Ein Heimspiel für Holger Wortmann

Bünyamin Karagülmez (vorne) könnte am Sonntag wieder als „falsche Neun“ für den SC Westfalia Herne spielen.
Bünyamin Karagülmez (vorne) könnte am Sonntag wieder als „falsche Neun“ für den SC Westfalia Herne spielen.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler

Für den SC Westfalia Herne ist im Kampf um den Klassenerhalt jedes Spiel ein besonderes. Für Trainer Holger Wortmann hat die Partie am Sonntag bei Westfalia Rhynern aber etwas ganz Spezielles: „Wenn die Flutlicht anhaben, sehe ich aus meinem Wohnzimmer den Trainingsplatz.“

Knapp 500 Meter entfernt vom Stadion Papenloh (Am Sportplatz 20, 59069 Hamm) wohnt Wortmann. Ein Heimspiel also für den SCW-Coach, auch wenn er nie als Trainer oder Spieler für Rhynern tätig war.

Die aktuelle Truppe der Hammer, die auf Platz drei der Tabelle liegt und auch durch den Lizenzierungsantrag ihr Interesse an der Regionalliga angemeldet hat, lobt Wortmann in höchsten Tönen: „Rhynern ist im Moment die stärkste Mannschaft der Liga.“ An dieser Einschätzung ändert auch die Tatsache nichts, das die Schützlinge von Uwe Laurenz am vergangenen Sonntag in Rheine eine 0:4-Packung einsteckten, während der SCW seinen 4:3-Erfolg über Erkenschwick bejubelte. „Wir haben dieses Spiel genossen, aber auch für diesen Sieg gab es nur drei Punkte. Ich halte Rhynern für deutlich stärker als Erkenschwick, hoffe aber, dass wir dort ein vernünftiges Spiel machen“, sagt Wortmann.

Das 4:3 im Revierderby war der dritte Westfalia-Sieg in Folge und wurde am Ende auch mit dem Absprung vom Tabellenende belohnt. Noch klafft aber eine Lücke von mindestens sechs Punkten zur Konkurrenz im Kampf um den Klassenerhalt. Und am Sonntag wird es sehr schwer für den SCW werden, weiteren Boden gut zu machen. Mit dem Hurrastil, den die Herner gegen Erkenschwick vom Anpfiff an hinlegten und der nach dreimaligen Rückständen in einem Spiel mit vollem Risiko mündete, ist in Rhynern jedenfalls nicht zu rechnen. „Rhynern ist in der Offensive stark und ausgeglichen besetzt. Wir müssen die richtige Balance finden, hinten sicher stehen und dann gezielt unsere Angriffe fahren“, so Wortmann.

Verzichten muss der SCW-Trainer am Sonntag auf seinen Routinier Manuel Bölstler, der nach der fünften Gelben Karte für ein Spiel gesperrt ist. Ob Wortmann wieder mit der „falschen Neun“, Karagülmez oder dem wiedergenesenen Özbicerler, spielen wird, lässt er noch offen: „Vielleicht probieren wir es auch mal mit einem Stoßstürmer. Wir haben ja Alternativen.“