„Die Nummer eins im Pott sind wir“

Gute Arbeit in der Defensive leistete Caroline Van der Velde (l.), hier gegen Aline Stiller (NBO). Bei ihren Würfen fehlte  Hernes junger Centerin hingegen ein wenig Glück.
Gute Arbeit in der Defensive leistete Caroline Van der Velde (l.), hier gegen Aline Stiller (NBO). Bei ihren Würfen fehlte Hernes junger Centerin hingegen ein wenig Glück.
Foto: Ulla Emig/ FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Hernes Basketballerinnen feiern einen verdienten 74:62-Derbysieg in Oberhausen und festigen ihren dritten Platz in der 1. Bundesliga.

Alle Parkplätze rund um die Willy-Jürissen-Halle dicht, die Tribüne rappelvoll, die Stimmung prächtig – Derbyzeit in Oberhausen. NBO gegen HTC, es ist der Revierschlager im Damenbasketball, das ewige Finale um eine imaginäre NRW-Meisterschaft. Ein Spiel, dessen Ausgang nie vorhersehbar ist. Fast nie. Denn an diesem Samstag hätte sich der Gast gegen ein ersatzgeschwächtes NBO-Team fast nur selbst schlagen können. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis 120 HTC-Fans aufstehen und ihren Triumphgesang anstimmen konnten: „Die Nummer eins, die Nummer eins, die Nummer eins im Pott sind wir...“.

Am Ende hieß es 74:62 (18:15, 15:19, 24:10, 17:18) für die Gäste, doch dieser Sieg fiel ihnen keineswegs in den Schoß. Oberhausen spielte ohne Reid, ohne Hill und ohne Menz, aber dafür mit Mut, mit Moral und mit Lea Mersch. Die 27-jährige Nationalspielerin wurde zur dominierenden Figur auf dem Parkett. Nicht nur, dass sie mit schnellen Beinen und flinken Fingern Hernes durch eine Handverletzung gehandicaptes Aufbau-Ass Quenice Davis aus dem Spiel nahm, Mersch war auch in der Offensive kaum zu bändigen und sammelte 24 Punkte und elf Rebounds auf ihr Konto. „Lea Mersch war überragend. Sie hat ein sehr, sehr starkes Spiel gemacht“, lobte auch HTC-Trainer Marek Piotrowski die Anführerin des jungen NBO-Teams.

Vielleicht hätte der HTC viel eher den Dampf aus dem Kessel nehmen können, wenn er nach einer schnellen 9:2-Führung (4.) nicht etwas die Linie verloren hätte. Als Herne einige leichte Bälle verlegte, war NBO beim 11:12 (7.) wieder dran – und nur, weil ausgerechnet Mersch zwei Freiwürfe vergab, blieb Herne überhaupt vorne. Dank zweier schöner Körbe der nun aufdrehenden Radostina Slavova-Naneva nahm der HTC eine 18:15-Führung mit in den zweiten Abschnitt, die NBO-Rückkehrerin Christina Krick aber mit ihrem zweiten Dreier direkt nach Wiederbeginn egalisierte. Den erstmaligen Rückstand (20:21/12.) beantwortete der HTC mit einem kleinen Lauf zum 29:23 (16.), aber auch diesmal kam Oberhausen zurück. Nach einer Auszeit lief Mersch richtig heiß und brachte ihr Team mit ihren Punkten neun und zehn allein in dieser Phase kurz vor der Pausensirene mit 34:33 in Führung.

Allzu große Sorgen machten sich die HTC-Fans allerdings auch in der Halbzeit nicht. Zu Recht, wie sich bald zeigte. Herne erhöhte nach der Pause Tempo und Intensität, spielte konsequent seine Vorteile unter den Brettern aus und zog, auch dank einer enorm starken Ireti Amojo, auf und davon. Als Erica Barnes per Dreipunktspiel auf 41:57 (29.) stellte, war das Derby entschieden.

Auch im Schlussviertel blieb Hernes Führung stets im zweistelligen Bereich. NBO kämpfte unverdrossen, hatte gegen den tieferen Kader des HTC aber letztlich keine Chance. „Uns hat es nicht gefallen, dass Oberhausen ohne Drei gespielt hat. Wir waren auf ein anderes Spiel vorbereitet und mussten uns erst neu einstellen“, so Piotrowski. „Der Sieg geht aber absolut in Ordnung.“