Emina Karic führt auch das neue HTC-Team an

Emina Karic (weiß) hat ihren Vertrag beim Herner TC und führt ihr Team als Kapitänin in die nächste Bundesligasaison.
Emina Karic (weiß) hat ihren Vertrag beim Herner TC und führt ihr Team als Kapitänin in die nächste Bundesligasaison.
Foto: Funke Foto Services

Drei Monate nach dem abrupten Ende einer bis dahin großartigen Saison erwacht Damenbasketball-Bundesligist Herner TC aus der Schockstarre. Die Planungen für die kommende Spielzeit in der neu benannten planet-cardsDBBL sind so weit vorangeschritten, dass der Verein jetzt erste Verträge abschließen konnte: Emina Karic, 24-jährige Kapitänin und als Eigengewächs auch das Gesicht des Teams, bleibt dem HTC ebenso erhalten wie Radostina Slavova-Naneva (29), die in ihrem ersten Jahr als ideale Team-Spielerin beeindruckt hat.

„Die Saison endete wirklich ungeplant, was mich noch heute traurig macht. Ich brauchte etwas Zeit, um das Ganze zu verarbeiten“, gesteht „Captain“ Karic. Dennoch habe sie die letzten Monate gut genutzt, sich auf die Uni konzentriert und etwas Urlaub gegönnt. Jetzt ist sie entschlossen, das frühe Playoff-Aus abzuhaken und Positives mitzunehmen: „Aus solchen Situationen kann man nur lernen und an Erfahrung gewinnen. Das gehört dazu.“

Noch immer fällt es ihr schwer, das Viertelfinal-Aus zu erklären. „Seit dem TOP 4 war irgendwie die Luft raus. Wieso und warum, weiß keiner. Wir hatten viel mit Verletzungen zu kämpfen, waren im Training oft unterbesetzt und die kleine Rotation hat uns dann doch Probleme bereitet“, findet Karic immerhin einige Ansätze.

Dennoch fällt ihr Saisonfazit positiv aus: „Auch wenn wir keine Medaille in den Play-Offs geholt haben, kann ich nur sagen, dass es eine erfolgreiche Saison war. Wir hatten viele gute Spiele, haben es oft für die Zuschauer spannend gestaltet und als Team gekämpft. Von mal zu mal wurde es voller in der Halle, immer mehr neue Gesichter waren zu sehen.“ Als weiteren Schritt Richtung nationale Spitze wertet Karic die erstmalige Teilnahme am Pokal-Endturnier. „Auch wenn wir uns sportlich mehr beim TOP4 erhofft hatten, kann man das Ergebnis akzeptieren.“

Die erste Juli-Hälfte verbringt die angehende Sport- und Spanisch-Lehrerin im Olympiastützpunkt Kienbaum bei Berlin. Dort nimmt Karic an einer Kadermaßnahme der A-Nationalmannschaft teil. „Dadurch, dass das Konzept der Nationalmannschaft geändert wurde und das Ziel dieses Sommers eher auf der Mannschaftsfindung und dem Zusammenhalt liegt, bin ich sehr gespannt, wie dieser Sommer verlaufen wird. Bastian Wernthaler kenne ich schon als U20-Coach und ich bin der Meinung, dass er viel mit der Mannschaft reißen kann.“ Ein spannender Sommer liegt also vor ihr, bevor es am 24. August mit dem Herner Mannschaftstraining wieder los geht.

Dabei sein wird dann auch Radostina Slavova-Naneva. Die erfahrene Bulgarin kommt Anfang August mit ihrem Mann und ihrer Tochter aus der Heimat zurück. Ihr erstes Jahr in Deutschland hat sie in bester Erinnerung. „Ich bin sehr beeindruckt von den Leuten hier in Deutschland und im Ruhrgebiet, wie sie uns aufgenommen und unterstützt haben. Über die Ferien habe ich sie und das Team wirklich vermisst.“ Beeindruckendster Moment war für die 1,86m große Flügelspielerin ebenfalls das TOP4-Turnier. „Es war eine spezielle Atmosphäre und zudem an meinem Geburtstag. Meine Familie war da und hat mich überrascht, das war klasse.“ Am 4. August will sie wieder in Herne sein. „Nach dem Saisonende habe ich meine Familie besucht, erst jetzt machen wir etwas Ferien. Ich freue mich auf die neue Saison in Herne, will mich weiter verbessern und mit dem Team aus den Erfahrungen des letzten Jahres noch mehr erreichen“.

Cheftrainer Marek Piotrowski kann damit weiter auf zwei wichtige Säulen seines Erfolgsteams setzen und schon mal das obligatorische Trainingslager in Polen planen.