Die letzte Schicht unter dem Kunstrasen

Wannes Sportlicher Leiter Torsten Jäger und Finanzvorstand Frank Monzner präsentieren stolz die schwarze Decke, die noch ein wenig aussieht wie ein Parkplatz.
Wannes Sportlicher Leiter Torsten Jäger und Finanzvorstand Frank Monzner präsentieren stolz die schwarze Decke, die noch ein wenig aussieht wie ein Parkplatz.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Der Kunstrasenbau auf den Sportplätzen an Schadeburg- und Wilhelmstraße geht voran.Auf der „elastischen Tragschicht“ fehlt nur noch die grüne Matte. Der Eröffnungstermin steht auch schon fest.

Die Bigpacks mit Material für die ET-Schicht stehen an diversen Ecken des Parkplatzes. ET-Schicht heißt: „Elastische Tragschicht“. Das weiß der versierte Kunstrasen-Bauherr, wie zum Beispiel Markus Rohmann inzwischen einer ist, der Vorsitzende des Fußballvereins Sportfreunde Wanne.

Nach meiner Stippvisite neulich beim VfB in Börnig sehe ich mir auch den anderen Teil des Herner Gemeinschafts-Pilotprojekts näher an. Dabei wird ersichtlich, dass die Fertigstellung des Platzes an der Wilhelmstraße langsam Form annimmt – wie parallel auch die des Platzes an der Schadeburgstraße.

Es sind also allerhand Säcke mit einer Art Gummiklümpchen drin, die derzeit auf Verarbeitung warten. Alle Gesteinsschichten darunter sind fertig verlegt. Der Verein ist nun in Erwartung einer weiteren Malocherkolonne, die die ET-Schicht in dieser Woche auf dem Fußballplatz verstreut. Der letzte Schritt, bevor dann der Fußballrasen verlegt werden kann. Ein lang gehegter Plan wird endlich Wirklichkeit.

Schon vor einigen Jahren, erzählt Markus Rohmann, habe er probiert, ein Vorhaben zu forcieren. Eine Kooperation mit ETuS Wanne und ein gemeinsamer Kunstrasen aus Stadtmitteln schwebte ihm vor. „Die Sache ist aber am Ende im Sande verlaufen“, so der SFW-Vorsitzende. Doch Rohmann blieb im Thema. Eine Folge war unter anderem der Besuch eines Kunstrasen-Seminars auf Schalke. Dort traf man vor Ort zufällig auf die Börnig-Delegation - der Rest der Geschichte ist inzwischen bekannt. Die Idee eines Gemeinschaftsprojekts wurde geboren. Jetzt bauen die Sportfreunde ihren Platz selbst.

Dabei betont Markus Rohmann, der Platz sei nur ein wichtiger Baustein von mehreren - allerdings ein wichtiger, weil identifikationsstiftender. Doch die Wanner verfolgen darüber hinaus gewissermaßen einen Masterplan. Eigengewächse sollen sich an den Verein gebunden fühlen. Trainer sollen qualifiziert, Jugendliche auf dem Ausbildungsmarkt untergebracht werden. Der Traditionsverein feilt intensiv an seiner Zukunft.

Eröffnungsparty Anfang August

Wir gehen ein Stück um den neuen Platz. Mitglieder haben Rasen gemäht und das Gelände drumherum von Gestrüpp befreit. Die Gehwegplatten sind mehrfach behandelt. „Jetzt haben wir die schon drei Mal gekärchert, aber da hängt immer noch die Asche drin“, zeigt Markus Rohmann auf den Boden. „Aber wir wollen natürlich dafür sorgen, dass wir das Zeug nicht auf den Teppich tragen.“

Überhaupt ist es dem Vorsitzenden viel daran gelegen, dass der Kunstrasen künftig gehegt und gepflegt wird. Wie auch daran, dass drumherum noch offene Punkte erledigt werden. Einige Stolperfallen in der Pflasterung zum Beispiel, durch Baumwurzeln verursacht, stören noch. Doch die sind natürlich nichts mehr gegen den längst absolvierten „Spießrutenlauf“, wie Rohmann die Planungsphase des Projekts nennt, die die Beteiligten manches Mal ans Limit geführt hat.

Dank einer hartnäckig verfolgten Idee, Mut, finanzieller Risikobereitschaft und der Unterstützung der Mitglieder, sei es durch akzeptierte höhere Beiträge oder durch Anpacken, ist es nun fast geschafft. Am ersten August-Wochenende steigt an der Wilhelmstraße die große Eröffnungsparty. Ich werde zuvor noch in der Stadtverwaltung nachhören, ob das Wanne/Börnig-Pilotprojekt in Herne Nachahmer finden könnte – oder sogar sollte.