Futsal-Zauber in Grün und Rot

Überschwänglich feierten Mannschaft und Offizielle des FC Marokko ihren verdienten Sieg beim Sodinger Manfred-Gall-Turnier in der  Westringhalle.
Überschwänglich feierten Mannschaft und Offizielle des FC Marokko ihren verdienten Sieg beim Sodinger Manfred-Gall-Turnier in der Westringhalle.
Foto: FUNKE Foto Services
Der FC Marokko hat sich erstmals den inoffiziellen Titel eines Herner Hallenfußball-Stadtmeisters gesichert. Im Endspiel bezwang der Kreisligist den SV Wanne 11 mit 4:2.

Es war der fünfzackige Stern Marokkos, der gestern Nachmittag in der Herner Westringhalle erstrahlte. Mit dem grünen Pentagramm auf rotem Grund, dem nationalen Symbol des Königreichs auf der Brust, stürmte der Kreisligist FC Marokko erstmals zum inoffiziellen Hallenmeistertitel. Die Schützlinge von Trainer Mustafa Mokhtari beendeten sowohl Vor- als auch Zwischenrunde des Sodinger Manfred-Gall-Turniers als Erster, schalteten dann nacheinander Westfalenligist und Titelverteidiger DSC Wanne-Eickel sowie Oberligist SC Westfalia Herne aus, ehe sie schließlich im Finale auch noch Landesligist SV Wanne 11 mit 4:2 niederrangen.

Das Erfolgsgeheimnis der Herner Marokkaner war wohl, dass sie am besten mit dem neuen, ungewohnten Spielgerät vertraut waren. Die kleine Futsal-Kugel wich den FC-Kickern jedenfalls kaum einmal von der Seite, nur schwer waren sie von ihr zu trennen. Allen voran ein Neuer: Karim Bouzerda, ein Ballkünstler. Zurecht heimste sich der Offensivmann mit Westfalenliga-Erfahrung auch Pokal und Prämie für den besten Feldspieler ein. Mit zwei Treffern wendete er unter anderem im Finale das Blatt, als er in der zweiten Halbzeit zunächst einen Freistoß von der Sechs-Meter-Linie versenkte und kurz später das 3:2 nachlegte.

Wanne 11 hatte sogar bereits 2:0 zur Pause geführt, schenkte dann aber die Partie noch her. Trainer Roger Petzke war trotzdem zufrieden. „Wir sind immerhin die beste Wanner Mannschaft“, strich er das Positive heraus. Und auch wenn der Gegner zwei Klassen tiefer angesiedelt ist, peinlich war die Hallen-Schlappe nicht automatisch. „Jeder hat gesehen, was die Jungs am Ball können“, lobte der Coach der Elfer den Gegner.

FC-Trainer Mustafa Mokhtari war verständlicherweise stolz auf seine Jungs. Kein Spiel verloren, am Samstag bereits Ligarivale Firtinaspor Wanne mit 9:1 aus der Halle gefeuert. Auf der Basis dieser Erlebnisse will es Marokko, derzeit A-Liga-Dritter, der Konkurrenz in der Rückrunde noch einmal zeigen.

Titelverteidiger DSC Wanne-Eickel musste bereits im Viertelfinale die Segel streichen, wie übrigens auch die Titelträger der beiden Vorjahre, Fortuna Herne und SpVgg Horsthausen. Derweil schaffte es Hernes Primus SC Westfalia mit einem glatten 6:0 über Firtinaspor immerhin bis ins Halbfinale - trotz des Mini-Kaders. Dort jedoch war die Hürde zu hoch. Nur durch zwei Eigentore begünstigt, schleppte man sich gegen Marokko noch mit 2:2 ins Neunmeter-Schießen, Rios und Kaya versagten dort aber die Nerven. Vergeblich hoffte Trainer Holger Wortmann dann im kleinen Finale, die Entscheidung direkt vom Punkt aus zu suchen. Ausrichter SV Sodingen, zuvor im Halbfinalduell mit Landesliga-Rivale Wanne 11 1:3 unterlegen, erteilte dieser Idee eine Absage. „Wir fahren auf Mannschaftsfahrt und da können wir die Prämie gut gebrauchen“, erklärte Serkan Besli die Mannschaftsentscheidung für eine reguläre Austragung. Am Ende durfte der SVS die 300 Euro für Platz drei einstreichen. Die Pepe-Elf behielt in 16 Minuten mit 7:4 klar die Oberhand. Zudem erfreulich: Pascal Heuser wurde als bester Torhüter geehrt.

Der ganz dicke Wanderpokal aber wanderte plus Siegprämie von 750 Euro zum FC Marokko. „Wir haben gut in der Halle trainiert“, verriet Mokhtari und freute sich dazu, dass sein Neuzugang Bouzerda so eingeschlagen hat. „An dem war ich vier Jahre lang dran“, so der Coach. An ihrer Disziplin mögen sie beim FC Marokko vielleicht noch feilen können, wie Turnierchef Heinz Kleyer in seiner Gratulationsrede anmerkte, im Futsal allerdings waren sie 2015 jedenfalls nicht zu schlagen.

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