Fehlerflut beim HC Westfalia

Zu selten griff die Abwehr des HC Westfalia Herne (in blau) gegen Recklinghausen so energisch zu, wie in dieser Szene.
Zu selten griff die Abwehr des HC Westfalia Herne (in blau) gegen Recklinghausen so energisch zu, wie in dieser Szene.
Foto: MHBauer
Was wir bereits wissen
Mit einer deutlichen 24:32-Niederlage kehrte der HC Westfalia Herne vom Nachbarschaftsduell bei der PSV Recklinghausen zurück.

PSV Recklinghausen -
HC Westfalia Herne 32:24 (16:10)

HCW: Müller, Greger; Schumann (1), Liedtke, Hettrich (3/1), Bartel (3), Hodde (1), Ihnen (1), F. Scheunemann (4), Barth (3), Sondermann (4), Rödiger, Schwitalski (4/4), Dudenhausen.

Glaubten die Strünkeder, den abstiegsgefährdeten Gastgeber nach den Erfolgen gegen Topteams im Vorbeigehen besiegen zu können? Die von Anfang an spürbaren Einstellungsdefizite ließen nichts Gutes erahnen.

Ohne Widerstand der Abwehr, die im weiteren Verlauf nie an ihre guten Leistungen der letzten Spiele anknüpfen konnte und diesmal auch von Torwart Hannes Greger nicht aufgebaut wurde, holte sich der Gastgeber mit einer 4:2-Führung das nötige Selbstvertrauen. Als den Hernern dann mit drei Serientreffern erstmals (wie sich anschließend herausstellte, das einzige Mal) die Führung gelang, bewirkte dies in den Köpfen offensichtlich eine Fehleinschätzung. Die PSV-Akteure blieben ge- und entschlossener, zeigten den größeren Biss. Dagegen zeigte sich die Herner Abwehr weiter löchrig, der Angriff konzeptlos. Mit vier Serientreffern zum 8:15 war eine Vorentscheidung gefallen. Gegen die optimal auf das Spiel des HCW eingestellten Recklinghäuser gelang Westfalia wenig. Vom zuletzt herausragenden Julian Ihnen gingen keinerlei zündende Ideen aus, vielmehr prallten er und seine Mitspieler immer wieder an der PSV-Abwehrmauer ab. Auch von den Außenpositionen kam keine Gefahr, weil die ständig verschiebende Deckung die Räume geschickt verengte.

Trainer Körner ist enttäuscht

Die stetig angewachsene Nervosität führte beim HCW dann noch zu haarsträubenden Fehlern (Rückhandanspiele, Fehlpässe, Schrittfehler), die für die zweite Hälfte nicht unbedingt Mut machten. Und dennoch nahm Westfalia noch einmal den Kampf an. Der stark kämpfende Jerôme Barth trieb seine Mitspieler an, der früh für Greger eingewechselte Jochen Müller parierte einen Strafwurf und ermöglichte die Verkürzung auf 12:16. Als Jakob Liedtke völlig freistehend vergab und anschließend unberechtigt die Rote Karte sah, brachen nach der weiteren vergebenen Großchance von Julian Ihnen alle Dämme. Auch in der Höhe geht Recklinghausens Sieg in Ordnung. „Das waren zu viele technische Fehler. Für die PSV war es das Endspiel, das sie mit weitaus mehr Biss bestimmte“, zeigte sich Trainer Jens Körner enttäuscht.