Erster Renntag mit Licht und Schatten

Mit vereinten Kräften
Mit vereinten Kräften
Foto: Alexander Pischke

Zufrieden und gut gelaunt, aber nicht eben euphorisch kehrten die Recken des Emscher-Hammers von der Auftaktregatta der PRODYNA Ruder-Bundesliga (RBL) in Frankfurt zum Wanner Westhafen zurück. Auf der wegen ihres tückischen Wassers berüchtigten 350-m-Sprintstrecke zwischen der Untermainbrücke und dem Holbeinsteg belegten sie unter 14 Erstliga-Booten den siebten Rang – eine ordentliche Platzierung, die aber noch nicht das letzte Wort der Renngemeinschaft von RV Emscher Wanne-Eickel und dem Ruderclub Hamm sein muss.

Welches Potenzial in der mit einigen Weltmeistern besetzten Crew steckt, zeigte sich gerade im ersten Rennen, dem Zeitfahren. Im Sog des sechsfachen und auch aktuellen Deutschen Meisters, des favorisierten Crefelder Ruder-Clubs, fuhr der Emscher-Hammer bei optimalen Wasserverhältnissen ein beherztes Rennen und schaffte die viertbeste Zeit. Damit war die Voraussetzung geschaffen, in den Hauptrennen ein starkes Resultat herauszufahren.

Kleinere Fehler werden bestraft

Voll ausreizen konnten die Mannen vom Kanal diese gute Ausgangsposition in den weiteren vier Rennen aber nicht. Bedingt durch die Strömung, Wind entgegen der Strömung und die von der Kaimauer zurückgeworfenen Wellen wurde das Mainwasser immer unruhiger. Das machte die Riemenarbeit nicht einfach, und es schlichen sich immer wieder kleinere Fehler ein, die auf der kurzen Strecke kaum mehr auszubügeln waren.

Im Achtelfinale gegen den Pirna-Achter gab sich der Emscher-Hammer allerdings noch keine Blöße. Vom ersten Schlag an kontrollierten die Revierrecken das Rennen, hielten ihre sächsischen Rivalen stets auf Distanz und wurden mit einer halben Länge Vorsprung abgeläutet. Ein Platz unter den besten Acht war damit bereits sicher.

Auch im Viertelfinale wartete mit dem Achter aus Rüdersdorf ein Gegner, gegen den man sich einiges ausrechnen durfte. Doch diesmal kam der Emscher-Hammer nicht so recht aus dem Quark. Der Start wurde beinahe verpennt, den ersten Schlägen fehlte der Wumms, und schon hatte sich Rüdersdorf leicht abgesetzt. So sehr Steuerfrau Marie Knipfer ihre Männer auch anfeuerte, so heftig die sich in die Riemen legten – der Rückstand war bis ins Ziel nicht mehr aufzuholen.

Im Kampf um die Plätze fünf bis acht ging es gegen das Sprintteam Mülheim. Der Westrivale, beim Zeitrennen ein Zehntel hinter dem Emscher-Hammer Fünfter und später als schnellster Achtelfinal-Verlierer ins obere Viertelfinale gerutscht, kam mit den schwierigen Bedingungen besser zurecht, wehrte alle Angriffe ab und fuhr mit einer halben Sekunde Vorsprung ins Ziel.

Auch wenn das erhoffte Top-6-Resultat damit außer Reichweite geraten war – dem Kampfgeist der Crew um Schlagmann Filip Adamski tat das keinen Abbruch. Im abschließenden Platzierungsrennen profitierte der Emscher-Hammer allerdings auch von einem Fehler des Zweitliga-Aufsteigers aus Neuss, der schnell die Waffen streckte und weit hinter dem siegreichen Revier-Boot im Ziel eintrudelte.

Trainer Hauffe ist zufrieden

„Unser Hauptziel war, zufrieden nach Wanne-Eickel zurückzukehren. Das ist uns ziemlich gut gelungen“, fasste Trainer Gregor Hauffe den Frankfurt-Trip zusammen. Persönlich war er wenige Tage nach der Geburt seines Sohnes Joris nicht vor Ort, hielt sich aber ständig auf dem Laufenden. „Die Männer betitelten den Renntag als ,mal so, mal so’, insgesamt aber recht positiv“, so Hauffe. Er selbst sei zufrieden, auch weil der Spaß an der Sache nicht zu kurz gekommen sei. Eine gute Basis für weitere starke Ergebnisse.