Herne sucht seinen Hallenkönig

Immer wieder konnten Außenseiter beim Sodinger Turnier vorne mitmischen. Im Vorjahr war es der VfB Börnig, der den zweiten Platz feiern durfte.
Immer wieder konnten Außenseiter beim Sodinger Turnier vorne mitmischen. Im Vorjahr war es der VfB Börnig, der den zweiten Platz feiern durfte.
Foto: MARTIN KERSTAN FOTOGRAFIE / WAZ
Was wir bereits wissen
Am Wochenende ermitteln Hernes Fußballer wieder ihren Hallenstadtmeister. Bei der 26. Auflage des Manfred-Gall-Turniers ist aber vieles neu.

Nicht nur der Bundes-Jogi will im Jahr eins nach dem Titelgewinn bei der Fußball-WM neue Reize setzen. Auch der Verband beschreitet neue Wege und reißt die Ehrenamtler vor Ort zumindest für die kurze Hallensaison aus jedweder Erstarrung. Statt Hallenfußball wird jetzt „Futsal“ gespielt, eine aus Südamerika stammende Variante, die auch von der FIFA anerkannt ist. Die wichtigsten Änderungen haben wir für Sie noch einmal in der rechten Spalte zusammengefasst. Wie das Ganze in der Praxis aussieht, lässt sich an diesem Wochenende prima besichtigen, wenn der SV Sodingen zu seinem 26. Manfred-Gall-Turnier in die Westringhalle bittet.

„Leider spielen wir nach neuen Regeln“, sagt SVS-Geschäftsführer Heinz Kleyer, der mit Klaus Tissarek die Turnierleitung bildet. „Persönlich finde ich da nicht gut.“ Mit dem kleineren, sprungreduzierten Ball oder dem Grätschverbot kann er sich noch anfreunden. „Aber dass in der letzten Minute jeder Halbzeit ständig die Zeit gestoppt werden soll, ist doch Wahnsinn. Das macht so ein Turnier doch zeitlich kaum noch kalkulierbar.“

Weil dem so ist und niemand vorher weiß, wie lange die letzten Minuten so dauern, hat der SVS erstmal gar nichts geändert. Es bleibt bei einer Spielzeit von zweimal acht Minuten, und die insgesamt 44 Spiele sind im 20-Minuten-Rhythmus angesetzt. Dass dieser Zeitplan kaum eingehalten werden kann, weiß auch Heinz Kleyer. „Dann ist es eben so. Wir müssen erstmal Erfahrungen sammeln.“

Aus anderen Erfahrungen hatten die Sodinger bereits gelernt. Weil es in den Vorjahren öfter mal Kritik von kleineren Clubs gab, die nicht zu dieser „inoffiziellen Hallenfußball-Stadtmeisterschaft“ eingeladen waren, wollten sie in diesem Jahr den Kreis größer ziehen und vier Startplätze in einem Qualifikationsturnier am 13. Dezember ausspielen. „Dazu haben wir zwölf Vereine angeschrieben, aber von vielen gar keine Antwort erhalten“, wundert sich Heinz Kleyer. Das Quali-Turnier war somit hinfällig, alle Vereine, die dafür gemeldet hatten, sind von heute an dabei – darunter die B-Ligisten Arminia Sodingen, RSV Holthausen und SV Holsterhausen, nicht aber die klassenhöheren SG Herne 70 oder der SC Constantin. Kleyer ahnt fast, dass auch dieses Verfahren wieder auf Kritik stoßen wird – es sei halt schwer, es jedem recht zu machen. An der Einteilung der Vorrundengruppen aber dürfte niemand etwas zu meckern haben. Die klassenhöchsten Clubs sind als Köpfe gesetzt, die drei Bezirksligisten und der potenzielle Wiederaufsteiger Firtinaspor sind ebenfalls auf alle vier Gruppen verteilt.

Über Favoriten zu reden, wäre reine Spekulation. Fast alle Spieler bekommen heute erstmals den „Futsal“ vor die Füße. Titelverteidiger ist der DSC Wanne-Eickel. „Das war ein schönes, gut organisiertes Turnier im letzten Jahr, das hat uns viel Spaß gemacht“, erinnert Trainer Martin Stroetzel. Er muss auf einige Urlauber (u.a. Greitemann, Lorenzen) verzichten, will aber ein starkes Team aufbieten. „Wir wollen Spaß haben und auch den Zuschauern etwas bieten“, kündigt Stroetzel an. Auch Rekordsieger SC Westfalia, der bereits zehnmal gewann, ist nach einjähriger Abwesenheit wieder am Ball. „Als Herner Verein müssen wir einfach unsere Visitenkarte abgeben, und zwar eine gute“, meint Trainer Holger Wortmann, der allerdings nur sieben Feldspieler und A-Jugendtorwart Niklas Herden zur Verfügung hat. „Trotzdem wollen wir uns gut präsentieren und den Leuten etwas zeigen.“

Die hätten sicher nichts dagegen.