Gefahr droht von der Flügelzange

Foto: Fischer
Was wir bereits wissen
Der SC Westfalia Herne möchte seine Aufholjagd fortsetzen. Allerdings kommt Sonntag mit dem SC Roland ein starker Gegner zum Schloss.

Seit sieben Spielen ist der SC Westfalia Herne in der Oberliga ungeschlagen, hat in den letzten fünfeinhalb Wochen 15 Punkte auf sein zuvor mit sechs Zählern doch arg spärlich bestücktes Konto gebucht – Zahlen, die einen eindrucksvollen Aufwärtstrend dokumentieren. Zurücklehnen aber ist deshalb nicht angesagt. Im Gegenteil. Um die Abstiegsplätze dermaleinst zu verlassen, müssen die Schützlinge von Trainer Holger Wortmann weiter fleißig Punkte hamstern. Zum Beispiel am morgigen Sonntag, wenn der SC Roland 1962 um 15 Uhr am Schloss Strünkede aufkreuzt.

Die Gäste aus dem Beckumer Ortsteil Roland belegen derzeit mit 41 Punkten den fünften Platz – und in diese oberen Regionen gehören sie nach Einschätzung des Herner Trainers auch hin. „Ich habe die Roländer am Samstag beim 4:1 gegen Rheine gesehen. Da haben sie richtig gut gespielt“, zeigt sich Holger Wortmann beeindruckt. „Das wird für uns wieder eine ganz, ganz große Herausforderung.“

Besonders angetan war der SCW-Coach von den spielerischen Qualitäten der Roländer und ihren Offensivkräften. „Beide Außenspieler sind sehr schnell und stark im Eins gegen Eins“, sagt Wortmann über Pascal Koopmann und Semih Daglar. Beide sind fußballerisch bestens ausgebildet und haben in der A-Jugend-Bundesliga gespielt – der 25-jährige Koopmann bei Preußen Münster, wo er auch zum Drittliga-Kader zählte (2 Einsätze), der drei Jahre jüngere Daglar bei Borussia Dortmund, von wo er in die Regionalliga zum SC Wiedenbrück wechselte. In dieser Saison zählt Daglar mit aktuell 14 Treffern zu den torgefährlichsten Spielern der Oberliga.

Gelingt es dem SCW, diese Flügelzange zu entschärfen, wäre viel gewonnen. Zu schaffen ist das nur mit geschicktem Verschieben und gegenseitigem Helfen, auch wenn die Herner Außenverteidiger besonders gefordert sind. Rechts in der Viererkette hat Tim Kosien bislang aber einen sehr stabilen Eindruck gemacht. Als Linksverteidiger könnte der gegen Lippstadt gelbgesperrt fehlende Sebastian Mützel wieder ins Team rücken. Aber auch Nils Horneffer bleibt eine Option. „Ihm hat man zu Beginn seine fehlende Spielpraxis angemerkt, am Ende aber hat er es richtig gut gemacht“, sagt Wortmann über den Ex-Wuppertaler.

Auf zwei Positionen muss der Herner Trainer seine Elf sowieso umbauen: Manuel Bölstler fällt wegen muskulärer Probleme aus, Semih Aktas hat sich – wie der gegen Lippstadt für ihn eingewechselte Jean-Pierre Schilling – die fünfte gelbe Karte abgeholt und muss ein Spiel aussetzen. Wie er das löst, will Wortmann erst nach dem Abschlusstraining entscheiden.