Für Wortmann ein normales Spiel

Sebastian Mützel (rechts), der beim SC Westfalia auch immer offensiv Akzente setzen kann.
Sebastian Mützel (rechts), der beim SC Westfalia auch immer offensiv Akzente setzen kann.
Foto: FUNKE Foto Services

Ein „normales“ Fußballspiel ist es sicherlich nicht, wenn am Sonntag um 15 Uhr Rot Weiss Ahlen und der SC Westfalia Herne im Wersestadion aufeinandertreffen. Dafür sind die Erinnerungen an das letzte Spiel der Strünkeder in Ahlen noch zu gegenwärtig.

Warendorfer Polizei: „Risikospiel“

Im Februar 2014 kam es bereits zuvor in der Stadt zu Ausschreitungen, später stürmten dann Anhänger beider Lager das Spielfeld und sorgten für eine 30-minütige Unterbrechung. Rund 40 Fans aus Herne waren damals daran beteiligt, dem SCW brockte dieser Tag neben der 0:2-Niederlage nachträglich noch eine 750-Euro-Strafe durch den Verband ein.

Ahlens Fanbetreuer Peter Otte rechnet laut „Reviersport“ an diesem Sonntag mit einer Reisegruppe von maximal 20 bis 30 Personen aus Herne, vor Ort würden für alle Fälle 70 Polizisten sein.

Diese Zahlen kann Peter Spahn, stellvertretender Pressesprecher der für Ahlen zuständigen Kreispolizeibehörde Warendorf, nicht bestätigen: „Wir geben grundsätzlich keine Zahlen zu unseren Einsatzkräften heraus. Und dass Fans aus Herne kommen, davon ist uns noch nichts bekannt.“ Dennoch werde die Partie als Risikospiel betrachtet und die Polizei sei dementsprechend vorbereitet, erklärte Spahn.

Der SC Westfalia hat versucht, eine Wiederholung der Ereignisse durch eine spezielle Aktion zu vermeiden: Sonntag wird das Spiel aus Ahlen live aus dem Wersestadion ins Vereinsheim „Tilkowski“ übertragen, moderiert von SCW-Pressesprecher Benny Backes (die WAZ berichtete). Dazu sind natürlich auch die Fans eingeladen.

Die ganze Aufregung um dieses Thema kann Westfalias Trainer Holger Wortmann nicht nachvollziehen: „Ich bin überrascht von der Hysterie über einen Vorfall, der so lange zurück liegt.“ In der Mannschaft sei das alles kein Thema, für Wortmann ist die Begegnung beim Tabellenzweiten ein „ganz normales Spiel“.

Und „normal“ ist für Wortmann auch, dass die Karten vor dieser Begegnung klar verteilt sind. „Wir fahren zu einer Topmannschaft, die zu hundert Prozent aufsteigen wird. Keiner erwartet einen Sieg von uns, egal, wie viele Punkte wir zuletzt geholt haben. Wir können völlig unbelastet aufspielen und wollen weiter zeigen, dass wir Spaß am Fußball haben.“

Ausschließlich gezielt auf Ahlen habe sich die Mannschaft jedenfalls nicht vorbereitet. „Wir hatten Montag ein schweres Spiel, und jetzt fangen für uns zwei englische Wochen an. Da müssen wir mit den Kräften haushalten“ erklärt der Trainer, warum in dieser Woche die Regeneration im Vordergrund stand.

Die stolze Serie von zuletzt fünf Spielen ohne Niederlage mit 13 von 15 möglichen Punkten kann in Ahlen natürlich reißen. Aber bereits am Mittwoch nächster Woche kann das Punktekonte des Tabellenvorletzten weiter aufgestockt werden. Dann kommt der Spielverein Lippstadt zum Nachholspiel nach Herne.