Gestresst zum Gipfeltreffen

Einsatz fraglich: Erica Barnes konnte in der letzten Woche wegen eines Infekts nicht trainieren. Ihr Einsatz in Wasserburg steht auf der Kippe.
Einsatz fraglich: Erica Barnes konnte in der letzten Woche wegen eines Infekts nicht trainieren. Ihr Einsatz in Wasserburg steht auf der Kippe.
Foto: FUNKE Foto Services

Die Konstellation könnte prickelnder kaum sein: Der Erste empfängt den Zweiten, der Meister einen seiner wenigen ernsthaften Herausforderer, der ihm vor zehn Monaten die letzte Schlappe auf nationaler Ebene beibrachte und ihn auch beim 65:67 im Hinspiel am Rande einer Niederlage hatte. Dennoch ist die Vorfreude auf das Gipfeltreffen beim Meister TSV Wasserburg am Sonntag (16 Uhr, Badria-Halle) bei den Bundesliga-Basketballerinnen des Herner TC stark getrübt.

Um den Riesinnen vom Inn nämlich gefährlich werden zu können, muss alles passen. Tut es im aktuellen Fall aber nicht. Quenice Davis, die Taktgeberin des Herner Spiels, macht die Reise zwar mit, sie wird wegen ihrer Fingerverletzung aber nur zuschauen. Erica Barnes hat sich einen Infekt eingefangen und eine Woche nicht trainiert, ihr Einsatz ist fraglich. Und auch ihre Kolleginnen werden nicht eben in bester Verfassung auflaufen, steckt ihnen doch die etwa neunstündige Busfahrt ins 700 km entfernte Wasserburg in den Knochen. Um die Hotelkosten zu sparen, reist der HTC nämlich erst am Spieltag an.

Eine professionelle Vorbereitung auf ein Spitzenspiel sieht sicher anders aus. Das weiß auch Marek Piotrowski. „Unter diesen Umständen wird es sehr, sehr schwer, dem Spitzenreiter wirklich auf den Zahn zu fühlen und zu testen, wie groß der Abstand ist. So weit zu fahren, um sich eine Klatsche mit dreißig oder vierzig Punkten abzuholen, macht aber auch keinen Spaß“, sagt der HTC-Trainer. „Wir müssen versuchen, das Beste aus dieser Mission zu machen.“

Wiedersehen im Pokal-Halbfinale

Was er damit meint, führt Piotrowski nicht näher aus. Einen Überraschungs-Coup gegen die „Bayern der Liga“ aber würde er sicher lieber auf den 21. März verschieben, wenn sich beide Teams im Pokalhalbfinale in Herne erneut gegenüberstehen. Eine Niederlage in der Liga wäre eher zu verschmerzen, auch wenn der HTC zumindest kurzfristig vom zweiten auf den dritten Platz abrutschen könnte.

Der erste Platz aber ist und bleibt dem Abonnementsmeister der letzten Jahre vorbehalten. Wasserburg hat seinen Kader für den Europapokal bestückt und ist der deutschen Konkurrenz weit voraus. Zu den herausragenden Figuren im Starensemble von Trainer Bastian Wernthaler zählen die wuchtige Centerin Emma Cannon, Dreierspezialistin Anne Breitreiner oder Svenja Brunckhorst, die das Hinspiel in letzter Sekunde entschied. Als Glücksgriff hat sich die neue Aufbauspielerin Sheylani Peddy entpuppt. Man darf gespannt sein, wie sich der HTC gegen dieses Topteam aus der Affäre zieht.