HC Westfalia scheitert an sich selbst und an Rico Robert

Den zwölffachen Torschützen Julian Ihnen bekam die Herner Abwehr nie in den Griff.
Den zwölffachen Torschützen Julian Ihnen bekam die Herner Abwehr nie in den Griff.
Foto: MHBauer
Was wir bereits wissen
Chance verpasst: Der HC Westfalia Herne kehrte ohne Punkte aus Haltern zurück, obwohl der favorisierte Gastgeber ohne Torjäger Mazur antrat.

HSC Haltern-Sythen -
HC Westfalia Herne 28:24 (11:7)

HCW: Müller, Greger; Bauer (5/1), Schumann (n.e.), Liedtke (4), Hettrich (2), Bartel (2), Hodde (1), Ihnen (2), F. Scheunemann (1), Barth (3), Sondermann (3), Rödiger, Schwitalski (1/1).

„Wir haben die Riesenchance vertan, die ohne Torjäger Alex Mazur angetretenen Halterner zu bezwingen. Eine mangelhafte Wurfausbeute und andere Unzulänglichkeiten im Angriff verhinderten die mögliche Überraschung“, kommentierte Trainer Jens Körner die gute Verbandsligapartie, die aufgrund des großen Zuspruchs die Öffnung des dritten Tribünenelementes erforderte.

In der Tat ist der HCW in erster Linie an sich selbst und an dem zur Höchstform auflaufenden Torwart Rico Robert gescheitert. Die Herner Schützen verließ schon früh die Unbekümmertheit. Nach einigen Paraden von Robert wurden zu häufig falsche Wurfvarianten gewählt. Auch von der Siebenmetermarke versagten die Nerven. Gleich viermal blieb der Torerfolg versagt. Co-Trainer Tim Bauer brachte es selbstkritisch auf den Punkt: „Wir haben einen guten zu einem überragenden Torhüter gemacht und diesmal nicht die ausreichende Klasse gehabt.“

Mit sieben Treffern in der ersten Hälfte des Spiels konnte Westfalia nicht zufrieden sein. Dabei arbeitete die Defensive bis zur 25. Minute ordentlich. Der Gastgeber hatte mit der 4:2-Formation zunächst seine Schwierigkeiten. Insbesondere der zwölffache Torschütze Schrief blieb aber über die gesamte Distanz eine Gefahr. Nach dem 8:7 gelangen dem HSC noch drei Tore, die mit einem weiteren Tor nach Wiederbeginn für ein vorentscheidendes Polster sorgten. Als Jochen Müller den glücklosen Hannes Greger nach 40 Minuten im Tor abgelöst hatte und Herne mit einer offensiven 6:0-Abwehr wieder mehr Zugriff fand und auf 21:19 herankam, traf der Gastgeber selbst mit Würfen unter Zeitnot das Ziel.

Westfalias Torausbeute blieb unzureichend, nicht nur von der Rechtsaußenposition. Nur Jakob Liedtke ließ diesmal kaum eine Chance aus. Als der Ex-Herner Kai Westphal mit einem Doppelschlag auf 25:19 erhöhte hatte, war die Partie endgültig gelaufen. Durch die Umstellung auf ein 3:3-Deckungssystem gelang letztlich nur noch Ergebniskosmetik. Am verdienten Sieg des Favoriten gibt es nichts zu deuteln. HSC-Trainer Frank Mazur sah auch den gravierenden Unterschied auf der Torwartposition: „In dem erwartetet kampfbetonten Spiel wartete Rico Robert mit einer überragenden Leistung auf. Er war richtig heiß und wollte das in der Presseankündigung aufgeführte Torwartplus der Herner nicht akzeptieren.“