FdG-Damen verlieren Tiebreak-Krimi in Bochum

Die entscheidende Szene im zweiten Satz: Bochum schlägt den Block mit Carmen Pietsch und Justina Heynck von außen an. Von dort fliegt der Ball ins Aus und der Satz war weg.
Die entscheidende Szene im zweiten Satz: Bochum schlägt den Block mit Carmen Pietsch und Justina Heynck von außen an. Von dort fliegt der Ball ins Aus und der Satz war weg.
Foto: Privat
Derbys haben auch im Volleyball ihre eigenen Gesetze. Das erfuhren die favorisierten FdG-Damen bei ihrer knappen Niederlage in Bochum.

VfL Telstar Bochum -
SG FdG Herne 3:2

Sätze: 17:25, 25:23, 25:15, 21:25, 23:21.

FdG: Kim Froitzheim, Jenny Heisel, Justina Heynck, Jana Kruska, Carmen Pietsch, Lisa Pommer, Joelle Pospiech, Julia Röchner, Kirsten Rues, Kira Schäfer, Lena Thewes .

Der Start ins neue Jahr ist gründlich daneben gegangen. Eine Woche nach dem unterirdischen Rückrundenauftakt gegen Senden verpatzten die Regionalliga-Volleyballerinnen der SG Friedrich der Große auch ihr erstes Auswärtsspiel und zogen beim abstiegsgefährdeten Nachbarn im Tiebreak den Kürzeren.

18 Punkte für Herne, nur sieben für Bochum: Vom Tabellenstand her ging die FdG als klarer Favorit ins Rennen. Doch in einem Derby ist der Tabellenstand halt nebensächlich und Bochum brauchte die Punkte. Der erwartete Ansturm blieb jedoch aus. Der Gast dominierte von Beginn an das Spiel und brachte den ersten Satz souverän nach Hause.

Auch im zweiten Durchgang zeigte Bochum zunächst keine Gegenwehr. Herne lag vorne, Telstar hinkte hinterher. Zur Satzmitte hingegen verschlief Herne das Aufwachen des Gastgebers, der Punkt für Punkt zum Ausgleich bei 19 Zählern aufholte, um anschließend mit 21:20 in Führung zu gehen. Und auch das nahmen die FdG-Damen nicht ernst genug, um mit aller Konsequenz gegenzusteuern. Bochum nutzte die Chance zum Ausgleich.

Mit Oberwasser im Rücken zog der Gastgeber auch im dritten Satz auf und davon und Herne hatte nicht nur das Nachsehen, sondern plötzlich auch sage und schreibe dreizehn Satzbälle gegen sich. Fünf konnten noch abgewehrt werden, doch dann war auch der zweite Satz futsch.

Jetzt noch den Lauf der Gastgeber zu stoppen glich der Quadratur eines Kreises, doch Herne zeigte endlich Kampfgeist gegen euphorisierte Bochumer, denen nunmehr alles zu gelingen schien. Nach anfänglichem Rückstand schoben sich die Gäste unaufhaltsam zum Satzausgleich nach vorne. Wie im Hinspiel ging es in den Tiebreak, und der sollte richtig spannend werden.

Die FdG hatte anfangs die Nase vorn, doch Bochum blieb dran. Zum Seitenwechsel hieß es 8:5 für Herne, aber Bochum gab nicht auf, wehrte den ersten Matchball ab und glich zum 14:14 aus. Was folgte, war ein offener Schlagabtausch – auf dem Feld wie auf der Tribüne. Stomp aus Herne gegen Bochumer acapella. Wer lauter war? Nicht abzuschätzen. Jedenfalls bebte die Halle und nach zahlreichen Matchbällen auf beiden Seiten, war es der berühmte Flügelschlag des Schmetterlings, der Bochum zwei dringend benötigte Punkte gegen den Abstieg sicherte.