HEV-Kollektiv deklassiert Moskitos

Herner EV -
Moskitos Essen 7:3

Drittelergebnisse: 3:0, 2:1, 2:2.

Tore: 1:0 (6:42, 5-4) Ackers (Dreischer/Nieberle), 2:0 (10:29) Rasper (Luft/Ackers), 3:0 (19:58, 5-4) Maas (Weidekamp), 3:1 (29:35, 5-3), 4:1 (36:11, Penalty) Ackers, 5:1 (39:56, 5-4) Kreuzmann (Dreischer/Nieberle), 5:2 (44:26, 4-5), 6:2 (48:55) Dreischer (Loecke/Schneider), 7:2 (52:49) Luft (Rasper/Nieberle), 7:3 (56:18).

Strafminuten: Herne 22 - Essen 17 plus Spieldauer.

Keine Kontis, keine Chance? Wer den HEV vor dem Derby gegen die Essener Moskitos nach dem Ausfall seiner beiden Topstürmer Jakub Rumpel und Jiri Svejda von vornherein abgeschrieben hatte, bekam gestern am Gysenberg eine Lehrstunde in Sachen Kollektivleistung erteilt. Der Rest des Teams begeisterte vor 1306 Fans mit unbändigem Siegeswillen und gewann am Ende auch in der Höhe verdient.

Dass die Zuschauerzahl weit hinter der des letzten Duells der beiden Erzrivalen zurückblieb, ließ vermuten, dass viele HEV-Anhänger ihrer Mannschaft eine derartige Energieleistung nicht zugetraut hatten. Doch das Team widerlegte von der ersten Minute an alle Skeptiker und legte eine Spielfreude an den Tag, die mit einer puren Trotzreaktion allein kaum erklärbar war. Zwar fehlte dem Klassiker die Intensität des letzten Aufeinandertreffens, doch das lag ausschließlich an den Gästen, die den angebotenen Kampf einfach nicht annahmen und auf ganzer Linie enttäuschten.

Das sah hinterher auch Frank Gentges so: „Das Ergebnis geht in Ordnung, da muss man gar nicht diskutieren. Herne hatte eine ganz andere Körpersprache, uns fehlte jegliche Aggressivität. Auch in Überzahl haben wir so gut wie nichts getroffen“, resümierte der ESC-Trainer und meinte mit seinem Schlusssatz vor allem das zweite Drittel. Da nämlich hatten seine Spieler bei insgesamt sieben Zeitstrafen gegen den HEV reichlich Gelegenheit, noch einmal heranzukommen, doch ein einziges Tor bei doppelter Überzahl war die ganze dürftige Ausbeute. „Fällt da das 3:2, geht das Spiel vielleicht anders aus“, sinnierte HEV-Coach Frank Petrozza, der vom couragierten Auftreten seiner Mannschaft schlicht überwältigt war: „Für diese Teamleistung fehlen mir einfach die Worte.“

Bereits im ersten Drittel machten die Gastgeber aus der personellen Not eine Tugend, spielten einfach und schossen, wann immer sich die Gelegenheit ergab. „Drei Tore bei sechs Schüssen“, rechnete Frank Gentges hinterher vor und zollte der Effektivität der HEV-Angriffe Respekt. Auf der Gegenseite wurde der grippekranke Benjamin Voigt kaum vermisst, weil auch Hernes 17-jähriger Backup-Goalie Michel Weidekamp eine Glanzleistung zeigte, fast jede Scheibe festhielt und den Essener Angreifern kaum Gelegenheit zum Nachschuss gab. „Er hat überragend gehalten“, lautete Frank Petrozzas Sonderlob.

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