Die Rettung rückt näher

Im Hnspiel trennten sich Onur Özbicerler (r.) und der SCW von der Hammer SpVg mit 2:2.
Im Hnspiel trennten sich Onur Özbicerler (r.) und der SCW von der Hammer SpVg mit 2:2.
Foto: WAZ FotoPool

Vor Monaten schien es undenkbar, jetzt ist es Realität: Wenn alles optimal läuft, kann Westfalia Herne bereits an diesem Wochenende den Klassenerhalt in der Oberliga feiern. Sollte der SV Zweckel das auf Samstag vorgezogene Heimspiel gegen SuS Stadtlohn verlieren, hätte der SCW am Sonntag bei der Hammer SpVg (15 Uhr, EVORA Arena, Jürgen-Graef-Allee 4) den ersten von drei Matchbällen.

Viele Herner würden aufatmen, einer aber dürfte den 31. Mai 2015 nie vergessen: Holger Wortmann. Hernes Trainer feiert an diesem Sonntag seinen 48. Geburtstag und könnte sich ausgerechnet in seiner Heimatstadt, bei dem Verein, dessen Jugendteams er durchlief und den er später in der NRW-Liga trainierte, als „Retter“ des SCW profilieren. „Das wäre das schönste Geschenk, das mir meine Jungs machen könnten“, erlaubt sich Wortmann einen kurzen Ausflug ins Land der Fantasie – um sofort auf den harten Boden der Realität zurückzukehren. „Das wird ungleich schwer als zuletzt. Die HSV ist individuell richtig gut besetzt und hat nach dem Trainerwechsel zuletzt toll und befreit aufgespielt.“

Ganz besonders trifft das auf Torjäger Jochen Höfler zu, der in den beiden letzten Spielen fünfmal traf: Beim 5:1 gegen Bielefeld sorgte er per Hattrick allein für den 3:0-Pausenstand, zum 3:1 in Rheine ebnete der 34-Jährige den Weg mit einem frühen Doppelschlag (13./21.). In beiden Partien traf später auch Danny Radke, der im Winter vom SCW nach Hamm wechselte und dort immer besser zurechtkommt.

Neben Radke zählen zwei weitere Herner zu den Stützen im Kader des HSV-Trainers Oliver Gottwald. Kapitän Faysel Khmiri, der gegen Rheine wegen einer Muskelverletzung fehlte, hat früher am Schloss Strünkede gespielt und ist heute noch oft auf der Tribüne zu sehen. Der 1,92 m große Torwart Manuel Lenz hat zwar keine Westfalia-Vergangenheit, stammt aber aus Herne und hat einst beim SV Sodingen seine Karriere begonnen, die ihn bis in die 2. Bundesliga führte. Für gehobene Qualität im HSV-Kader bürgen auch Routinier Michael Kaminski, Emre Demir, Mesut Özkaya und der frühere Wattenscheider Serafettin Sarisoy.

Beim SC Westfalia muss fast alles passen, um in Hamm zu bestehen. Die Voraussetzungen sind jedoch suboptimal. „Die Vorbereitung ist alles andere als gelungen“, blickt Wortmann auf eine schwierige Woche zurück. Semih Aktas und Dennis Gumpert, die beiden Flügelflitzer, mussten verletzt zuschauen, auch Manuel Bölster, Wortmanns Co-Trainer und verlängerter Arm auf dem Rasen, konnte keine Einheit mitmachen. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass alle Drei dabei sind“, ist Wortmann skeptisch. Ersetzen muss er auch Kapitän Fatlum Zaskoku (Gelbsperre).