HTC-Damen behalten stets die Kontrolle

Ein ganz starkes Spiel machte in Langen Hernes junge Kapitänin Emina Karic (l.).
Ein ganz starkes Spiel machte in Langen Hernes junge Kapitänin Emina Karic (l.).
Foto: Michael Korte
Was wir bereits wissen
Durch Verletzungen geschwächte Hernerinnen lösen ihre Aufgabe beim Vorletzten souverän und bezwingen die Rhein-Main Baskets mit 75:60.

Rhein-Main Baskets -
Herner TC 60:75

Viertel: 11:14, 20:23, 17:17, 12:21.

Punkte RMB: Yohn (11/3 Dreier), Redmon (11/1), Rexroth (9/2), Rintala (9), Pieczynski (7), M. Greunke (6), Ripper (4), P. Dietrich (3/1).

Punkte HTC: Amojo (17/2), Wright (17), Karic (15), Müller (8/2), Slavova-Naneva (8), Barnes (6), Salomaa (2), Van der Velde (2).

Bad Aibling bleibt wohl ein einmaliger Ausrutscher. Anders als Anfang November im Firedome, als sie dem Schlusslicht leichtfertig den ersten Saisonsieg auf dem Silbertablett servierten, erledigten Hernes Bundesliga-Basketballerinnen diesmal ihren Job bei einem Kellerkind souverän und seriös. Obwohl die Rhein-Main Baskets zäh und engagiert dagegenhielten und sich nie völlig abschütteln ließen, kontrollierten die HTC-Damen die Partie über die vollen vierzig Minuten und brachten ihren sechsten Sieg in Folge letztlich ungefährdet nach Hause.

So zufrieden Marek Piotrowski mit dem Auftritt seines Teams war, so groß war sein Respekt vor der Leistung des Gegners. „Rhein-Main hat nicht wie ein Absteiger gespielt. Die haben sehr bissig und sehr hart verteidigt, hatten uns offenbar gut studiert und haben uns das Leben ganz schön schwer gemacht“, pustete der Herner Headcoach nach der Schlusssirene erleichtert durch. „Wie so oft hat ein neuer Trainer neue Impulse frei gesetzt. Aber darauf waren wir auch eingestellt.“

Teya Wright eröffnet die Korbjagd

Schon im Vorfeld hatte Piotrowski seinen Damen gepredigt, die Partie hoch konzentriert anzugehen. Trotzdem leisteten die sich zu Beginn zwei, drei Ballverluste, und nur weil die Baskets gute Wurfchancen ausließen, war es Teya Wright, die mit einem Dreipunktspiel zum 0:3 (3.) die erste Ziffer auf das Scoreboard schrieb. Der Favorit hatte die Führung übernommen – und gab sie nur noch einmal für wenige Sekunden ab, als Katlyn Yohn per „Dreier“ zum 6:6 ausglich (5.). Die Antwort kam postwendend, und sie kam erneut von Teya Wright, die immer zur Stelle war, wenn sie gebraucht wurde, sich zwischendurch aber auch mal ein Päuschen gönnen konnte.

Ohnehin war Marek Piotrowski von Beginn an darauf bedacht, mit den Kräften seines durch Verletzungen dezimierten Kaders hauszuhalten. So wechselte er schon im ersten Viertel fleißig durch, und stets kam von der Bank viel Qualität. So führte sich Kapitänin Emina Karic, die wegen ihrer Fußverletzung eine Woche lang nicht trainiert hatte, gleich mit einem Steal plus erfolgreichen Fastbreak ein. Neben Ireti Amojo war Karic fortan auffälligste Hernerin, zog oft mit zwei, drei schnellen Schritten unwiderstehlich zum Korb und schloss sicher ab.

Mitunter verhedderten sich die Herner Angriffe aber auch im engmaschigen Verteidigungsnetz der flinken Baskets, die sich zudem aus der Distanz treffsicher zeigten und sieben Dreier versenkten. Entscheidend absetzen konnte sich der Gast deshalb nicht. Meist pendelte die Führung zwischen drei und sechs Punkten, nur beim 23:33 (18.) lag sie einmal im zweistelligen Bereich. Und mehrfach war das Team von Steffen Brockmann sogar auf einen Punkt dran, zuletzt beim 43:44 Mitte des dritten Viertels.

Dennoch hatten auch die wenigen, aber lautstarken Herner Fans in Langen nie das Gefühl, dass etwas anbrennen würde. Sobald es eng wurde, erhöhten die Gäste den Druck, steigerten die Intensität in der Defense und kamen zu Ballgewinnen, die sie in leichte Punkte ummünzten. So machten Erica Barnes, Wright (4) und Karic binnen zwei Minuten aus dem 43:44 ein 43:52 (28.), und als den Baskets im letzten Viertel die Kräfte schwanden, zog der HTC ihnen mit einem 14:3-Run zum 54:71 (38.) endgültig den Zahn. „Mit kleiner Rotation haben wir ein schweres Spiel gewonnen“, freute sich Trainer Piotrowski.