Drei schöne Tore machen müden Sommerkick erträglich

Etwas zu hoch setzt  Sebastian Greitemann diesen Kopfball an. Wenig später aber traf der DSC-Kapitän mit einem fulminanten 16m-Schuss exakt in den Knick.
Etwas zu hoch setzt Sebastian Greitemann diesen Kopfball an. Wenig später aber traf der DSC-Kapitän mit einem fulminanten 16m-Schuss exakt in den Knick.
Foto: Haenisch / Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Das war eher ein „Derby light“: Gegen einen schwachen TuS Hordel kam der DSC Wanne-Eickel leicht und locker zu einem 3:0-Erfolg.

DSC Wanne-Eickel -
DJK TuS Hordel 3:0

Tore: 1:0 (10.) Lewejohann, 2:0 (43.) Esen, 3:0 (83.) Greitemann.

DSC: Johns - Sommer (46. Rathmann), Nolte, Melchner, Niedzicki - Lorenzen, Greitemann - Rios (76. Lang), Aydin - Lewejohann (65. Nikolay), Esen.

Hordel: Kampschäfer - Helfer, Bakenecker, Misawa, Debski - Dirsus, Kontny, Barrera, Gashi (81. Gutenmorgen) - Iohara, Yigit (46. Baumgart).

Zu einem guten Spiel gehören zwei Mannschaften, hatte Martin Stroetzel im Vorfeld gesagt und auf ein „geiles Spiel“ gehofft. Dieser Wunsch des scheidenden DSC-Trainers bei seinem letzten Heimspiel blieb unerfüllt. Denn sein Nachfolger Marco Rudnik, bis Saisonende in Diensten der DJK TuS Hordel, konnte nur eine Rumpftruppe aufbieten, die kaum Westfalenligaformat besaß. „Das hat die Qualität des Spiels natürlich gemindert“, fand auch Martin Stroetzel. „Aber da können wir nichts dafür. Wir haben unser Ding ganz ordentlich gemacht und zum Abschluss einen klaren Heimsieg gelandet. Und das zählt am Ende.“

Keine Frage, die Wanner bemühten sich, ihren Fans in diesem bedeutungslosen Spiel noch einmal gute Fußballunterhaltung zu bieten. Sie begannen schwungvoll und wurden dafür auch schnell belohnt, als der wuchtige Mittelstürmer René Lewejohann das tat, wofür er geholt wurde: Er rammte eine Lorenzen-Flanke mit der Stirn zur 1:0-Führung ins Netz (10.). Wanne blieb am Drücker und hätte auch nachlegen können, aber Peter Rios brachte nicht genug Druck hinter seinen Kopfball (18.), und der agile Semih Esen verpasste zunächst Tugrul Aydins Zuspiel (19.) und setzte fünf Minuten später einen Kopfball neben das Tor.

Danach allerdings verflachte die Partie. Der Gast hatte nichts zu bieten, von einigen guten Aktionen Jordi Barreras und Sakae Ioharas abgesehen. Und die Platzherren passten sich immer mehr dem Niveau an. So dümpelte die Partie ziemlich zäh vor sich hin, bis Semih Esen mit seinem feinen 20m-Dropkick zum 2:0 kurz vor der Pause die vor sich hin dösenden Besucher aufschreckte.

Damit war die Messe gelesen, die Frage nach dem Sieger im Grunde beantwortet, zumal die Gäste auch von der Bank nur zwei Altherrenspieler nachlegen konnten – zu wenig, um den DSC ernsthaft zu fordern. So spulte die Stroetzel-Elf brav ihr Programm ab, ließ hinten so gut wie nichts zu und kam immer mal wieder zu Chancen, meist vorbereitet durch den starken Stephen Lorenzen. Im Abwesenheit von Regisseur Matthias Tomaschewski schüttelte Lorenzen einige echte Zuckerpässe aus dem Fußgelenk. Zum Beispiel in der 56. Minute, als er Rios bediente, der frei vor dem Tor an Kevin Kampschäfer scheiterte. Oder in Minute 69, als Esen den Ball nicht gut mitnahm und deshalb auf Tim Nikolay quer legte, der mit seinem Schüss-chen aber das lange Eck verfehlte.

Zumeist aber sahen die Zuschauer das, was man sich gemeinhin unter „Sommerfußball“ vorstellt. Bis Sebastian Greitemann mit seinem Gewaltschuss in den Winkel doch noch einen höchst ansehnlichen Schlusspunkt unter die Heimsaison setzte.