HEV lässt Punkt gegen die Eisbären liegen

Drückend überlegend, aber im Abschluss zu schwach: Robin Loecke (links) und der Herner EV konnten die Partie gegen die Hammer Eisbären erst in der Verlängerung für sich entscheiden.
Drückend überlegend, aber im Abschluss zu schwach: Robin Loecke (links) und der Herner EV konnten die Partie gegen die Hammer Eisbären erst in der Verlängerung für sich entscheiden.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Im letzten Heimspiel der Westgruppe verschenkte der Herner EV einen weiteren Punkt. Erst in der Verlängerung gelang Sören Hauptig der 3:2-Siegtreffer gegen Hamm.

Herner EV -
Hammer Eisbären 3:2 n.V.

Drittelergebnisse: 1:1, 1:0, 0:1.
Tore: 0:1 (10:44, 5-4), 1:1 (12:42) Maas (Schneider), 2:1 (28:34, 5-4) Maas (Svejda/Ackers), 2:2 (52:13), 3:2 (64:51, 5-3) Hauptig (Dreischer/Svejda).
Strafminuten: Herne 8 plus 10 (Nieberle) – Hamm 18 plus 10.

Auch an diesem Freitag ließ der HEV gegen einen Außenseiter einen Zähler liegen. Wie zuvor in Neuss mussten die Gysenberger auch gegen die Hammer Eisbären in die Verlängerung, in der Sören Hauptig neun Sekunden vor dem Ende traf. Auf die Ausgangssituation im Kampf um die Vizemeisterschaft am Sonntag hatte der Punktverlust keine Auswirkungen.

Dafür war er unnötig wie ein Kropf, denn vor 1281 Zuschauern war der HEV über die gesamte Dauer hoch überlegen. Sperren, Verletzungen und einige kurzfristige Abgänge hatten das Hammer Aufgebot auf zehn Feldspieler schrumpfen lassen und die rührten Beton an. Spiel nach vorne war von den Gästen offenbar nicht geplant, obwohl die Eisbären in Führung gingen. Das Powerplaytor war der erste gefährliche Schuss in die Richtung von Benjamin Voigt.

Auf der Gegenseite gab es davon ein Vielfaches, doch das Tempo, um den dezimierten Gegner müde zu spielen, fehlte dem HEV. Der wollte offenbar kurz vor Endrundenbeginn kein Risiko mehr gehen und zeigte erst ab dem zweiten Drittel mehr Zug zum Tor. Nach Lorenzo Maas’ zweitem Treffer schien schließlich alles den erwarteten Gang zu gehen, doch auf weitere Tore ihres Teams warteten die Herner Fans vergeblich. Die Gastgeber spielten in eine Richtung, vergaben dabei eine Chance nach der anderen und wurden schließlich bestraft. Eine von vielen Schussserien endete mit einem Puckverlust, und weil die Absicherung nach hinten fehlte, bekam Hamm die seltene Kontergelegenheit und nutzte sie zum 2:2.

Das entsprach nicht im Geringsten dem Spielverlauf, doch der Punkt war verschenkt. Für einen weiteren Missklang in der bis dahin absolut fairen Partie sorgte der Ex-Herner Lars Gerike, der Michel Ackers in der Verlängerung mit einem üblen Stockschlag aufs Eis schickte. Christian Nieberle schwang sich zum Racheengel auf, kassierte für die Prügeleinlage seine dritte Zehn-Minuten-Strafe und verschaffte sich damit einen freien Sonntag. Die anschließende 5:3-Überzahl nutzte der HEV dann zur Entscheidung.

Gästetrainer Daniel Galonska konnte hinterher sein Glück kaum fassen: „Wir hatten hier nicht mit einem Punkt gerechnet. Meine Mannschaft hat defensiv gut gestanden und kann die Halle mit breiter Brust verlassen.“ Weniger zufrieden war HEV-Coach Frank Petrozza: „Wir haben auf ein Tor gespielt und trotzdem einen Punkt verloren. Da nutzt das beste Schussverhältnis nichts, das ist nur Statistik. Wir müssen unsere Chancen einfach besser nutzen.“