DSC angelt sich Toptorjäger Eddy Sprenger

Für die SG Wattenscheid 09 spielte Sven Preissing (schwarzes Trikot) auch schon in der Regionalliga. l
Für die SG Wattenscheid 09 spielte Sven Preissing (schwarzes Trikot) auch schon in der Regionalliga. l
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
Der DSC Wanne-Eickel hat seinen Kader für die neue Saison fast komplett. Nur eine Planstelle ist noch zu besetzen.

Jörg Kowalski ist zu lange im Fußballgeschäft, um den Mund zu voll zu nehmen. Deshalb wird der Sportliche Leiter des DSC Wanne-Eickel auch ziemlich zurückhaltend, wenn es um die Formulierung eines klaren Zieles für die kommende Westfalenligasaison geht. „Man weiß ja, wie viele Unwägbarkeiten und wie viele Einflussfaktoren es für Erfolg im Fußball gibt. Viele Wissenschaftler forschen darüber, keiner hat den Schlüssel bisher gefunden“, mag er das Wort „Aufstieg“ nicht so gern in den Mund nehmen. Wenngleich er alles dafür getan hat, die Weichen in diese Richtung zu stellen.

Zwar sucht er noch Ersatz für Mittelfeldantreiber Sebastian Greitemann, den es beruflich für mindestens ein halbes Jahr nach Hamburg zieht, ansonsten aber hat Kowalski die personellen Planungen abgeschlossen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Drei Torhüter und 18 Feldspieler stehen dem neuen Trainer Marco Rudnik zur Verfügung, und wenn nicht alles täuscht, hat der Kader nicht nur an Masse, sondern auch an Klasse gewonnen.

Lorenzen und Nour sollen bleiben

Bereits bekannt waren die Abgänge von Semih Esen, Patryk Niedzicki (beide SV Schermbeck), Tim Nikolay (SV Zweckel), Mark Lang, René Lewejohann (unbekannt) und Greitemann. Alle übrigen Spieler sollen bleiben – auch Stephen Lorenzen, den seine Masterarbeit und ein Praktikum in Düsseldorf allerdings zeitlich etwas einschränken. Ähnlich liegt der Fall bei Alex Nour, den der DSC zumindest als „Stand-by-Spieler“ behalten möchte. Auch Alex Hahn wird nach Ende seines Praktikums beim Hamburger SV ab August wieder zum Kader stoßen.

Zudem stehen bereits sieben externe Neuzugänge fest, die alle mindestens Verbandsligaerfahrung haben. Aus der Hordeler Kappskolonie folgen drei Spieler ihrem Trainer Marco Rudnik nach Wanne-Eickel: Philipp Dragicevic, Philipp Severich und Dustin Hoffmann. Alle drei können beide Außenbahnen beackern, wobei Severich den defensiven Part bevorzugt. Auf der linken Seite oder als Sechser fühlt sich Mike Wezendonk am wohlsten, der aus der Oberliga Niederrhein vom SV Hönnepel-Niedermörmter in die Mondpalastarena wechselt. Mit Nick Träptau kommt auch ein Stürmer, der zuletzt eine Liga höher beim TuS Ennepetal gespielt hat.

Besonders stolz ist Kowalski auf seine jüngsten Transfer-Coups: Vom Ligarivalen Mengede 08/20 holte er den 25-jährigen Eduard Sprenger zum DSC, der mit 26 Treffern bei 26 Einsätzen Toptorjäger der letzten Westfalenligasaison war. „Wir wollten Eddy unbedingt“, so Kowalski. „Ein Stürmer seines Formats steht seit Jahren auf unserem Wunschzettel. Seine Spielweise entspricht dem des flexibleren Stürmertyps á la Lewandowski und ist die ideale Besetzung für unsere Abteilung Attacke.“

Verstärkt wird die Offensive zudem durch Sven Preissing, der von der Hammer SpVg kommt und zuvor mit Marvin Rathmann und Chris Melchner für Wattenscheid in der Regionalliga gespielt hat. „Er ist kampfstark, beidfüßig, flexibel einsetzbar, zielstrebig und bringt reichlich Erfahrung aus höheren Ligen mit“, beschreibt Wannes Sportchef die Qualitäten des 27-Jährigen.

Drei Spieler aus der eigenen Jugend komplettieren den Kader. Angreifer Timo Foth hat schon in der Rückrunde reingeschnuppert, die beiden A-Jugend-Keeper teilen sich die Aufgabe des dritten Torwarts.

„Unsere Hauptbaustelle war, die Offensive zu stärken. Das sollte gelungen sein“, glaubt Kowalski. „Die Abwehr war sowieso die beste der Liga.“ Was hindert ihn also daran, von Aufstieg zu sprechen? „Unser Credo ist folgendes: Wir können nur Voraussetzungen schaffen. Jetzt geht’s darum, das Potenzial auszuschöpfen, einzelne Spieler zu entwickeln und ein Team zu formen.“

Marco Rudnik, übernehmen Sie.