Dürftige Leistung, klarer Sieg

Stephen Lorenzen sorgte mit zwei Traumtoren für die Highlights des Tages – hier feiern ihn seine Mitspieler für das 1:0.
Stephen Lorenzen sorgte mit zwei Traumtoren für die Highlights des Tages – hier feiern ihn seine Mitspieler für das 1:0.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach einer grauenvollen ersten Hälfte sorgen zwei Ex-Hevener für einen verdienten, aber zu hohen 3:0-Sieg. Zwei Traumtore von Lorenzen.

DSC Wanne-Eickel -
TuS Heven 3:0 (0:0)

DSC: Johns - Sommer, Nolte, Melchner, Niedzicki - Baum - Rios (80. Foth), Lorenzen, Tomaschewski, Esen (70. Nour) - Lewejohann (88. Nikolay).
TuS: Wirges - Krickhahn, Cetinbag, Kasumi, Thume - Cetinkaya, Kiral (73. Basalan) - Ayar, Mustic (73. Yilmaz), Abou-Saleh (65. Peci) - Nyenhuis.
Tore: 1:0 Lorenzen (56.), 2:0 Rios (71.), 3:0 Lorenzen (89.).

Als Peter Rios nach 80 Minuten ausgewechselt wird, geht er über die Laufbahn zurBank, hebt den Kopf, blickt Richtung Tribüne. Applaus, mehr verhalten als begeistert, aber immerhin. Als er in der Halbzeit den gleichen Weg gegangen war, war das Gemurre auf der Tribüne laut, einer rief: „Was soll das? Ihr könnt doch mehr?“ Rios’ Blick: ratlos.

Eine Halbzeit lang gab der DSC Wanne-Eickel gegen den abstiegsbedrohten TuS Heven ein grausames Bild ab. Die Gäste traten giftig, kämpferisch auf, der DSC war von den vielen Fouls genervt. Um die Duelle mit den fußballerisch doch arg limitierten Wittenern spielerisch zu lösen, fehlten die Mittel, kämpferisch gab Wanne-Eickel überhaupt kein Kontra. Zwei ernsthafte Torschüsse brachte die Mannschaft von Martin Stroetzel zustande, beides Standards. Den Freistoß von Tomaschewski parierte TuS-Keeper Wirges stark. Als Rios kurz vor der Pause aus 18 Metern antrat, erntete sein Versuch nicht einmal ein Raunen, nur höhnisches Gelächter seitens der DSC-Fans. Einer verkündete gut hörbar: „Ich kann mir das Elend nicht mehr antun.“ Und verschwand. Bis zur Pause verpasste er die einzige Hevener Chance, Marcel Johns parierte gegen Nyienhuis. Ansonsten hatte Heven offensiv aber auch rein gar nichts im Angebot. „Das war höchstens Kreisliga“, schimpfte DSC-Trainer Martin Stroetzel, „wir mussten etwas ändern, hatten zu viele leichte Ballverluste.“

Es änderte sich ab der 56. Minute etwas: Eine Ecke von Tomaschewski klärten die Verteidiger zu kurz, der Ball fiel auf die Brust des früheren Heveners Stephen Lorenzen, Vollspann volley rechts ins Eck, 1:0. Erleichterter Jubel in Schwarz-Gelb. Das brachte Sicherheit, der zweite Ex-Hevener sorgte für die Entscheidung: Frisch aus dem Urlaub zurückgekehrt setzte Alex Nour eine Minute nach seiner Einwechslung zum Sprint an, legte vor dem Tor quer, Rios musste nur noch einschieben. Heven stellte auf zwei Stürmer um, stellte den DSC aber kaum vor Probleme, Johns parierte noch zwei Mal gut. Stattdessen noch das 3:0, die Joker Nour und Nikolay konterten, Lorenzen schloss mit einem ganz feinen Heber ab. „Ich wusste, dass ein Tor heute reicht“, so Martin Stroetzel, „Heven hätte höchstens ein Glückstor schießen können.“

Da der TSV Marl-Hüls patzte, ist Wanne-Eickel wieder in Schlagdistanz zu Platz zwei. Stroetzel wollte sich damit aber nicht beschäftigen: „Es ist nichts passiert, die personelle Lage bei uns ist weiter schlecht. Alex Nour zum Beispiel hat seit Wochen nicht trainiert. Er hat ein Tor vorbereitet mehr aber auch nicht.“ Gleiches gilt für die gesamte Leistung des DSC: Ein Heimsieg, mehr nicht.