Großer Schritt zum Klassenerhalt

Marc Senkbeil überraschte beim TCP-Erfolg mit einem Zweisatzsieg über Benjamin Kohllöffel
Marc Senkbeil überraschte beim TCP-Erfolg mit einem Zweisatzsieg über Benjamin Kohllöffel
Foto: MARTIN KERSTAN FOTOGRAFIE / FUNK
Was wir bereits wissen
Mit 5:4 setzten sich die Bundesliga-Herren 30 des TC Parkhaus über Bayer Leverkusen durch und sind damit dem Klassenerhalt ganz nahe.

TC Parkhaus Wanne-Eickel -
RTHC Bayer Leverkusen 5:4

Einzel: Vilen – Van Haasteren 6:3, 6:4; Senkbeil – Kohllöffel 7:5, 7:5; Berg – Tippenhauer 1:6, 1:6, Ehlert – Caspari 1:6, 5:7; Zielinski – Rheydt 6:1, 6:0; Siechau – Kaupert 6:4, 6:4.

Doppel: Senkbeil/Berg – Van Haasteren/Kohllöffel 3:6, 3:6, Vilen/Zielinski – Tippenhauer/Caspari 6:7, 6:0, 10:8; Ehlert/Siechau – Rheydt/Kaupert 1:6, 6:1, 6:10.

Spannender geht’s kaum. Nach dramatischem Spielverlauf bezwangen die Herren 30 des TC Parkhaus ihre Gäste aus Leverkusen hauchdünn mit 5:4, glichen ihr Punktekonto aus und sind nun auf dem allerbesten Weg, sich in der Bundesliga zu halten. Respekt.

Dabei war Robert Sibbel vor Spielbeginn noch skeptisch. „Das wird eine ganz harte Nuss. Leverkusen ist in starker Besetzung gekommen, und uns fehlt Pruchniewski wegen eines Fersensporns“, sah der 2. Vorsitzende sein Team nicht gerade in der Favoritenrolle.

Doch es kam anders, und daran hatte Marc Senkbeil großen Anteil. Kaum jemand hatte dem Defensivkünstler gegen den gebürtigen Herner und Ex-Parkhaus-Spieler Benjamin Kohllöffel etwas zugetraut, doch Senkbeil überraschte alle. Im ersten Satz bog er einen 2:4-Rückstand noch zum 7:5 um. Danach aber zog der Neu-Leverkusener das Tempo wieder an, diktierte mit seiner Vorhand das Spiel, schlug reihenweise Winner und setzte sich auf 4:0 ab. Aber wieder bewies Senkbeil Comeback-Qualitäten, biss sich rein ins Spiel und zwang Kohllöffel auf dem tiefen, kaum bespielbaren Center Court mit seinem flachen Rückhand-Slice zu langen Rallyes, die er immer häufiger für sich entschied. Er glich zum 4:4 aus, gab dann seinen Aufschlag ab, schaffte aber prompt das Rebreak zum 5:5, um wenig später seinen dritten Matchball mit einem Passierball zu nutzen. Die Überraschung war perfekt, der TC Parkhaus lag nach der ersten Einzelrunde mit 2:1 vorne.

Zuvor nämlich hatte schon Tobias Siechau die Glückwünsche zu einem 6:4, 6:4 gegen Kaupert entgegennehmen dürfen. Siechau konnte sich auf seinen starken Aufschlag verlassen und ließ im gesamten Match kein Break zu. Frank Ehlert fehlte dagegen vor allem im ersten Satz gegen Caspari ein klarer Matchplan. Im zweiten Durchgang wurde Ehlert aggressiver, spielte mehr eigene Punkte heraus und schlug bei 5:4 sogar zum Satzgewinn auf, musste das Match aber abgeben.

Trümpfe für die zweite Runde

Dennoch: Die 2:1-Führung zauberte Zuversicht in die Mienen der heimischen Tennisfreunde. Denn für die zweite Einzelrunde hatte der TCP noch einige Trümpfe in der Tasche. Vor allem natürlich Mariusz Zielinski, der an Position fünf auch in der Bundesliga kaum zu schlagen ist. Und „Zille“ enttäuschte seine zahlreichen Fans nicht. Der 40-Jährige packte sein ganzes Repertoire aus, und nach kaum mehr als einer Stunde hatte Zielinski sein Werk verrichtet. Es hieß 3:1.

Allerdings nicht lange, denn nur wenig später kam Björn Berg geschlagen von der Asche. Nun richtete sich die ganze Aufmerksamkeit auf das Spitzeneinzel, wo es Parkhaus-Ass Tero Vilen mit einem ganz unbequemen Gegner zu tun hatte. Der Belgier Martijn van Haasteren spielt einen beidhändigen Rückhand-Slice, wie es ihn im Tennis kaum ein zweites Mal gibt. Selbst Vilen, der coole Finne, brauchte lange, um diese Schläge „lesen“ zu können. Als er den ersten Satz nach 3:3 schließlich 6:3 gewann und den zweiten mit einem Break begann, schien Vilen auf der Siegerstraße. Doch der Belgier kam zurück, machte mit seinem unkonventionellen Stil und schnellen Beinen vier Spiele in Folge, ehe sich Vilen wieder gefangen hatte, seine Fehlerquote deutlich reduzierte und den 4:2-Vorsprung perfekt machte.

Nun musste nur noch ein Doppelpunkt her. Und den holten schließlich Vilen/Zielinski, die im zweiten Satz (6:0) zu großer Form aufliefen und schließlich im Champions-Tiebreak für die Entscheidung sorgten.

Geschafft. Ein weiteres Jahr Tennis-Bundesliga ist zum Greifen nah.