Die große Frage

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Was wir bereits wissen
HTC-Trainer Marek Piotrowski über die Teamplanung des Herner TC in der Bundesliga, die Nachwuchsarbeit des Vereins und die große Unwägbarkeit vor der neuen Saison.

Haken wir die alte Saison ab und wenden uns der neuen zu. Gibt es schon Entscheidungen, wie und mit wem es weiter geht?

Nichts Konkretes. Wir sind mit sehr vielen Spielerinnen im Gespräch, es hängt alles davon ab, ob uns unsere Sponsoren treu bleiben und ob vielleicht weitere hinzu kommen, damit wir unsere Linie fortführen und eine starke Mannschaft anbieten können. Die große Frage ist auch, wie die Liga überhaupt aussehen wird. Die Deutschen-Regelung ist gekippt worden, statt 2-3 gibt es jetzt 1-4 (d.h. künftig muss nur noch eine statt bisher zwei deutsche Spielerinnen immer auf dem Feld sein; d. Red.). Viele Vereine haben den Kampf um deutsche Spielerinnen aufgegeben und schauen sich auf dem europäischen Markt um. Wie sich das auswirkt, ist nicht abzusehen, die Balance wird sich wohl verlagern. Das heißt nicht, dass wir in Herne verstärkt auf ausländische Spielerinnen setzen. Ziel des HTC bleibt, eigene Talente einzubauen, mit guten Spielerinnen aus der Region Basketball zu spielen und das Team mit Importen zum Beispiel aus den USA zu verstärken. Gute Europäerinnen sind teuer, ich glaube nicht, dass sich viele Vereine das erlauben können.

Bleibt der HTC also bei seiner Linie?

Viel wird sich nicht ändern, da bin ich sicher. Wir sind in diese Saison mit fünf Ausländerinnen und sieben Deutschen gestartet, von denen drei, Sola, Lappenküper und Callahan, fast komplett ausgefallen sind. Ich hoffe, dass sie im nächsten Jahr verstärkt zum Einsatz kommen.

Gibt es weitere Talente? Die U17 hat sich für das Final Four qualifiziert.

Das war sehr eindrucksvoll, ich habe es mir in Hagen selbst angeschaut. Dass Herne als einziger Erstligist mit dem WNBL-Team unter den besten Vier ist, macht uns stolz. Da sind viele dabei, die auf längere Sicht auch für die Bundesliga interessante Spielerinnen werden können. Hoffentlich für Herne.

Wann fallen konkreten Entscheidungen für die neue Saison?

In den nächsten Tagen und Wochen werden weitere Gespräche mit Sponsoren geführt, dann wird der Verein hoffentlich in der Lage sein, Verträge abzuschließen. Das macht nur Sinn, wenn man weiß, dass man sie erfüllen kann. Der Vorstand muss die Richtung vorgeben und sagen, wohin die Fahrt gehen soll. Wir haben uns bisher immer ein Stück weiter entwickelt. Wollen wir jetzt den nächsten Schritt machen, weiter attackieren? Das muss der Vorstand sagen, dazu muss die finanzielle Basis stimmen. Der Verein soll ja noch viele Jahre auf gesunden Füßen stehen. Es bringt nichts, ein Team aufzubauen, das Wasserburg schlagen kann, und in ein, zwei Jahren sind wir am Ende.