Die Konkurrenz schläft nicht

Danny Radke (l.), hier noch im Trikot der Westfalia Herne, geht in der Rückrunde für Hamm auf Torejagd.
Danny Radke (l.), hier noch im Trikot der Westfalia Herne, geht in der Rückrunde für Hamm auf Torejagd.
Foto: WAZ FotoPool

An diesem Wochenende soll in der Fußball-Oberliga Westfalen wieder der Ball rollen. Auf dem Programm stehen die ersten Nachholspiele, darunter die Partie des SC Westfalia Herne gegen den SV Lippstadt (Sa., 14 Uhr). Für die Herner soll diese Begegnung der Auftakt einer Aufholjagd werden, an deren Ende das derzeit mit nur sechs Punkten abgeschlagene Schlusslicht doch noch den Klassenerhalt feiern will.

Mindestens sechs Mannschaften kämpfen in der Oberliga um dieses Ziel. Der SCW hat in der Winter-Wechselperiode seinen Kader neu sortiert, verpflichtete gleich elf neue Spieler. Unser Überblick zeigt, was sich bei der Konkurrenz getan hat.

SV Zweckel

Der SV Zweckel, Vorletzter mit 13 Zählern aus 16 Spielen, reagierte in der Winterpause auf seine Sturmflaute und verpflichtete in Seyit Ersoy vom Ligarivalen Hammer SpVg einen Angreifer mit Torjägerqualitäten. Diese stellte Ersoy bei seiner letzten Station zwar nicht unter Beweis, wohl aber davor bei der SG Wattenscheid 09 in der Ober- und Regionalliga. In Gladbeck ist der 27-Jährige kein Unbekannter, er spielte nämlich in der Saison 2007/2008 für die DJK Germania Gladbeck in der Oberliga. Darüber hinaus meldete der Tabellenvorletzte nur noch einen Zugang, in Marcel Ofiera kehrte ein Talent zurück, das zuletzt für den Bottroper A-Ligisten VfL Grafenwald spielte.

Trainer Günter Appelt sitzt in Zweckel übrigens ganz fest im Sattel. Kurz vor dem Jahreswechsel sang der Vorstand um den Vorsitzenden Ulrich Wloch förmlich ein Loblied auf den Übungsleiter, nachzulesen auf der Vereins-Homepage. Dort hieß es: „Unser besonderer Dank gilt Günter Appelt, der unermüdlich ist, Tag und Nacht für sein Team einsteht, weitaus mehr als ‚nur’ der Trainer der ersten Mannschaft in unserem Verein und sich zu jeder Zeit um viele Vereinsangelegenheiten kümmert.“

TSG Sprockhövel

Die TSG Sprockhövel (Platz 16) hat bereits 17 Spiele ausgetragen und 16 Punkte auf dem Konto. Trotz dieser schwachen Bilanz bleiben die Verantwortlichen am Baumhof ganz gelassen. Hektische Transferaktivitäten gab’s ebenso wenig wie eine Diskussion um Trainer Robert Wasilewski, der im Sommer den langjährigen Coach und früheren BVB-Profi Lothar Huber beerbt hat.

Einziger Winterzugang der TSG ist bisher Max Claus. Der Stürmer, der vom Landesligisten Hedefspor Hattingen kam, soll Berkant Canbulut ersetzen, der künftig für Ligarivale Rot-Weißen Ahlen auflaufen wird. „Ich denke, dass wir es schaffen werden“, sagte Claus im Gespräch mit der Hattinger WAZ, „und ich will jetzt natürlich dabei helfen, dass es auch klappt.“

SuS Neuenkirchen

Die Münsterländer (15.) haben wie Sprockhövel 16 Zähler geholt, allerdings ist ihnen das in 16 Partien gelungen. Von Abstiegsangst ist in Neuenkirchen nichts zu spüren, in der Winterpause einigte sich der Klub mit Trainer Tobias Wehmschulte ebenso auf eine Vertragsverlängerung wie mit 14 Spielern aus dem aktuellen Kader. Noch nicht fündig geworden ist der Verein auf der Suche nach einen Ersatz für Kapitän Nico Haverkamp, der sich kurz vor Weihnachten im Training einen Kreuzbandriss zuzog und für den die Saison damit bereits beendet ist.

Hammer SpVg

In Hamm – der Klub belegt mit 16 Punkten aus 16 Spielen aktuell den 14. Rang – meldeten sie drei Ab- und fünf Zugänge. In Seyit Ersoy verließ unter anderem ein in der Regionalliga erprobter Stürmer den Traditionsverein. Er schloss sich wie berichtet dem SV Zweckel an. Dafür verpflichtete der HSV in Danny Radke (Westfalia Herne), Djaniny Cleitson dos Santos Tavares (SV Hohenlimburg) und Roman Maciejak (vereinslos) gleich drei neue Angreifer. Bei dem Letztgenannten handelt es sich um einen ehemaligen U19-Nationalspieler Polens, der in seiner Heimat in der Zweiten Liga aktiv war. Der neue Torwart Dominik Sobanski stammt ebenfalls aus Polen, er war von 2009 bis 2012 sogar für Erstligisten im Einsatz. „In unserer Situation“, so HSV-Sportchef Achim Hickmann zum Westfälischen Anzeiger, „muss man auch auf die Abstiegsränge achten.“

VfB Hüls

Der VfB Hüls startete furios in die Meisterschafsrunde, nach 16 Partien nimmt das Team jedoch mit 17 Punkten nur Rang 13 ein. In Sebastian Flossbach - er kam vom Westfalenligisten TSV Marl-Hüls - verpflichtete der Werksklub bislang nur einen Innenverteidiger. Außerdem schloss sich im Verlauf der Hinrunde Kadir Gökyar dem VfB an. Der defensive Mittelfeldmann war nach seinem Engagement beim West-Regionalligisten Schalke 04 II vereinslos und ist, so jedenfalls sagt es Engin Yavuzaslan, Sportlicher Leiter am Badeweiher zu Hüls, „einer der besten Sechser, den ich beim VfB bisher gesehen habe“.

Trainer Karsten Quante wählte in einem Interview, das auf der Homepage des Vereins nachzulesen ist, mit Blick auf die nächsten Wochen und Monate unmissverständlich klare Worte: „Es geht für uns alle nur darum, den VfB in der Oberliga zu halten. Persönliche Interessen oder gar Eitelkeiten haben da für alle im Moment keinen Platz. Das muss jeder begreifen.“