Grün-Weiß-Damen machen Aufstieg perfekt

Viel Druck machte die junge Nina Dülberg mit ihrer Vorhand, so dass sie am Ende verdient gewann.
Viel Druck machte die junge Nina Dülberg mit ihrer Vorhand, so dass sie am Ende verdient gewann.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Geschafft. Bereits in den Einzeln machten die Damen des TC GW Herne den Sieg gegen den TC Kaunitz und damit den Sprung in die Westfalenliga perfekt.

TC Grün-Weiß Herne -
TC Kaunitz 6:0

Einzel: Toto - Priscakova 6:0, 6:4; Gale - Mocek 6:4, 6:2; Polzin - Heidenreich 6:3, 3:6, 10:8; J. Schulz - Bartsch 6:0, 6:1; F. Schulz - Becker 6:4, 6:3; Dülberg - Kampwirth 6:2, 7:5. Doppel: Nicht gespielt.

Es war nicht eben ein Jubelorkan, der am Sonntagmittag auf der Tennisanlage an der Vinckestraße losbrach. Soeben hatte Ana-Lena Toto ihren ersten Matchball gegen die Slowakin Sona Priscakova verwandelt und die Tennisdamen des TC Grün-Weiß Herne gegen den TC Kaunitz uneinholbar mit 5:0 in Führung gebracht. Das Aufstiegsspiel war entschieden, die Hernerinnen hatten den Sprung in die Westfalenliga geschafft. Die Zuschauer quittierten es mit freundlichem Beifall, die Spielerinnen nahmen’s beinahe gelassen hin – nur Gerd Polzin strahlte übers ganze Gesicht. „Das hätte ich nie gedacht, dass wir es schon in den Einzeln klar machen, denn die Gegnerinnen waren schon richtig gut. Aber unsere Mädels haben einfach klasse gespielt“, war Hernes Teamchef restlos begeistert.

Dass die Spielerinnen und ihre Fans auf der Terrasse nicht völlig ausflippten, hatte vielleicht etwas mit vornehmer Zurückhaltung zu tun, auch mit Respekt vor den Gästen. Gewiss spiegelte sich darin aber auch die Erwartungshaltung, durften sich die Hernerinnen doch der „Papierform“ nach durchaus als Favoritinnen sehen, auch wenn sie ohne Anna Ozerova antraten. Die junge Lettin hatte bei einem ITF-Turnier in Holland das Hauptfeld erreicht und um Freistellung gebeten.

Jana Schulz hat es eilig

Ihre Herner Teamkolleginnen taten alles, um Ozerovas Fehlen zu kompensieren. Konzentriert und selbstbewusst starteten sie in die erste Einzelrunde, und schnell spielten sie sich auf allen drei Plätzen Vorteile heraus. Ganz besonders eilig hatte es Jana Schulz, die ihre Gegnerin jederzeit locker im Griff hatte und nach einer guten Stunde bereits als klare Siegerin von der Asche kam. Weit mehr Widerstand hatte Nina Maria Dülberg zu brechen. Die Kaunitzerin Merle Kampwirth grub viele Bälle aus und streute immer wieder unangenehme „Mondbälle“ ein, letztlich aber war sie dem druckvollen Spiel der 16-jährigen Hernerin nicht gewachsen. Dülberg leistete sich zwar Mitte des zweiten Satzes eine kurze Schwächephase und geriet mit 4:5 in Rückstand, doch dann fand sie den Faden wieder und entschied Satz und Match für sich.

Derweil lieferten sich auf dem „Centre Court“ die für Herne spielende Ukrainerin Aleksandra Gale und Kathrin Mocek das vielleicht schönste Match des Tages. Die Kaunitzerin zeigte starkes Grundlinientennis, spielte mit viel Dampf und guter Länge. Wer zusah, war beeindruckt, nur eine nicht: Aleksandra Gale. Sie prügelte die Kugel noch schneller und platzierter zurück, machte weniger Fehler und mehr direkte Punkte, so dass auch ihr Sieg nie ernsthaft in Gefahr geriet.

Herne führte 3:0, es lief wie auf Schienen. Und auch in der zweiten Einzelrunde durften die Gäste nie wirklich an eine Wende glauben. Dazu spielte vor allem Ana-Lena Toto zu dominant. Ihre slowakische Gegnerin stand Totos Hochgeschwindigkeitstennis im ersten Satz beinahe hilflos gegenüber. Im zweiten Durchgang steigerte sich Priscakova, variierte mehr und versuchte, selbst die Initiative zu ergreifen, dennoch blieb sie gegen die Wucht und Konstanz der 18-jährigen Hernerin letztlich chancenlos.

Kurz bevor Toto mit einem Überkopfball ihr Match beendete, kam Leoni Polzin als Siegerin zurück ins Clubhaus. Sie hatte sich nach einem heißen Kampf dank guter Winkelschläge im Champions Tiebreak behauptet. Den sechsten Punkt steuerte schließlich Franka Schulz bei. Zwar stand der Aufstieg schon fest, als sie den zweiten Satz begann, aber die Linkshänderin spielte konzentriert zu Ende, trieb ihre Gegnerin mit hohen Topspins an den Zaun und trug ihren Teil zum verdienten Aufstieg bei.