Erst Ende des dritten Viertels war Herne wieder dran und übernahm beim 54:55 (29.) kurzzeitig wieder die Führung – Verdienst in erster Linie von Teya Wright und Erica Barnes, die zumindest ihre Offensivqualitäten in die Waagschale warfen.

Die Wende aber bedeutete das nicht. Im Gegenteil. Chemnitz konterte, zog erneut auf sechs Punkte davon (69:63/35.), leistete sich aber weiter viele Ballverluste. Als Menz sich mit fünf Fouls verabschiedete (38.), flatterten den Katzen die Nerven. Wright glich zum 69:69 aus, Davidsons Korb beantwortete Barnes mit dem 71:71 (40.). Weil beide Teams danach ihre Chancen versiebten, ging es in die Verlängerung.

Und die geriet zum Nervenspiel. Es hagelte Fahrkarten und Ballverluste – bis Davidson zwei Freiwürfe versenkte. Sykes und Mihalyi legten nach, Chemnitz führte 77:71, bevor Emina Karic die Herner Flaute beendete (44.). Dolega brachte Henna Salomaa, und die Finnin nagelte umgehend einen Dreier in die Reuse (40.). Sieben Sekunden vor Schluss stahl Davis den Ball und traf zum 77:78, ehe Wright (2) und Karic den Sieg von der Linie perfekt machten.