Drei Tore in drei Minuten

Das war der zweite Streich: Alex Nour (r.) wird von Peter Rios, Stephen Lorenzen und Semih Esen gefeiert.
Das war der zweite Streich: Alex Nour (r.) wird von Peter Rios, Stephen Lorenzen und Semih Esen gefeiert.
Foto: Ralph Bodemer
Was wir bereits wissen
Gegen den schwachen Kirchhörder SC gewinnt der DSC Wanne-Eickel sein Heimspiel souverän mit 4:1. Stroetzels Umstellungen erweisen sich als gute Maßnahme

DSC Wanne-Eickel -
Kirchhörder SC 4:1 (3:0)

Tore: 1:0 Lorenzen (22.), 2:0 Nour (23.), 3:0 Rios (24.), 3:1 Braja (55.), 4:1 Esen (90.+1).
DSC: Johns - Sommer, Nolte, Melchner, Niedzicki - Tomaschewski, Lorenzen, Esen (90.+2 Nikolay) - Aydin, Rios (65. Baum), Nour (85. Lang).
KSC: Gerlach - Yüksel, Gräfenkämper (81. Hellmig), Krämer, Stiesberg - Schumacher, Wawrzynczok, Watermann, Tatsis (28. Gomes), Franzen (55. El Moudni) - Braja.
Gelb-Rote Karte: Baum (80./Meckern).

Wer sich am Samstag um kurz vor sechs in der Mondpalast-Arena sein Samstagabendbier gönnen wollte, musste sich ärgern. Denn in der Zeit, die man für den kurzen Weg zur Getränkebude, die Bestellung und den Gang zurück zur Tribüne braucht, schoss der DSC Wanne-Eickel drei Tore.

Mit seinem Schuss ins linke Eck gab Stephen Lorenzen das Startsignal zu drei furiosen Minuten. Alex Nour auf Vorlage von Tugrul Aydin und Peter Rios nach einem Querpass von Nour legten im Minutentakt nach. Von 0:0 auf 3:0 in drei Minuten. Bumm, bumm, bumm. Drei Einschläge, drei Wirkungstreffer gegen den nach sieben sieglosen Spielen eh schon verunsicherten Kirchhörder SC.

Umstellungen ein voller Erfolg

Es hatte sich angedeutet: Christian Melchner und der nach vier Wochen Rotsperre zurückgekehrte Tugrul Aydin hatten die ersten Schusschancen vergeben, während von den Dortmundern überhaupt nichts zu sehen war.

Martin Stroetzel hatte seine Startelf im Vergleich zum Spiel in Wickede auf vier Positionen verändert: Esen, Rios, Aydin und Nour rückten für Baum, Rathmann, Lewejohann und Greitemann in die Mannschaft. Stroetzels Schachzug, gegen den Tabellenzwölften auf technisch gute Spieler statt zweikampf- und laufstarke Akteure zu setzen, zahlte sich aus, alle vier spielten stark.

Nach den drei Toren nahm der DSC zwar Tempo aus der Partie, sobald die Schwarz-Gelben aber ernst machten, waren die Gäste heillos überfordert.

Immer wieder deuteten die DSC-Offensiven ihre mannschaftlich, aber vor allem auch individuell höhere Qualität an, der KSC konnte einem Leid tun, weder die Fünferreihe im Mittelfeld noch die Viererkette hatte zu irgendeinem Zeitpunkt Zugriff auf das schnelle DSC-Spiel. Den Gästen unterliefen reihenweise Stockfehler, immer einen Schritt zu langsam, einfache Kurzpässe landeten im Aus, die Kirchhörder Verunsicherung war im Stadion fast physisch zu spüren.

Nur: Wanne-Eickel machte nicht viel draus, wirkte teilweise überheblich im Angriff, die Spannung war plötzlich weg. Immer ein Schnörkel oder Querpass zu viel, dazu defensive Nachlässigkeiten – dass es zur Pause 3:0 stand, lag zum einen am Unvermögen von Kirchhördes Stürmer Santiliano Braja, der völlig frei aus 15 Metern neben das komplett leere Tor schoss (40.) und am Glück, als Brajas Schuss erst an den rechten, dann den linken Innenpfosten prallte und schließlich von Christian Melchner geklärt wurde.

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Trotz der klaren Führung war Martin Stroetzel nicht wirklich zufrieden, schon im Spiel gegen Brünninghausen hatte seine Mannschaft eine frühe 2:0-Führung leichtfertig abgegeben: „Das war keine Anweisung von mir, dass die Mannschaft so viel Tempo aus dem Spiel nimmt. Ich habe sogar mehrfach reingerufen, dass wir weiter Druck machen müssen.“

Die defensiven Probleme erklärte er so: „Wir haben offensiv gespielt, dann muss aber wenigstens der defensive Sechser stehen, damit nicht alle Angriffe direkt gegen unsere Viererkette laufen – das habe ich auch in der Halbzeit noch mal gesagt, dann wurde es ja auch besser.“

Im zweiten Durchgang schaffte Kirchhörde zwar, den DSC streckenweise einzuschnüren, mehr als das schöne 3:1 durch Braja kam aber nicht dabei herum.

DSC-Keeper Marcel Johns verhinderte, dass das Spiel noch einmal spannend wurde, als er einen Freistoß von Gomes über die Latte lenkte (64.). Auch der Platzverweis gegen Michael Baum, der eine Viertelstunde nach seiner Einwechslung innerhalb weniger Sekunden zweimal Gelb sah, änderte nichts an den klaren Kräfteverhältnissen.

Kirchhörde probierte alles, der DSC konterte, aber zu nachlässig, Nour, Esen, Lorenzen und Nolte vergaben Hochkaräter, erst in der Nachspielzeit traf Esen zum 4:1.