Ein Angebot, das er nicht annehmen konnte

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Was wir bereits wissen
Mittelstürmer Sven Jubt hat den DSC Wanne-Eickel in der Winterpause verlassen. Im Interview spricht er über die Umstände seines Abschieds, Vertragsverhandlungen via WhatsApp und böse Nachrede.

Dreieinhalb Jahre trug Sven Jubt für den DSC Wanne-Eickel das Trikot mit der Nummer 10. In der Winterpause wurde sein Vertrag aufgelöst, da Jubt in der Endphase seiner Ausbildung zum Physiotherapeuten steckt. Vergangene Woche meldete Jubt sich in der WAZ-Redaktion und bat um ein Gespräch. Mitarbeiter Philipp Ziser sprach mit ihm über sein unglückliches Ende beim DSC.

Sven, du warst einer der Dienstältesten beim DSC, mit dem Verein verbunden. Kein leichter Schritt, sich jetzt an die Presse zu wenden.

Ich habe sehr gerne für Wanne-Eickel gespielt und finde es schade, Mannschaft und Trainer jetzt im Stich lassen zu müssen. Aber im Nachgang wurden Dinge über mich verbreitet, die nicht wahr sind, dem möchte ich widersprechen.

Von vorne: Wie kam es zur Vertragsauflösung?

Als im Ende Oktober oder Anfang November die Termine für meine Abschlussprüfungen feststanden, habe ich direkt mit dem Trainer gesprochen, dass ich in der Zeit nicht trainieren und spielen kann – einerseits wegen der Lernerei, aber auch wegen der Verletzungsgefahr vor den praktischen Prüfungen. Er war nicht begeistert, aber einverstanden. Genauso der sportliche Leiter Jörg Kowalski, mit dem ich zwei Wochen später gesprochen habe. Ich sollte einen Antrag auf Beurlaubung schreiben. Ich ging davon aus, dass mein Vertrag ausgesetzt wird und ab April weiterläuft. Dass ich nicht bezahlt werde, während ich aussetze, war für mich selbstverständlich.

Wie kam es dann zur Auflösung?

Eine Woche vor Transferschluss bekam ich eine E-Mail vom Vorstand. Meine Beurlaubung sei abgelehnt. Ich würde nicht nur bis Ende März fehlen, sondern noch länger, bis ich wieder voll im Training und einsatzfähig bin. Dabei hat nach meinem zweiten Kreuzbandriss auch niemand gefragt, ob ich eine Vorbereitung gemacht habe, wie oft ich trainiert habe. Ich bin ins eiskalte Wasser gesprungen.

Wie hast du reagiert?

Ich habe den Trainer angerufen, der wusste davon nichts, ist aus allen Wolken gefallen. Ich habe mit Jörg Kowalski telefoniert, ein paar Stunden später hat er mir ein Vertragsangebot über WhatsApp geschickt. Davon war vorher nie die Rede gewesen. Das Angebot konnte ich nicht annehmen, ich wäre größtenteils nach Spiel- und Torprämien bezahlt worden, hätte mich nicht verletzen dürfen. Mein Gegenangebot, das in der Mitte dazwischen lag, wurde direkt abgelehnt. Ich hatte zwei Optionen: unterschreiben oder auflösen. Zwei Tage vor Transferschluss habe ich meinen Auflösungsvertrag unterschrieben. Ich glaube in einem Vier-Augen-Gespräch hätten wir übereinkommen können, aber dazu kam es nicht, am Ende lief alles über WhatsApp.

Hattest du das Gefühl, du würdest nicht mehr wertgeschätzt? Als es letzte Saison schlecht lief, warst du nach deiner Verletzung der Hoffnungsträger. Als ihr im Herbst an der Spitze standet, hast du kaum getroffen.

Am Anfang der Saison hatte ich wirklich Dreck am Fuß. Aber der Trainer hat mir den Rücken gestärkt. Auch vom Verein fühlte ich mich geschätzt, trotz meiner Verletzungsgeschichte habe ich im Sommer den Vertrag zu gleichen Bedingungen verlängert, ohne Einschränkungen. Das rechne ich dem DSC hoch an. Als aber dann das andere Angebot kam, dachte ich: Was wollen sie jetzt von mir? Das habe ich nicht verstanden. Ich habe meine Knochen für den DSC hingehalten, mir zwei Mal das Kreuzband gerissen. Dann muss ich mir vorhalten lassen, ich sei nicht kooperativ.

Wie ging es weiter?

Ich habe mit anderen Vereinen Kontakt aufgenommen. Ich wurde gefragt, ob das stimme, was man vom DSC hört: Dass ich keine Lust auf Training habe, auf Fußball generell nicht mehr. Das ist Quatsch, sonst hätte ich nach meinem zweiten Kreuzbandriss aufgehört. Zwei Tage vor Transferschluss habe ich dann bei DJK TuS Rotthausen unterschrieben. Auf meinem Pass hat der DSC die Freigabe aber nicht erteilt. Als der DSC sich dann darum bemüht hat, war es zu spät. Rotthausen als Bezirksligist kennt sich mit Vertragsspielern nicht aus, die waren überfordert. Deshalb habe ich sechs Monate Sperre bekommen.